Was ist Parkinson? Definition der Krankheit
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Was ist Parkinson? Definition der Krankheit

Die Antwort auf die Frage "Was ist Parkinson?" ist vielschichtig, da es mehrere unterschiedliche Syndrome gibt. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Ursachen. Grundsätzlich handelt es sich aber um chronische, fortschreitende Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Was ist Parkinson im meistgebrauchten Sinne?

Wer von Parkinson spricht, meint in den meisten Fällen das idiopathische oder primäre Parkinson Syndrom (IPS). Idiopathisch bedeutet, dass sich die Ursache nicht feststellen lässt. Klar ist nur, dass im Gehirn der Betroffenen die Zellen absterben, die für die Herstellung von Dopamin verantwortlich sind. Bei Dopamin handelt es sich um einen Botenstoff, der gemeinsam mit einigen anderen Neurotransmittern für den fließenden Ablauf von Bewegungen zuständig ist.

Der Dopaminmangel bleibt lange Zeit unbemerkt, und die Beschwerden der Betroffenen sind unspezifisch. Erst in einem späteren Stadium der Krankheit, wenn der Dopamingehalt um 60 bis 70 Prozent zurückgegangen ist, treten die bekannten Symptome wie Zittern, versteifte Muskeln, Bewegungsstörungen und eine Instabilität in der Körperhaltung auf. Diese Ausprägung der Krankheit, die auf keine genauen Ursachen zurückzuführen ist, macht etwa 75 Prozent aller Fälle aus und ist daher häufig die richtige Antwort auf die Frage “Was ist Parkinson?”.

Das Symptomatische Parkinson Syndrom

Das symptomatische oder sekundäre Parkinson Syndrom wird durch äußere Einflüsse hervorgerufen. Dazu zählen vor allem andere Krankheiten wie etwa Depressionen, Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen im Gehirn, mehrere kleine Schlaganfälle oder Tumoren. Auch die Erbkrankheit Morbus Wilson, auch Kupferspeicherkrankheit genannt, kann die Symptome auslösen.

Wer Medikamente mit einem Wirkstoff einnimmt, der als Dopaminantagonist wirkt, kann die Symptome der Krankheit ebenfalls zeigen. Sie vergehen nach dem Absetzen des Medikaments aber wieder. Auch Neuroepileptika und Kalzium-Antagonisten, mit denen Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck behandelt werden, stehen im Verdacht, die Krankheit zu begünstigen. Weitere Einflüsse, die die Symptome von Parkinson auslösen können, sind etwa Kohlenmonoxid- oder Manganvergiftungen.

Weitere Arten von Parkinson

Das atypische Parkinson Syndrom tritt auf, wenn bereits andere Krankheiten bestehen, die Nervenzellen im Gehirn zerstören. Zu diesen zählen etwa die neurodegenerative Multisystematrophie oder die kortikobasale Degeneration. Ist diese Krankheit noch nicht diagnostiziert, kann die Behandlung mit dem Medikament L-Dopa Aufschluss geben: Die Symptome des idiopathischen Parkinson Syndroms lassen sich damit sehr gut behandeln, während es bei den anderen Erkrankungen keine oder nur verschwindend geringe Wirkung zeigt.

Beim familiären Parkinson Syndrom handelt es sich um eine Art der Krankheit, die genetisch bedingt ist und daher in der Familie öfter auftreten kann. Die Betroffenen zeigen oft schon als junge Erwachsene die entsprechenden Symptome.

Was genau ist Parkinson?

Die Krankheit ist eine bislang unheilbare, fortschreitende Störung aller willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungsabläufe, ausgelöst durch steigenden Dopaminmangel. Die meisten Menschen, bei denen Parkinson diagnostiziert wird, sind zwischen 55 und 79 Jahre alt. Allerdings kann die Krankheit auch bei Jüngeren auftreten.

Angaben der Deutschen Parkinsongesellschaft zufolge leiden in Deutschland aktuell rund 250.000 bis 280.000 Menschen an der chronischen Krankheit. Voraussichtlich wird diese Zahl in Zukunft noch größer werden, da die Lebenserwartung steigt und entsprechend mehr Leute das Risikoalter erreichen. Eine Heilung ist bislang nicht bekannt, allerdings gibt es inzwischen Medikamente, die in manchen Fällen die Beschwerden Betroffener lindern können. Abschließend kann die Frage “Was ist Parkinson?” erst geklärt werden, wenn die Ursachen für das Syndrom entdeckt werden. Dann eröffnen sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch neue Therapiewege.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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