Magenkrebs-Vorsorge: Symptome und Warnzeichen erkennen
© Mohammed Haneefa Nizamudeen/iStock / Getty Images Plus
(0)

Magenkrebs-Vorsorge: Symptome und Warnzeichen erkennen

Magenkrebs ist tückisch - Symptome ruft er erst hervor, wenn es für eine unkomplizierte Behandlung zu spät ist. Er wächst aggressiv und bildet Metastasen, was die Therapie erschwert und die Prognose verschlechtert. Umso wichtiger ist bei anhaltenden Beschwerden eine Magenkrebsvorsorge, mit der sich Vorstufen rechtzeitig erkennen lassen.

Willkommen im Säurebad!

Im Inneren des Magens herrschen extreme Bedingungen. Mit pH-Werten um eins denaturiert die Magensäure Eiweiße und macht sie Verdauungsenzymen leichter zugänglich. Zudem tötet sie alles ab, was sich an Bakterien und Viren im Essen versteckt.

Wenn der Schutz der Schleimhaut versagt

Für den Schutz des Magens ist seine Schleimhaut zuständig. Sie verhindert mit einer Schleimschicht den direkten Kontakt der Zellen mit der aggressiven Magensäure. Versagt dieser Schutz, kommt es zu Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Magengeschwüren (Ulcera), in denen Zellen zu Krebszellen degenerieren können.

Hinter den meisten Magenschleimhautentzündungen stecken Bakterien

Forscher waren erstaunt, als sie in den 1980er Jahren Bakterien in der Magenschleimhaut fanden. Helicobacter pylori neutralisiert die Magensäure, indem er Harnstoff zu basischem Ammoniak umwandelt - dieses ruft Entzündungen hervor. Das Bakterium ist für drei Viertel aller Magengeschwüre und fast alle Geschwüre des benachbarten Zwölffingerdarms verantwortlich.

Risikofaktoren für Magenkrebs

Helicobacter gilt als eine der Hauptursachen von Magenkrebs. Chronische Infektionen steigern das Magenkrebsrisiko um das fünf- bis sechsfache. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Rauchen und Nitrosamine, die Darmbakterien aus Nitrat und Nitrit in der Nahrung bilden.

Wer sollte zur Magenkrebsvorsorge gehen?

Leiden Sie an Sodbrennen, Refluxkrankheit oder wurde eine chronische Magenschleimhautentzündung diagnostiziert, sollten Sie in Rücksprache mit Ihrem Hausarzt die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Gleiches gilt, wenn Fälle von Darm- oder Magenkrebs in der Familie bekannt sind.

Appetitlosigkeit ist nur eines der Symptome von Magenkrebs.
© KatarzynaBialasiewicz/iStock / Getty Images Plus 2019

Appetitlosigkeit ist nur eines der Symptome von Magenkrebs.

Welche Symptome treten bei Magenkrebs auf?

Als erste unspezifische Beschwerden gelten Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen, Appetit- und Gewichtsverlust. Verschwinden sie nicht nach einer Weile, sollte Sie das misstrauisch machen. Deutliche Ansage: Schluckbeschwerden, Schmerzen nach dem Essen und schwarzer Stuhlgang. Hier stimmt definitiv etwas nicht - Teerstuhl bekommt seine Farbe durch Blut.

Warum ist die Magenkrebsvorsorge wichtig?

Stellt man bei der Untersuchung Helicobacter fest, kann man ihn zur Vorbeugung mit Antibiotika beseitigen. Magenkarzinome lassen sich am besten behandeln, so lange sie sich auf die Schleimhaut beschränken. Haben sie erst einmal die Muskelschicht des Magens erreicht, wird die Operation schwieriger und haben sich oft Metastasen gebildet.

Gehört die Magenkrebsvorsorge zur gesetzlichen Früherkennung?

Ohne Beschwerden oder Vorgeschichte brauchen Sie keine Magenkrebsvorsorge. Diese gehört nicht wie die von Darmkrebs oder Brustkrebs zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm. Der Tumor stellt in Deutschland nur rund fünf Prozent aller Krebserkrankungen - die sind allerdings für viele Todesfälle verantwortlich. Nehmen Sie anhaltende Symptome und vor allem Blut im Stuhl ernst. Jeder zweite Magenkrebs wird zu spät behandelt, weil Patienten trotz Beschwerden nicht zum Arzt gehen.

Zahlt die Krankenversicherung?

Kommen Sie mit Magenbeschwerden zu Ihrem Hausarzt und möchte der eine Magenspiegelung (Gastroskopie) vornehmen, sollten Sie dem unbedingt nachkommen. Ihre Krankenkasse bezahlt die Untersuchung.

Welcher Arzt macht die Vorsorgeuntersuchung des Magens?

Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ist der Gastroenterologe der richtige Ansprechpartner. Ihr Hausarzt schreibt Ihnen eine Überweisung und bittet darin um eine Magenspiegelung.

Wie ist der Ablauf einer Magenspiegelung?

Im Vorfeld der Untersuchung unterhält sich der Gastroenterologe mit Ihnen über Ihre Vorgeschichte und Beschwerden. Sie erhalten einen Aufklärungsbogen, der die Vorgehensweise bei der Magenspiegelung erklärt und Sie über mögliche Risiken und Komplikationen informiert. Mit Ihrer Unterschrift erklären Sie Ihr Einverständnis mit der Durchführung der Maßnahme.

Die meist ambulant durchgeführte Untersuchung zählt zu den Routineverfahren in der Gastroenterologie. Sie müssen nüchtern mit leerem Magen erscheinen. Wasser trinken und Ihre Medikamente einnehmen dürfen Sie.

Sie erhalten ein Betäubungsmittel für den Rachen und ein leichtes Sedativum. Mit einer Kurznarkose bekommen Sie von der ganzen Geschichte nichts mit und wachen kurze Zeit danach auf. Ein Mundstück hält den Mund offen und verhindert ein Zubeißen. Haben Sie Zahnprothesen, müssen Sie diese entfernen.

Die Untersuchung erfolgt im Liegen auf der linken Seite. Dazu schiebt der Arzt ein Gastroskop über Mund und Speiseröhre in Magen und Zwölffingerdarm vor. Daher spricht man von einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD). 

An der Spitze des Endoskops beleuchtet eine Lichtquelle die Umgebung. Eine Magenschleimhautentzündung erkennt der Mediziner an einer Rötung, Geschwüre an Veränderungen der Oberfläche. Über den Arbeitskanal des Endoskops kann er Biopsien entnehmen und auf Helicobacter pylori und Krebszellen untersuchen lassen.

Nach der Untersuchung sollten Sie sich mit einer Begleitperson auf den Weg nach Hause machen - insbesondere nach einer Kurznarkose. Selbst ans Steuer setzen sollten Sie sich auf gar keinen Fall.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?