Warum kommt der Herzinfarkt morgens?
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Warum kommt der Herzinfarkt morgens?

Herzinfarkte treten gehäuft morgens auf – und sind dann besonders gefährlich. Studien haben eine verminderte Elastizität der Blutgefäße als Ursache der morgentlichen Herzinfarkte nachgewiesen. Doch das ist nicht der einzige Grund. Warum der Herzinfarkt morgens keine Seltenheit ist.

Herzinfarkte morgens kommen häufig vor

Warum kommt der Herzinfarkte oft morgens? Mit dieser Frage haben sich verschiedene Studien beschäftigt. So auch die Untersuchung des Amerikaners Virend Somers. Der Forscher und sein Team schauten sich bei 30 gesunden Nichtrauchern die Blutgefäße genauer an: beim Zubettgehen, um sechs Uhr morgens und um elf Uhr vormittags.

Das Ergebnis: Die Funktion der Endothelzellen, welche die Blutgefäße auskleiden und die Flexibilität regulieren, war am frühen Morgen um mehr als 40 Prozent verringert. Laut den Wissenschaftlern waren die gesunden Probanden zu dieser frühen Zeit mit Rauchern und Diabetikern vergleichbar. Am Vormittag hatte sich die Flexibilität wieder normalisiert. Den Forschern zufolge kann diese eingeschränkte Funktionsfähigkeit mit ein Auslöser für den Herzinfarkt am Morgen sein.

Warum der Herzinfarkt am Morgen besonders riskant ist

Und nicht nur das: Ein Herzinfarkt am Morgen ist besonders gefährlich. Die Sterblichkeit ist höher und die Heilungschancen schlechter. Schuld ist eine überschießende Immunreaktion des Körpers, welche die Heilungschancen eines geschädigten Herzmuskels negativ beeinflusst. Das Forscher-Team um Sabine Steffens, Professorin für Klinische Pathobiochemie am Institut für Epidemiologie und Prophylaxe der Kreislaufkrankheiten am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München, hat herausgefunden, dass die Stärke der Immunantwort über den Tagesverlauf schwankt.

Überschießende Immunreaktion am Morgen wird zur Gefahr

Bedeutsam ist das, weil bei einem Herzinfarkt Herzmuskelzellen absterben. Zellen des Immunsystems, die Neutrophilen Granulozyten, wandern daraufhin in das geschädigte Gewebe und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus, durch die das abgestorbene Gewebe von Immunzellen abgebaut wird.

Ist das Immunsystem nicht im Gleichgewicht, hat das negative Folgen für den Heilungsverlauf. Vor allem am Morgen sind die Immunzellen den Forschern zufolge besonders aktiv und die Entzündungsreaktion läuft deutlich verstärkt ab. Und genau das wird für den Heilungsprozess zum Nachteil, da sich infolge der stärkeren Entzündung auch mehr Narbengewebe bildet und sich der Herzmuskel in Folge ausdehnt - was das Herz schwächt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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