Hausmittel gegen Ohrenschmerzen
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Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Wenn das Ohr im Rahmen einer Erkältung pocht oder eine wechselhafte Witterung für einen "Zug" gesorgt hat, können Ohrenschmerzen die Folge sein. Klingen die Schmerzen nicht binnen weniger Stunden mit etwas Wärme wieder ab oder intensiviert sich sogar, sollte der Besuch beim Arzt erfolgen. Bei leichten Ohrenschmerzen oder für die Überbrückung bis zum Arztbesuch können jedoch manche Hausmittel die richtige Wahl sein.

Der Klassiker: Das Zwiebelsäckchen

Schon die Großmutter wusste um die schmerzlindernde Wirkung von fein gehackten und erwärmten Zwiebeln, die in einem Tuch auf das Ohr gelegt werden. Die Erwärmung kann in einer Pfanne (ohne Öl), alternativ in der Mikrowelle (Temperatur beachten, nur sehr kurze Erwärmzeit) erfolgen. Der Grund für die Linderung liegt in den enthaltenen Senfölglycosiden aus der Zwiebel, die eine keimhemmende Wirkung entfalten. Die Temperatur sollte ungefähr körperwarm gewählt werden, damit sich die Öle entfalten und das Ohr nicht verbrannt werden kann. Somit lindert das Zwiebelsäckchen durch die Nutzung von mindestens einer halben Stunde leichte Ohrenschmerzen äußerst effizient. 

Senfmehl-, Kartoffel- und Ölwickel

Eine vergleichbare Wirkung wie das Zwiebelsäckchen erzielen Sie auch mit anderen Wickeln und Säckchen. Senfmehlwickel, bei denen Senfsamen gestoßen und in warmem Wasser aufgelöst mit einem Baumwollwickel an das Ohr gebracht werden, enthalten ebenfalls die Senfölglycoside. Wickel mit Kartoffeln (gekocht und zerstampft) oder Pflanzenölen bleiben aufgrund der Konsistenz der gewählten Hausmittel lange warm und sorgen für Entspannung und Schmerzlinderung. Achten Sie dabei stets darauf, dass keine Substanzen wie Öl oder Wasser in das Ohr fließen können.

Kirschkern-, Dinkel- und Kräuterkissen

Kirschkerne und Dinkel gelten heute als beliebte Füllung in Wellness-Kissen, die für die sanfte Wärmeübertragung zur Schmerzlinderung eingesetzt werden können. Die Kissenfüllung wird hierfür an einer Wärmequelle leicht erhitzt (z.B. auf der Heizung oder im Ofen). Die Materialien nehmen die Wärme gut auf und speichern diese, ohne sich zu überhitzen. Ein Verbrennen wie bei einer Wärmflasche mit heißem Wasser ist somit ausgeschlossen. Die dezente Wärme wird dabei langfristig an die Körperstelle übertragen, auf der das Kissen aufgelegt wird. Kommen die Ohrenschmerzen in Kombination mit Erkältungssymptomen, kann die Ursache der unzureichende Abfluss von Sekreten aus den Nasennebenhöhlen sein. Kräuterkissen mit Eukalyptus, Thymian oder Tannenölen können daher helfen, die Nebenhöhlen zu befreien und den Schmerz im Ohr zu lindern.

Wenn Wärme die Ohren quält: Kühle Wickel

Während einige Arten von Ohrenschmerzen auf Wärme gut ansprechen, wird die Wärme bei einer Mittelohrentzündung häufig als unangenehm oder gar schmerzverstärkend empfunden. Dann können kühle Wickel mit Quark eine Alternative sein, um die Zeit bis zum dringend erforderlichen Arztbesuch zu überbrücken.

Ohrenschmerzen mit Hausmitteln lindern

Damit die Ohrenschmerzen durch die Hausmittel optimal gelindert werden können, sollten Sie auf Ruhe und Entspannung für den Erkrankten achten. Eine gute Flüssigkeitszufuhr hilft dem Körper und dem Immunsystem, da hierdurch beispielsweise die Sekretproduktion gefördert wird. Sorgen Sie dafür, dass der Körper und die Hals-Kopf-Partie sanft warm gehalten und nicht unterkühlt werden (auch bei kühlenden Wickeln). Sollten die Ohrenschmerzen, unabhängig von der Intensität, über mehr als 24 h andauern, ist ein Besuch beim Arzt unbedingt notwendig, um Komplikationen und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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