Schadstoffe in Kleidung: Worauf Sie achten sollten
© Yelena Yemchuk/iStock/Thinkstock
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Schadstoffe in Kleidung: Worauf Sie achten sollten

Unsichtbar und doch so gefährlich: Schadstoffe in Kleidung greifen den Körper über lange Zeit hinweg an und können schließlich fatale Auswirkungen haben. Woran es liegt, dass trotz strenger Regelungen kontaminierte Kleidung verkauft wird und wie Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.

So wirken die Chemikalien

Nur manche Schadstoffe in der Kleidung haben eine sofortige Wirkung: Sie stellen zum Beispiel fest, dass Sie immer Kopfschmerzen haben, wenn Sie einen bestimmten Pullover anziehen, oder Sie bekommen Ausschlag von einer Bluse. So unangenehm diese Auswirkungen sind, so einfach ist es doch, das entsprechende Kleidungsstück auszusortieren. Viele der Gifte aber sind heimtückischer: Sie können sich über Jahre hinweg in den Organen ablagern und in späteren Jahren Krebs auslösen. Manche Chemikalien können zu Unfruchtbarkeit führen, andere das Erbgut verändern oder den Hormonhaushalt durcheinanderbringen.

Fertigung im Ausland

Es gibt in der EU wie auch in Deutschland bestimmte Richtlinien für die Höchstwerte von Chemikalien, die bei der Herstellung von Kleidung verwendet werden dürfen. Werden die Kleidungsstücke aber im nichteuropäischen Ausland hergestellt, vor allem in den einschlägigen Billiglohnländern, gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, die Einhaltung dieser Richtwerte zu kontrollieren. Bei der Einfuhr werden bestenfalls Stichproben gemacht, sodass Schadstoffe in der Kleidung oftmals nicht entdeckt werden. Die Zahl der belasteten Textilien kann kaum eingeschätzt werden, aber sie ist hoch.

Unsichtbare Schadstoffe in der Kleidung

Leider gilt die Auszeichnungspflicht für Textilien nur für die verwendeten Fasern und nicht für die Chemikalien, die bei der Herstellung zum Einsatz kommen. Entsprechend hilft es Ihnen kaum, wenn Sie sich das Etikett diesbezüglich anschauen. Welche der rund 700 Chemikalien, die weltweit von der Bekleidungsindustrie verwendet werden, sich in den Stoffen befinden, können Sie so nicht herausfinden. Es gibt aber einige Anzeichen, auf die Sie achten können.

Hinweise auf giftige Chemikalien

Wenn Sie Kleidung im Internet bestellen, den Karton öffnen und direkt einen beißenden, starken Geruch in der Nase haben, schicken Sie das Paket am besten postwendend zurück. Nicht immer aber kann man die gefährlichen Inhaltsstoffe riechen. Achten Sie daher auf Beschreibungen und Hinweise auf den Etiketten, was das Waschen angeht. Wenn Sie ein Kleidungsstück etwa separat waschen sollen, färbt es ab, und somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass es riskante Chemikalien enthält. Auch knitter- und bügelfreie Kleidung wird oftmals mit gesundheitsgefährdenden Stoffen wie Formaldehyd oder Glyxol hergestellt. Waschen Sie alle neuen Kleidungsstücke erst gründlich, ehe Sie sie anziehen. Grundsätzlich gilt, dass in Deutschland hergestellte Kleidung unbedenklicher ist, auch wenn Sie dafür möglicherweise mehr bezahlen müssen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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