Tuberkulose: Behandlung der Infektionskrankheit
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Tuberkulose: Behandlung der Infektionskrankheit

Es ist besonders wichtig, dass bei Tuberkulose die Behandlung so schnell und sorgfältig wie möglich durchgeführt wird. Die vielschichtige Infektionskrankheit ist heilbar, allerdings ist dafür viel Geduld erforderlich. Je nachdem, wie es um die Konstitution des Patienten bestellt ist und wie die Bakterien auf die Medikamente reagieren, kann die Therapie unterschiedlich lange dauern.

Therapie mit mehreren Antituberkulotika

Da die Erreger, die die ehemals auch Schwindsucht genannte Krankheit auslösen, Bakterien sind, basiert die Therapie auf Antibiotika. Es wird aber nicht nur ein einzelnes Medikament verabreicht: Damit bei einer offenen Tuberkulose die Behandlung möglichst wirksam verläuft, werden mehrere verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht. Das liegt daran, dass manche Antibiotika die Erreger abtöten, während andere sie daran hindern, sich auszubreiten. Die Verquickung dieser wirkungsvollen Therapien eignet sich besonders gut dafür, die Krankheit rasch in den Griff zu bekommen.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum mehrere Antibiotika bei der Behandlung von Tuberkulose eingesetzt werden: Bakterien können sich auf Wirkstoffe einstellen. Es kann also vorkommen, dass die speziellen Erreger, die bei einem Patienten für die Erkrankung verantwortlich sind, einem Medikament schon widerstehen. Werden gleich mehrere eingesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die Therapie nicht anschlägt.

Tuberkulose: Behandlung in zwei Phasen

Die direkte Behandlung von Tuberkulose wird häufig in zwei Phasen vorgenommen. Wird die gefährliche Infektionskrankheit diagnostiziert, kommt der Betroffene in den meisten Fällen ins Krankenhaus und wird isoliert. Die erste Phase der Therapie dauert rund zwei Monate und umfasst eine Kombination der Wirkstoffe Ethambutol bzw. Streptomycin, Rifampicin, Isoniazid und Pyrazinamid: Macht der Patient die erwarteten Fortschritte kann er nach rund drei Wochen daheim weiter behandelt werden. Adressen von Ärzten, die auf Lungenleiden spezialisiert sind, finden Sie auch unter diesem Artikel.

Die zweite Phase der Behandlung von Tuberkulose ist die Aufbauphase. Sie umfasst vier Monate, in denen Medikamente mit den Wirkstoffen Isoniazid und Rifampicin eingenommen werden müssen. Es ist besonders wichtig, die Therapie nicht frühzeitig abzubrechen. Viele Patienten sehen den Sinn darin nicht, weil es ihnen subjektiv gesehen längst wieder gut geht. Sie entscheiden sich gegen die Beeinträchtigungen, die der lange Gebrauch von Antibiotika mit sich bringen kann.

Das ist aber sehr gefährlich: Bei Tuberkulose ist die Behandlung so lang angesetzt, damit man ganz sicher gehen kann, dass die Erreger restlos abgetötet sind. Bleibt ein winziger Rest im Körper, kann sich der Bakterienbestand erholen. Dann kommt die Krankheit zurück, und die Therapie wird deutlich erschwert, da die Erreger nun gegen die bislang verabreichten Wirkstoffe immun sind. Außerdem werden andere Menschen gefährdet, die sich in der Phase anstecken können, in der die Krankheit noch unbemerkt wieder auftritt.

Komplikationen durch Immunschwäche

Wenn aufgrund früherer Erkrankungen eine allgemeine Schwächung des Immunsystems vorliegt, kann sich bei Tuberkulose die Behandlung deutlich verlängern. Man spricht in diesem Fall von der komplizierten Tuberkulose, und die Therapie kann ein Jahr oder noch länger dauern. Da die Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen, ist es besonders wichtig, dass sich Patienten mit einer Immunschwäche parallel zur Behandlung regelmäßig untersuchen lassen. Der Arzt sollte vor allem auf die Nieren- und Leberwerte sowie auf die Augen achten.

Weitere mögliche Medikamentengaben

Die Erreger der Infektionskrankheit greifen in den meisten Fällen die Lunge an. Nur in sehr seltenen Fällen treten die Entzündungen erst an anderen Körperteilen auf. Später jedoch, wenn die Krankheit lange unbemerkt bleibt, kann es auch zu Entzündungen der Hirnhaut, des Herzbeutels, des Bauchfells, der Darmschleimhaut oder der Nebennieren kommen. Stellt der Arzt einen dieser Entzündungsherde fest, kann er zur Behandlung der Tuberkulose zunächst auch Kortikosteroide verschreiben. Diese hemmen wirksam das Fortschreiten des Entzündungsprozesses. Geht die Lungenkrankheit mit starkem Hustenreiz einher, können hustenstillende Mittel das Leid des Patienten mildern und die Ansteckungsgefahr für andere Menschen verringern.

Operation als letzter Ausweg

Schlägt bei Tuberkulose die Behandlung mit Antituberkulotika nicht an und schreitet die Krankheit fort, können Ärzte sich zu einer von mehreren möglichen Operationen entschließen. Zunächst versuchen sie in den meisten Fällen, diejenigen Kavernen aus der Lunge zu entfernen, die von den Bakterien befallen sind. Auch ein Veröden kann infrage kommen. Schreitet die Krankheit dennoch weiter fort, besteht immer noch die Möglichkeit einer Lobektomie, also die Entfernung eines Lungenlappens oder des ganzen Lungenflügels. Das ist zwar ein starker Eingriff in den Körper, doch wenn die Behandlung der Tuberkulose bis zu diesem Punkt nicht erfolgreich war, ist die chirurgische Lösung lebensnotwendig.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Gisèle Schneider
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