Krebsrisiko: Mögliche Untersuchungen und Tests beim Arzt •

Stuhltest: Blut im Stuhl ist immer ein Warnzeichen

Der Stuhltest gehört zu den Früherkennungsuntersuchungen von Darmkrebs. Hierbei wird auf okkultes, also verstecktes Blut untersucht. Doch aus einer Stuhlprobe lässt sich noch viel mehr ablesen.

Stuhltest als Teil der Darmkrebs-Früherkennung

Ab dem 50. Lebensjahr hat jeder deutsche Versicherte Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Dazu gehören ab 50 Jahren einmal jährlich der Test auf okkultes Blut und ab 55 Jahren die Darmspiegelung.

„Experten schätzen die Früherkennung als sinnvoll ein: Wenn Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, sind die Heilungsaussichten gut.“

Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Gibt es in der Familie bereits Darmkrebserkrankungen oder liegen andere Darmerkrankungen vor, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Stuhltest und Darmspiegelung nicht bereits früher durchgeführt werden sollten. Bemerken Sie Blut am Toilettenpapier, ändern sich Ihre Stuhlgewohnheiten (Verstopfung oder Durchfall) oder leiden Sie unter wiederkehrenden Bauchschmerzen, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt, gegebenenfalls auch der Gynäkologe oder der Urologe. Er wird Sie zur weiteren Abklärung zu einem Gastroenterologen überweisen.

Was genau kann der Stuhltest?

Bei dem Stuhltest gibt es zwei Varianten:

Biochemischer Stuhltest: Bei dem biochemischen Stuhltest handelt es sich um den guajakbasierten fäkalen Okkultbluttest, abgekürzt gFOBT. Er erkennt kleinste Mengen Blut im Stuhl. Das ist deshalb von Bedeutung, weil Tumoren häufig bluten. Allerdings ist die Blutung meist so gering, dass man mit bloßem Auge keine Blutrückstände im Stuhl erkennen kann.

Immunologischer Stuhltest: Seit 2017 gibt es den immunologischen Stuhltest, auch immunologischer fäkaler Okkultbluttest genannt, kurz iFOBT. Er weist Blut im Stuhl mit Hilfe von Antikörpern nach, die sich an den Blutfarbstoff Hämoglobin binden. Immunologische Stuhltests gelten als sicherer, da sie wirklich nur menschliches Blut nachweisen und nicht etwa tierisches, das beispielsweise durch ein nicht ganz durchgegartes Steak in den Stuhl gelangen kann. Eine andere Bezeichnung für diesen Test ist fäkaler immunchemischer Test, kurz FIT.

Blut im Stuhl: nicht immer Krebs

Blut im Stuhl bedeutet nicht automatisch eine Krebserkrankung. Entzündliche Darmerkrankungen können sich ebenfalls durch Blutungen zeigen, darunter beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Auch Hämorriden können durch Blutungen auf sich aufmerksam machen, ebenso harmlose Polypen im Darm oder eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

"Polypen können allerdings Vorstufen von Krebs sein: Werden sie entfernt, dann entsteht Krebs unter Umständen erst gar nicht."

Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Stuhltest anwenden: So funktioniert der Schnelltest

In der Regel wird der Stuhltest zuhause durchgeführt. Der Patient entnimmt nach dem Stuhlgang mit Hilfe eines Spatels eine geringe Menge Stuhl und gibt diese den Anwendungshinweisen entsprechend auf ein Testbriefchen oder in ein Röhrchen. Dieses wird dann entweder beim Arzt abgegeben oder direkt in ein Labor zur Auswertung geschickt. Rückmeldung bekommt der Patient nur dann, wenn das Ergebnis einen auffälligen Befund zeigt, also Blut im Stuhl nachgewiesen wird.

Bei manchen Toiletten landet der Stuhl direkt im Wasser, was die Entnahme der Probe erschwert. Haben Sie solch eine Toilette, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach speziellen Einsätzen für die Stuhlprobe. Diese sind wie eine Art Auffangnetz. Viele Stuhlproben-Sets enthalten bereits ein solches Papier. Auch etwas Toilettenpapier als Unterlage kann helfen.

„Außerdem hinterlässt nicht jeder Darmkrebs oder Polyp Blutspuren im Stuhl. Aus diesem Grund übersieht ein einzelner Stuhltest etwa 30 % der Tumore und viele Polypen. In diesem Fall spricht man von einem „falsch-negativen“ Testergebnis. Es ist deshalb wichtig, dass man Darmbeschwerden, die einem Sorgen machen, ernst nimmt – auch wenn der letzte Test unauffällig war.“

gesundheitsinformation.de

Stuhltest: die richtige Vorbereitung

Ihr Arzt wird Ihnen erklären, worauf Sie vor der Entnahme der Stuhlprobe achten sollen und wann der beste Zeitpunkt für den Stuhltest ist. Beispielsweise sollten Sie drei Tage vor der Entnahme auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten. Auch Blumenkohl, Brokkoli und Bananen sind tabu, da sie das Testergebnis verfälschen können. Große Mengen Vitamin C können das Ergebnis ebenfalls beeinflussen. Ein Plus an Ballaststoffen hingegen ist wichtig, etwa in Form von Müsli oder Vollkornbrot.

Frauen sollten nach ihrer Periode einige Tage warten, bis sie die Stuhlprobe für den Stuhltest entnehmen und an das Labor schicken. Sonst kann es zu einem falschen Ergebnis kommen.

Wie sinnvoll ist der Stuhltest?

Studien haben gezeigt, dass der Stuhltest sieben von 1.000 Menschen nützlich ist, weil bei ihnen Darmkrebs entdeckt wurde, der ohne Stuhltest zu diesem Zeitpunkt unbemerkt geblieben wäre. Machen 1.000 Frauen regelmäßig über zehn Jahre hinweg Stuhltests, wird von ihnen innerhalb dieser Zeitspanne bis zu einer Frau weniger an Darmkrebs sterben. Das gleiche gilt für Männer, wie der Krebsinformationsdienst (KID) mitteilt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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