Blutzucker richtig messen mit dem Blutzuckermessgerät
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Blutzucker richtig messen mit dem Blutzuckermessgerät

Eine regelmäßige und genaue Messung des Blutzuckerspiegels ist für Diabetes-Patient wichtig, um die Medikamente beziehungsweise Insuline richtig dosieren zu können. Jeder Diabetiker kann zuhause seinen Blutzucker messen – mit einem Blutzuckermessgerät. Was es dabei zu beachten gilt.

Blutzucker richtig messen mit dem Blutzuckermessgerät

Das Wichtigste für einen Diabetes-Patienten nach der Diagnose Diabetes ist eine Schulung, in der er die Anwendung des Blutzuckermessgerätes, die Messung seines Blutzuckers, die Auswertung der Testergebnisse sowie die richtige Dosierung der Medikamente lernt.

Mittlerweile sind Blutzuckermessgeräte kleine Computer, die eine Menge Informationen speichern können, darunter:

  • Blutzuckerwert
  • Datum
  • Uhrzeit
  • Vermerk über die aufgenommene Nahrung
  • Vermerk über die Situation, in der gegessen wird

Manche Geräte senden die Informationen sogar an die Arztpraxis zur Auswertung. Andere können Insulindosisvorschläge machen oder einen geschätzten HbA1c-Wert angeben.

„Um Blutzuckermessungen korrekt durchzuführen, ist eine Einweisung durch medizinisches Fachpersonal in das vom Patienten benutzte Blutzuckermesssystem wünschenswert.“

— Deutsche Diabetes Hilfe

Die Blutzuckermessung: Darauf kommt es an

Beherrscht der Diabetes-Patient die Handhabung des Blutzuckermessgerätes (Teststreifen einsetzen, Nadeln einsetzen, technische Bedienung und so weiter), kann er messen. Die Durchführung der Blutzuckermessung ist immer gleich:

  1. Hände waschen.
  2. Den Teststreifen in das Messgerät geben.
  3. In den Finger piksen (Ist Händewaschen nicht möglich, den ersten Bluttropfen abwischen und den zweiten Tropfen zur Messung verwenden).
  4. Den Teststreifen an den Bluttropfen halten.
  5. Den vom Messgerät ermittelten Blutzuckerwert notieren.
  6. Medikation auswählen.

„Die optimale Stelle zur Gewinnung eines Bluttropfens aus der Fingerbeere ist seitlich. Hier ist die Fingerbeere am unempfindlichsten gegen Schmerz.“

— Deutsche Diabetes Hilfe

Die sieben größten Fehler bei der Blutzuckermessung

  1. Nicht vorbereitet sein: Achten Sie immer darauf, dass Sie alle Utensilien wie Lanzetten und Teststreifen in ausreichender Menge vorrätig haben. Legen Sie sich vor der Blutzuckermessung alles zurecht. Konzentrieren Sie sich und lassen Sie sich nicht ablenken.
  2. Die Teststreifen falsch lagern: Teststreifen dürfen nicht offen aufbewahrt werden, sonst kann das zu falschen Ergebnissen führen. Die Teststreifendose sollte nach dem Öffnen rasch wieder verschlossen werden. Das Badezimmer ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit zur Aufbewahrung nicht geeignet.
  3. Abgelaufene Teststreifen benutzen: Achten Sie immer darauf, dass die von Ihnen verwendeten Teststreifen nicht abgelaufen sind. Sonst kann es zu einem falschen Messergebnis kommen.
  4. Die Hände nicht waschen: Waschen Sie Ihre Hände nicht richtig, können sich Verunreinigungen auf der Haut mit Blut mischen und zu einem falschen Messergebnis führen.
  5. Seife nicht gründlich abspülen: Achten Sie außerdem darauf, Seifenreste gründlich abzuspülen. Auch diese können das Messergebnis beeinflussen. Trocknen Sie Ihre Hände zudem gründlich ab.
  6. Den Finger zu stark drücken: Um den Tropfen Blut für die Messung zu bekommen, drückt der Patient sanft seine Fingerkuppe. Wichtig ist hierbei, dass der Finger nicht zu stark gequetscht wird. Das kann das Messergebnis verfälschen.
  7. Zu viel oder zu wenig Blut auf den Teststreifen geben: Geben Sie zu viel oder zu wenig Blut auf den Teststreifen, wirkt sich das ebenfalls auf das Messergebnis aus. Achten Sie darauf, den Blutstropfen nicht zu verwischen. Lassen Sie sich in der Schulung genau erklären, wie viel Blut für Ihre Messung notwendig ist. Wechseln Sie die Lanzette nach jeder Benutzung.

Tipp: Bei großen Temperaturschwankungen ist Vorsicht geboten. Kommen Sie von einem Aufenthalt im Freien in die warme Wohnung zurück, warten Sie 15 bis 20 Minuten mit der Messung, bis Gerät und Teststreifen Zimmertemperatur haben.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

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