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grafik von nierensteinen im körper
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Nierensteine: Was ist eine Nephrolithiasis?

Schätzungen zufolge leiden etwa 5-10% der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben unter Nierensteinen. Dabei sind Männer deutlich häufiger von einer Nephrolithiasis betroffen als Frauen. Aber was genau sind eigentlich Nierensteine?

Nierensteine sind kristalline Urinprodukte

Genaugenommen handelt es sich bei Nierensteinen (Nephrolithiasis) um kristallisierte Urin-Ablagerungen. Zu Nierensteinen kommt es, wenn sich bestimmte Substanzen vom menschlichen Urin absondern und zu Steinen formieren, die sich wiederum in Nieren, Nierenbecken und Harnleitern absetzen (in letzterem Fall werden sie als „Harnleitersteine“ bezeichnet). Meist handelt es sich bei den aus dem Urin abgesonderten Substanzen um Ionenverbindungen und weitere Urinbestandteile, deren Konzentration so stark erhöht ist, dass sie sich nicht auflösen, sondern sich vom Urin lösen und zur Steinbildung tendieren. 

Nierensteine: Verschiedene Klassifizierungen

Bei Nierensteinen wird zwischen verschiedenen Nierenstein-Arten unterschieden. Die Klassifikation der spezifischen Nierenstein-Art ergibt sich aus der substanziellen Zusammensetzung der Nierensteine.

Die häufigsten Nierenstein-Arten sind:

  • Kalzium-Steine: Bei kalziumhaltigen Steinen handelt es sich um die häufigste Form von Nierensteinen (etwa 80%). Die meisten Calcium-Steine entwickeln sich zu sogenannten Kalziumolaxat- oder Kalziumphosphat-Steinen.
  • Harnsäuresteine (Urat-Steine): Harnsäuresteine sind die zweithäufigste Form bei Nierensteinen (etwa 15%). Hier übersteigen die Harnsalze ihr Löslichkeitsprodukt, sodass sogenannte Urate ausfallen und sich zu Urat-Steinen formieren.
  • Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine: Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine bilden etwa 6% der Nierenstein-Arten und setzt sich aus abgelösten Phosphaten zusammen, die durch die Spaltung von Ammoniumionen und Kohlendioxid entstehen. Dieser Prozess wird in der Regel durch das Enzym Urease begünstigt.
  • Zystin-Steine: Bei Zystin-Steinen handelt es sich um eine eher seltenere Form der Nierensteine (etwa 2%), die sich aus einer Überkonzentration der Aminosäure Cystin im Körper ergeben.

Durch die fortschreitende Kristallisierung von Urin-Substanzen können sich die Nierensteine vergrößern, indem sie zu immer größeren Klumpen zusammenwachsen. So können Nierensteine zwischen 5 und 10 Millimetern groß werden.

Nierensteine: Nierenkoliken bei Ablagerung im Harnleiter

Setzen sich die Nierensteine in den Harnwegen ab (Mediziner sprechen in diesem Fall von „Harnsteinen“), kann es zu starken Schmerzen bei Betroffenen kommen. Diese Schmerzen werden auch Nierenkoliken genannt und äußern sich unter anderem durch starke Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen beim Wasserlassen. Auch Blut im Urin ist beim Auftreten von Harnsteinen denkbar.

Mehr zu den Nierenstein Symptomen erfahren Sie hier.

Welche Gründe gibt es für Nierensteine?

Es gibt unterschiedliche Gründe für die Entstehung von Nierensteinen. Die Entstehungsgrundlage entscheidet über die Nierenstein-Art: Kommt es im menschlichen Körper beispielsweise zu einer Störung der Kalzium-Stoffwechselprozesse, kann dies zur Bildung von Kalzium-Steinen führen.

Nierensteine Ursachen: Störungen des Harnsäure Stoffwechsels und mehr

Weiterhin können Störungen des Harnsäure-Stoffwechsels zu einer Überproduktion von Harnsäure führen, was wiederum die Entstehung von Harnsteinen begünstigt. Aber auch bestimmte Erkrankungen wie Tumore, Stoffwechselerkrankungen, Harninfektionen, Nierenbeckeninfektionen sowie eine fleischlastige oder oxalsäurereiche Ernährung können eine Rolle bei der Entstehung von Nierensteinen spielen.

Mehr zu den Ursachen von Nierensteinen erfahren Sie hier.

Nierensteine: Untersuchung und Therapie

Beim Verdacht auf Nierensteine kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz. Der zuständige Facharzt (ein Internist oder ein Nephrologe) kann mit einer Ultraschall- bzw. Röntgenuntersuchung den Urogenitaltrakt des Patienten untersuchen. Neben den konventionellen, bildgebenden Verfahren sind aber auch weitere Methoden denkbar, wie etwa eine Blasenspiegelung mit einem speziellen Endoskop („Zystoskop“). Auch Urinproben, die im Labor auf Leukozyten und weitere Anzeichen für Infektionen untersucht werden, kommen bei der Diagnose zum Einsatz.

Bestätigt der zuständige Facharzt den Verdacht der Nierensteine, gibt es unterschiedliche Nierensteinbehandlungen. Diese reichen – je nach Entstehungsursache – von einer Ernährungsumstellung über eine medikamentöse Therapie bis hin zur operativen Entfernung der Nierensteine. Letzteres kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Nierensteine so groß sind, dass sie sich nicht von selbst ausscheiden lassen.

Alles wichtige zur Behandlung von Nierensteinen erfahren Sie hier.

Quellen:

Netdoktor.de: Nierensteine

Apotheken-Umschau.de: Nieren- und Harnwegserkrankungen: Was hilft gegen Nierensteine?

Wikipedia.org: Nierensteine

Internisten-im-Netz.de: Was sind Nierensteine?

Flexikon.doccheck.com: Calciumstein

Flexikon.doccheck.com: Harnsäurestein

Flexikon.doccheck.com: Zystinstein

Netdoktor.de: Nierenstein Behandlung

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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