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Tuberkulose: Behandlung der Infektionskrankheit
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Gisèle Schneider
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Gisèle Schneider
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Tuberkulose: Behandlung der Infektionskrankheit

Bei Tuberkulose (früher Schwindsucht genannt) ist es besonders wichtig, dass die Behandlung so schnell und sorgfältig wie möglich durchgeführt wird. Die vielschichtige Infektionskrankheit der Lunge ist heilbar, allerdings ist dafür viel Geduld erforderlich. Je nachdem, wie es um die Konstitution des Patienten bestellt ist und wie die Bakterien auf die Medikamente anschlagen, kann die Therapie unterschiedlich lange dauern.

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose, kurz TB, ist eine durch Tuberkulosebakterien (Mycobakterien) ausgelöste Infektionskrankheit, die meist die Lunge betrifft. Die Erreger gelangen über das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Aerosole) in den Körper. In der Lunge verursachen die Tuberkulose-Bakterien Entzündungsprozesse. Gewebe wird zerstört und Gewebe vernarbt.

Laut der Deutschen Lungenstiftung e.V. gehört die Tuberkulose neben Aids und Malaria weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist ein Drittel der Menschheit mit Tuberkuloseerrregern infiziert - das sind etwa zwei Milliarden Betroffene. Die überwiegende Mehrheit der Tuberkulose-Patienten sind in armen Ländern zu finden. Experten gehen davon aus, dass eine Tuberkulose ohne Behandlung in einem Drittel der Fälle folgenlos ausheilt, bei einem Drittel der Patienten jedoch chronisch bestehen bleibt. Ein Drittel stirbt nach Monaten bis Jahren daran.

Tuberkulose: Therapie mit mehreren Antituberkulotika

Da die Tuberkulose-Erreger Bakterien sind, basiert die Therapie auf Antibiotika. Es wird aber nicht nur ein einzelnes Medikament verabreicht: Damit bei einer offenen Tuberkulose die Behandlung möglichst wirksam verläuft, werden mehrere verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht, sogenannte Antituberkulotika. Das liegt daran, dass manche Antibiotika die Erreger abtöten, während andere sie daran hindern, sich auszubreiten. Die Kombination verschiedener Antibiotika hilft, die Krankheit möglichst erfolgreich zu behandeln. 

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum mehrere Antibiotika bei der Behandlung von Tuberkulose eingesetzt werden: Bakterien können sich auf Wirkstoffe einstellen. Es kann also vorkommen, dass die speziellen Erreger, die bei einem Patienten für die Erkrankung verantwortlich sind, einem Medikament schon widerstehen. Werden gleich mehrere eingesetzt, ist das Risiko geringer, dass die Therapie nicht anschlägt.

Die Bildung sogenannter Resistenzen gegenüber Antituberkulotika ist ein bedeutendes Risiko der Tuberkulose-Behandlung. Werden die Tuberkulose-Bakterien widerstandsfähiger gegenüber Antibiotika, schlägt die Tuberkulose-Therapie schlechter oder im schlimmsten Fall gar nicht an.

Tuberkulose: Behandlung in zwei Phasen

Die direkte Behandlung von Tuberkulose wird häufig in zwei Phasen vorgenommen. Wird die gefährliche Infektionskrankheit diagnostiziert, kommt der Betroffene in den meisten Fällen ins Krankenhaus und wird isoliert. Die erste Phase der Therapie dauert rund zwei Monate und umfasst eine Kombination der Wirkstoffe Ethambutol beziehungsweise Streptomycin, Rifampicin, Isoniazid und Pyrazinamid: Macht der Patient die erwarteten Fortschritte kann er nach rund drei Wochen daheim weiter behandelt werden. Adressen von Ärzten, die auf Lungenkrankheiten spezialisiert sind (Pneumologen), finden Sie in der Arzt-Empfehlung des Artikels.

Die zweite Phase der Behandlung von Tuberkulose ist die Aufbauphase. Sie umfasst vier Monate, in denen Medikamente mit den Wirkstoffen Isoniazid und Rifampicin eingenommen werden müssen. Es ist besonders wichtig, die Tuberkulose-Behandlung nicht frühzeitig abzubrechen. Viele Patienten sehen den Sinn darin nicht, weil es ihnen subjektiv gesehen längst wieder gut geht. Sie entscheiden sich gegen die Beeinträchtigungen, die der lange Gebrauch von Antibiotika mit sich bringen kann.

Das kann gefährlich werden: Bei Tuberkulose ist die Therapie so lang angesetzt, damit alle Erreger restlos abgetötet werden können. Verbleiben Erreger im Körper, vermehren sich diese erneut. Dann kommt die Krankheit zurück und die Therapie ist deutlich erschwert, da die Tuberkulose-Erreger nun gegen die bislang verabreichten Wirkstoffe immun sein können. Außerdem gefährdet eine (unbehandelte) Tuberkulose andere Menschen.  Sie können sich in der Phase anstecken, in der die Krankheit symptomlos wieder auftritt.

Tuberkulose-Komplikationen Immunschwäche

Wenn aufgrund früherer Erkrankungen eine allgemeine Schwächung des Immunsystems vorliegt, kann sich bei Tuberkulose die Behandlung deutlich verlängern. Man spricht in diesem Fall von der komplizierten Tuberkulose. Die Therapie kann ein Jahr oder noch länger dauern. Da die Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen, ist es besonders wichtig, dass sich Patienten mit einer Immunschwäche parallel zur Behandlung regelmäßig untersuchen lassen. Der Arzt sollte vor allem auf die Nieren- und Leberwerte sowie auf die Augen achten.

Weitere mögliche Tuberkulose-Medikamente

Die Erreger der Infektionskrankheit Tuberkulose greifen in den meisten Fällen die Lunge an. Nur in sehr seltenen Fällen treten die Entzündungen erst an anderen Körperteilen auf. Tuberkulose gilt daher als Lungenkrankheit. Später jedoch, wenn die Krankheit lange unbemerkt bleibt, kann es auch zu Entzündungen der Hirnhaut, des Herzbeutels, des Bauchfells, der Darmschleimhaut oder der Nebennieren kommen. Stellt der Arzt einen dieser Entzündungsherde fest, kann er zur Behandlung der Tuberkulose zunächst auch Kortikosteroide verschreiben. Diese hemmen wirksam das Fortschreiten des Entzündungsprozesses. Geht die Lungenkrankheit mit starkem Hustenreiz einher, können hustenstillende Mittel das Leid des Patienten mildern und die Ansteckungsgefahr für andere Menschen verringern.

Tuberkulose: Operation als letzter Ausweg

Schlägt bei Tuberkulose die Behandlung mit Antituberkulotika nicht an und schreitet die Krankheit fort, können Ärzte sich zu einer von mehreren möglichen Operationen entschließen. Zunächst versuchen sie in den meisten Fällen, diejenigen Kavernen aus der Lunge zu entfernen, die von den Bakterien befallen und entzündet sind. Kavernen sind kleine vernarbte Hohlräume im Körpergewebe. Auch ein Veröden mit dem Laser kann infrage kommen. Schreitet die Krankheit dennoch weiter fort, besteht immer noch die Möglichkeit einer Lobektomie, also die Entfernung eines Lungenlappens oder des ganzen Lungenflügels. Das ist zwar ein starker Eingriff in den Körper, doch wenn die Behandlung der Tuberkulose bis zu diesem Punkt nicht erfolgreich war, ist die chirurgische Lösung lebensnotwendig.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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