Zuckersucht bekämpfen: So entkommen Sie der süßen Sucht
© master1305/iStock/Thinkstock
(5)

Zuckersucht bekämpfen: So entkommen Sie der süßen Sucht

Wenn Sie Ihre Zuckersucht bekämpfen wollen, müssen Sie vermutlich einige Gewohnheiten ändern. Haben Sie den Entschluss aber erst einmal gefasst, ist der Rest gar nicht mehr so schwer. Mit diesen Ratschlägen gelingt die Umstellung.

Der schwerste Schritt ist schon geschafft

Der erste Schritt ist oft der schwerste, denn wer gibt schon gern zu, dass er ein Problem hat? Wenn Sie bereits erkannt haben, dass Ihre Affinität zu Süßem das gesunde Maß übersteigt, haben Sie die größte Hürde schon genommen. Jetzt heißt es: Schokoladenverstecke ausräumen und Veränderungen wagen. Denn Sie können es schaffen, der Zuckerabhängigkeit zu entkommen.

Gewohnheiten ändern

Die sogenannte Zuckersucht hat ein anderes Muster als beispielsweise die Sucht nach Alkohol oder Zigaretten: Sie erzeugt keine körperliche Abhängigkeit, sondern funktioniert psychologisch, weil Zucker das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Die ausgeschütteten Botenstoffe sorgen dafür, dass wir uns gut fühlen. Die gute Nachricht: Unser Belohnungszentrum kann durch eine ganze Menge Dinge aktiviert werden. Wann immer wir ein Ziel erreichen, freut sich das Gehirn – es lässt sich also umkonditionieren.

Zuckersucht mit Beschäftigung und Bewegung bekämpfen

Statt des verheißungsvollen Gangs zum Naschschrank können Sie also auch Ihr neuestes Bastelprojekt abschließen, endlich Ihre To-do-Liste abarbeiten oder was auch immer Sie sich sonst vorgenommen haben. Der Vorsatz, die Zuckersucht zu bekämpfen, kann außerdem ein guter Anlass sein, um sich ein neues Hobby zu suchen. Besonders geeignet ist alles, was Bewegung erfordert, denn Sport macht glücklich – nicht nur, weil Sie fitter werden, sondern auch, weil dabei Glückshormone ausgeschüttet werden. Außerdem: Wer beschäftigt ist, denkt nicht ans Naschen.

Bewusst einkaufen

Im Supermarkt sollten Sie die Nährstofflisten Ihrer Lieblingsprodukte ganz genau unter die Lupe nehmen. Vor allem Fertigprodukte stecken voller Zucker. Oft wird der hohe Zuckergehalt kaschiert, indem die Hersteller die verschiedenen Zuckerarten getrennt angeben, etwa als Fructose, Süßmolkenpulver, Maisstärke und Lactose. Lesen Sie Zutaten- und Nährstofflisten genau durch und lassen Sie Zuckerbomben lieber im Laden, denn was Sie nicht zu Hause haben, kann Sie auch nicht spontan in Versuchung führen.

Heißhunger überwinden

Um Ihr Ziel zu erreichen, müssen Sie langfristig den Heißhunger auf Süßes loswerden. Und das ist gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht denken. Denn schon nach kurzer Zeit ohne übermäßig viel Zucker lässt die Lust auf Süßes ganz von allein nach. Der Grund: Heißhungerattacken richten sich auf das, was der Körper bekommt, wenn er Hunger hat. Deshalb ist zum Beispiel der Heißhunger auf Reis in Asien weit verbreitet – die plötzliche Lust auf Schokolade hingegen ist dort wenig bekannt.

Sie können Ihren Körper also umtrainieren, indem Sie bewusst gesund und zuckerarm essen. Regelmäßige Mahlzeiten halten den Blutzuckerspiegel konstant und beugen so ebenfalls Heißhunger vor. Wenn es doch etwas Süßes sein soll, sind Honig, Paprika oder Obst gute Alternativen. Sie enthalten zwar auch Zucker, sind im Vergleich zu den meisten Industriesnacks aber auf jeden Fall gesünder. Süßstoffe sind leider kein guter Zuckerersatz, weil sie Heißhunger sogar noch fördern, da der Körper sich aufgrund des Geschmacks auf die Verarbeitung von Zucker vorbereitet, der dann aber nicht kommt. Und dann fordert er den echten Zucker über Heißhungerattacken ein.

Auch kleine Erfolge zählen

Sie müssen nicht sofort von der Naschkatze zum Asketen werden. Eine Ernährungsumstellung braucht Zeit und Gewohnheiten ändern Sie am nachhaltigsten, wenn Sie es langsam angehen lassen. Sie haben nicht den Aufzug genommen, sondern die Treppe? Super! Sie haben die Gummibärchen im Laden gelassen? Klasse! Belohnen Sie sich mit etwas Schönem – nur eben nicht mit Schokolade.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
Wie finden Sie diesen Artikel?