Pille danach rezeptfrei: Das müssen Sie beachten
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Pille danach rezeptfrei: Das müssen Sie beachten

Seit 2015 ist die Pille danach in Deutschland rezeptfrei erhältlich. Damit wird vielen Frauen eine schnelle Handhabung gegen eine mögliche Schwangerschaft als Folge ungeschützten Geschlechtsverkehrs geboten. Bei der Anwendung des Präparats müssen allerdings einige Dinge beachtet werden.

Rezeptfrei erhältlich: Die Pille danach

Nach einem Beschluss des Europäischen Arzneimittelausschusses im Jahr 2014 ist die Pille danach als rezeptfrei klassifiziert worden. Diese Entscheidung erleichtert vielen Frauen den Zugang zu dem Medikament, da die Einnahme innerhalb der ersten drei bis fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr erfolgen muss. In der Apotheke können Interessenten die Pille danach rezeptfrei kaufen und erhalten zudem eine intensive Beratung. Ein Besuch des Frauenarztes wird jedoch unterstützend und zum Zwecke der Nachbehandlung ausdrücklich empfohlen.

Wirkung der Pille danach

Es ist wichtig, festzuhalten, dass die Pille danach keine Abtreibung vornimmt. Sie kann jedoch bei einer misslungenen Verhütung eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Es handelt sich also um eine rückwirkende Notfallverhütung. Der Wirkstoff im Präparat verschiebt den Eisprung. Das hat den Effekt, dass die Eizelle zunächst nicht in Richtung Gebärmutter wandert. Diese Verzögerung bewirkt, dass die vorhandenen Spermien absterben, bevor eine Befruchtung der Eizelle stattfinden kann. Nach dem Eisprung oder bei einer schon bestehenden Schwangerschaft wirkt die Pille danach allerdings nicht mehr.

Wer kommt für die Einnahme infrage?

Gebärfähige Frauen ab dem Alter von 14 Jahren können die Pille danach in der Apotheke kaufen. Ein Rezept ist zwar nicht mehr erforderlich, allerdings entfällt bei Vorlage eines solchen bei Frauen bis zu zwanzig Jahren die Rezeptgebühr. Die Notfallverhütung ersetzt jedoch nicht die Einnahme der Pille, sofern auf diese Art verhütet wird.

Nebenwirkungen des Präparats

Obwohl der Wirkstoff als relativ gut verträglich gilt, kann die Einnahme der Pille danach zu Nebenwirkungen führen. Dazu gehören unter anderem Schwindel, Übelkeit und Menstruationsbeschwerden. Wer an einer Leber- oder Nierenerkrankungen leidet, darf die Pille danach nicht einnehmen. Bei Unklarheiten informieren Sie sich unbedingt bei Ihrem Frauenarzt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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