Vorzeitiger Samenerguss: Mögliche Ursachen
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Vorzeitiger Samenerguss: Mögliche Ursachen

Ein vorzeitiger Samenerguss ist die bei Männern am häufigsten auftretende Sexualstörung. Es gibt verschiedene Ursachen, die dieser Störung zugrunde liegen können – nicht alle von ihnen sind bislang vollständig geklärt.


Vorzeitiger Samenerguss: Wann spricht man von einer Sexualstörung?


Der vorzeitige Samenerguss, in der Fachsprache auch Ejaculatio praecox genannt, wird als sexuelle Störung bezeichnet, wenn es bei Männern häufig wiederholt oder sogar dauerhaft zu einer verfrühten Ejakulation kommt. Verfrüht bedeutet dabei, dass der Samenerguss innerhalb weniger Sekunden bis zu einer Minute nach Beginn der Penetration auftritt. Dass der Mann dabei keine Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation hat, führt zu einem hohen Leidensdruck, der psychisch sehr belastend sein kann.


Ursachen der frühzeitigen Ejakulation


Häufig liegen die Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss in der Psyche begründet. Mangelnde sexuelle Erfahrungen können die Störung dabei ebenso auslösen wie negative Erlebnisse, Versagensangst oder ein übertriebener sexueller Leistungsgedanke.


Aber auch körperliche Ursachen können für einen vorzeitigen Samenerguss verantwortlich sein. Harnwegsinfekte oder Entzündungen der Prostata sind dabei mögliche Auslöser der sexuellen Funktionsstörung. Ebenso kommt eine Erkrankung an Diabetes mellitus als möglicher Auslöser infrage. Außerdem kann ein vorzeitiger Samenerguss in Verbindung mit bestimmten Medikamenten auftreten: Starke Schmerzmittel wie Opiate oder die Einnahme sogenannter Sympathomimetika – Medikamente, die Einfluss auf einen Teil des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) haben – können dafür sorgen, dass die Ejakulation frühzeitig erfolgt. In einigen Fällen tritt ein vorzeitiger Samenerguss auch in Verbindung mit einer weiteren sexuellen Funktionsstörung auf: der erektilen Dysfunktion, umgangssprachlich auch als Impotenz bezeichnet.


Neurobiologische Ursachen


Neben körperlichen und psychischen Ursachen wird mittlerweile auch die Rolle, die neurobiologische Faktoren bei der sexuellen Funktionsstörung spielen, genauer unter die Lupe genommen. Denn beim Auslösen der Ejakulation spielt unter anderem der Botenstoff Serotonin eine Rolle. Der neurobiologische Ansatz geht davon aus, dass ein vorzeitiger Samenerguss durch ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn ausgelöst wird. Erfolge bei der Behandlung der Sexualstörung, die durch die Gabe von Medikamenten, die in den Neurotransmitterhaushalt eingreifen, erzielt werden konnten, sprechen für diesen Ansatz.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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