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Blutdruck richtig messen zuhause: Darauf müssen Sie achten
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Blutdruck richtig messen zuhause: Darauf müssen Sie achten

Bluthochdruck-Patienten messen regelmäßig ihren Blutdruck. Das ist wichtig für die Therapie. Ein dauerhaft zu hoher Wert schädigt die Blutgefäße und erhöht unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Damit die Blutdruckmessung zuverlässig ist, gilt es Fehler zu vermeiden. Blutdruck richtig messen zuhause: Darauf kommt es an.

Blutdruck senken: Oft eine Kombination aus Lebensstil und Medikamenten

Angaben der Deutschen Hochdruckliga e.V. zufolge hat fast jeder Dritte Deutsche Bluthochdruck (Hypertonie). Drei Viertel der behandelten Betroffenen erreichen gute Werte unter dem Grenzwert von 140/90 mmHg. Um die Blutdruckwerte richtig einzustellen, ist ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung. Reichen eine ausgewogene salzarme Ernährung, ausreichend Bewegung, Rauchstopp und Gewichtsverlust nicht aus, um die Werte in Balance zu bringen, verschreibt der Arzt Medikamente, sogenannte Blutdrucksenker.

„Die Arzneimittel senken den Blutdruck, aber sie können die Hypertonie nicht heilen. Nimmt ein Hochdruckkranker keine Blutdrucksenker mehr, steigt in aller Regel sein Blutdruck wieder. Viele Betroffene müssen für den Rest ihres Lebens Medikamente nehmen. Nur so können sie lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.“

— Deutsche Hochdruckliga e.V.

Regelmäßige Blutdruckmessungen für Hypertoniker wichtig

Regelmäßige Blutdruckmessungen begleiten die Therapie. Es ist wichtig, dass Bluthochdruck-Patienten ihre Werte kennen, um bei Bedarf in Absprache mit ihrem Arzt entsprechend gegensteuern zu können - oder im Falle eines Bluthochdruck-Notfalls schnell reagieren zu können. Auch für Gesunde sind gelegentliche Blutdruckmessungen sinnvoll: Einer von fünf Bluthochdruck-Betroffenen weiß nichts von seiner Erkrankung.

Zahlt die Krankenkasse das Blutdruckmessgerät?

Im ersten Schritt legen Sie sich ein Blutdruckmessgerät zu. Verschreibt Ihnen der Arzt das Blutdruckmessgerät, werden die Kosten von den Krankenkassen in der Regel übernommen. Sie zahlen lediglich eine Zuzahlung. Das Blutdruckmessgerät erhalten Sie über ein Rezept in Sanitätshäusern. Möchten Sie ein besonderes Gerät haben, müssen Sie die Mehrkosten aus eigener Tasche zahlen.

Möchten Sie den Überblick über Ihre Blutdruckwerte behalten, ohne dass Sie Hypertoniker sind, müssen Sie das Gerät selbst bezahlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob er Ihnen Messgeräte empfehlen kann beziehungsweise welche Funktionen diese haben müssen. Eine Auflistung geprüfter Blutdruckmessgeräte finden Sie zudem auf der Seite der Deutschen Hochdruckliga e.V.

Das Blutdruckmessgerät: Bedienung erklären lassen

Lassen Sie sich die Anwendung Ihres Blutdruckgerätes am besten von Ihrem Arzt erklären – oder fragen Sie direkt im Sanitätshaus nach. Auch der Hersteller selbst ist ein möglicher Ansprechpartner. Nur wenn Sie wissen, wie Sie das Blutdruckmessgerät richtig bedienen, bekommen Sie verlässliche Messergebnisse.

Den Blutdruck richtig messen: Darauf müssen Sie achten

Damit die Werte zuverlässig sind, gilt es, einige Anwendungsempfehlungen zu beachten:

  1. Messen Sie immer zur gleichen Zeit morgens und abends.
  2. Messen Sie vor der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente.
  3. Kommen Sie vor der Messung für fünf Minuten zur Ruhe und vermeiden Sie körperliche Aktivität vor der Messung.
  4. Legen Sie die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe an. Liegt sie tiefer, ist der gemessene Wert zu hoch. Liegt sie höher, ist er zu niedrig.
  5. Sitzen Sie entspannt auf einem Stuhl, legen Sie den zu messenden Arm auf den Tisch und stellen Sie die Beine entspannt nebeneinander. So vermeiden Sie, dass sich Ihre Muskulatur anspannt.
  6. Bewegen Sie sich während der Messung nicht und reden Sie nicht.
  7. Möchten Sie nochmal messen, warten Sie zwei Minuten. Wichtig zu wissen: Der zweite Wert liegt meist unter dem Wert der ersten Messung.
  8. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Messergebnis, falls Ihr Messgerät keine Speicherfunktion hat. So kann Ihr Arzt bei Ihrem nächsten Termin den Verlauf gut einsehen. Fragen Sie Ihren Arzt immer auch, in welchem Bereich sich Ihre Werte bewegen dürfen – und wann Anpassungen notwendig werden.

„Anfänglich sollte Ihr Blutdruck an beiden Armen gemessen werden. Das sollte Ihr behandelnder Arzt machen. Differenzen bis 20 mm Hg sind bedeutungslos. Größere Abweichungen können zahlreiche verschiedene Ursachen haben, die vom Arzt abzuklären sind. Der Blutdruck ist danach immer an dem anfänglich bestimmten Arm zu messen.“

— Deutsche Hochdruckliga e.V.

Drei Fehler, die Sie bei der Blutdruckmessung vermeiden sollten

Fehler 1: Sie messen mit voller Blase. Die Blutdruckmessung mit voller Blase verfälscht die Messwerte.

Fehler 2: Sie trinken vor der Messung Kaffee oder Schwarztee. Das in Kaffee und Schwarztee enthaltene Koffein wirkt anregend und beeinflusst die Messergebnisse.

Fehler 3: Sie messen über der Kleidung. Ein dicker Pulli zwischen Manschette und Haut verfälscht das Ergebnis. Achten Sie darauf, dass der hochgeschobene Ärmel nicht zu stramm sitzt, sonst wirkt sich der Blutstau ebenfalls auf das Ergebnis aus.

Sind Sie bei der Verwendung des Messgeräts unsicher, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und fragen Sie nach einer Schulung. Es ist wichtig, dass Sie sich beim Blutdruckmessen sicher fühlen und Ihren ermittelten Werten vertrauen können.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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