Starke Periode: Was tun gegen extreme Regelblutung?
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Starke Periode: Was tun gegen extreme Regelblutung?

Eine starke Periode (Hypermenorrhoe) oder eine Regelblutung, die besonders lange anhält (Menorrhagie), kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Diese Ursache muss der Frauenarzt ermitteln, bevor er mit der Behandlung beginnt. Wie diese aussieht, erfahren Sie im Folgenden.

Ab wann gilt eine starke Periode als überstarke Monatsblutung?

Normalerweise dauert die Monatsblutung vier bis sieben Tage. Dauert sie länger, spricht man von einer Menorrhagie. Doch auch eine kurze, aber sehr starke Regelblutung kann ein Symptom dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Ab einem Blutverlust von 80 Millilitern pro Blutung ist von einer sogenannten Hypermenorrhoe die Rede. Wenn Sie täglich mehr als fünf Monatsbinden brauchen oder Ihr Tampon schon nach zwei Stunden vollgesogen ist, ist das ein Warnzeichen. Die starke Regelblutung kann mit Blutklumpen und Stücken einhergehen.

Eine lange und starke Periode können auch zusammen auftreten. Sobald Ihnen im Rahmen Ihres Zyklus und Ihrer Monatsblutung etwas ungewöhnlich vorkommt, sollten Sie zum Frauenarzt gehen. Gleiches gilt, wenn Sie sich durch den erhöhten Blutverlust ständig müde und abgeschlagen fühlen, unter Kreislaufproblemen leiden oder eine Eisenmangelanämie bei sich vermuten.

Ursachen für sehr starke Regelblutung sind vielfältig

In den meisten Fällen stecken organische Ursachen hinter der verstärkten und/oder verlängerten Regelblutung. Vor allem Veränderungen an den weiblichen Geschlechtsorganen oder Krankheiten in diesem Bereich sind häufig für eine starke Periode verantwortlich. Dazu gehören:

  • Gebärmuttermyome: Gutartige Muskelgeschwulste am Uterus
  • Endometriose: Gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut
  • Polypen am Gebärmutterhals (Zervixpolyp) oder in der Gebärmutter (Uteruspolyp)
  • Endometritis: Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, zum Beispiel durch Chlamydien
  • Salpingitis: Entzündung der Eileiter infolge einer bakteriellen Infektion

Außerdem kann es zu einer starken Monatsblutung kommen, wenn Frauen eine Spirale (Intrauterinpessar, IUP) zur Empfängnisverhütung nutzen. Kommt es zu einer starken Blutung nach den Wechseljahren, kann dies ein Symptom für Gebärmutterkrebs (Uteruskarzinom) sein – ein Besuch beim Gynäkologen ist dann dringend zu empfehlen. Eine weitere mögliche Ursache sind Hormonstörungen.

Ganz selten kommen außerdem nicht-gynäkologische Ursachen infrage, zum Beispiel Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck oder Erkrankungen der Nieren, der Leber oder des Herzens. Stress kann die Monatsblutung ebenfalls verstärken.

Stress kann eine starke Monatsblutung noch verschlimmern.
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Stress kann eine starke Monatsblutung noch verschlimmern.

Vor der Therapie steht die Diagnose

Was tun gegen starke Regelblutung? Ihr erster Gang sollte Sie zum Gynäkologen führen, wenn eine starke Monatsblutung Ihnen zu schaffen macht. Er wird Sie gründlich zu Ihren Beschwerden und Ihrem Menstruationszyklus befragen, um erste Indizien für die Grunderkrankung zu erhalten. Anschließend folgt eine Tastuntersuchung der Vagina und des Muttermundes.

Eine Ultraschalluntersuchung liefert weitere wichtige Hinweise für die Diagnose. Gelegentlich ist zudem ein Schwangerschaftstest angebracht. Ob Hormonstörungen die starke Periode verursachen, können eine Urinuntersuchung und ein Bluttest zutage führen. Gleichzeitig klärt die Blutanalyse ab, ob Sie an einer Eisenmangelanämie leiden. Besteht der Verdacht auf Gebärmutterkrebs, überprüft der Arzt dies mit einem Krebsabstrich.

Was tun gegen starke Regelblutung?

Viele Frauen fragen sich also: Was tun gegen starke Regelblutung? Diese Frage kann verallgemeinernd nicht beantwortet werden. Denn die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache - Gebärmuttermyome, Polypen und Endometriose lassen sich operativ behandeln. Sorgen Entzündungen der Geschlechtsorgane für die starke Periode, muss der Arzt die bakterielle Infektion beheben. Hier kommen für gewöhnlich Antibiotika zum Einsatz. Sorgt eine Spirale für die ungewöhnlich starke Blutung, muss sie eventuell entfernt werden.

Hormonstörungen therapiert der Arzt mit der Gabe künstlicher Hormone, beispielsweise Gestagene. Eine Hormonbehandlung kann auch ergänzend gegen Endometriose oder Myome helfen. Manchmal bringt es auch schon eine Besserung, wenn Betroffene die Pille zur Empfängnisverhütung einnehmen. Hilft dies alles nichts und ist die Familienplanung abgeschlossen, kommt als letzte Möglichkeit die operative Entfernung der Gebärmutter in Betracht.

Entspannung und gesunder Lebensstil helfen bei starker Periode

Während Stress die Symptome verschlimmern kann, helfen Entspannung und ein gesunder Lebensstil dabei, sie zu lindern. Dennoch sollten Sie nicht auf die Diagnose und Behandlung beim Arzt verzichten, die folgenden Tipps dienen lediglich als Ergänzung und Unterstützung der eigentlichen Therapie:

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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