Nebenniereninsuffizienz: Symptome, Ursache und Therapie
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Nebenniereninsuffizienz: Symptome, Ursache und Therapie

Eine Nebenniereninsuffizienz ist eine Unterfunktion der hormonproduzierenden Nebenniere. Die Ursachen sind dabei so verschieden wie die Symptome der Krankheit. Einmal diagnostiziert lässt sich der Hormonverlust gut mit Medikamenten ausgleichen. Erfahren Sie hier mehr, um mögliche Funktionsstörungen rechtzeitig zu erkennen.

Was machen die Nebennieren?

Die Nebenniere ist eine in Nebennierenrinde und Nebennierenmark unterteilte Hormondrüse. In ihrer Gesamtheit produzieren und verarbeiten die Nebennieren verschiedene Botenstoffe, wie etwa die Stresshormone Cortisol und Adrenalin oder Vorstufen von Sexualhormonen. Sie sind daher an der Regulierung folgender Körperfunktionen beteiligt:

• Stress
• Blutdruck
Blutzuckerspiegel
• Eiweißstoffwechsel
• Immunsystem
• Knochenstoffwechsel
• Libido

Allgemeine Symptome einer Nebenniereninsuffizienz

Da die Nebenniere an sehr vielen verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt ist, sind auch die Symptome einer Nebennierenunterfunktion breit gefächert. Anzeichen für eine Unterfunktion können sein:

• niedriger Blutdruck
• niedriger Blutzuckerspiegel
• Natriummangel
• Schwindel, Ohnmacht
• Herzrasen
• Übelkeit, Erbrechen
• Durchfall, Verstopfung
• Abgeschlagenheit, Müdigkeit
• Neigung zum Frösteln
• nächtlicher Harndrang
• Schmerzen in Muskeln, Knochen und Gelenken

Symptome einer Nebenniereninsuffizienz bei Frauen

Das Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist die Vorstufe zu den Sexualhormonen Östrogen und Testosteron. Produzieren die Nebennieren aufgrund der Unterfunktion nur noch wenig bis kein DHEA mehr, kommen Männer mit dem Hormonmangel meist gut zurecht, während sich bei Frauen folgende Symptome der Nebenniereninsuffizienz zeigen können:

• trockene Haut
• Haarausfall im Achsel- und Schambereich
• geringe Libido

Symptome einer Nebenniereninsuffizienz bei Kindern & Jugendlichen

Neben den allgemeinen Symptomen einer Nebenniereninsuffizienz geben bei Kindern und Jugendlichen oft noch folgende Phänomene einen Hinweis auf hormonelle Probleme:

• langsames Wachstum
• verzögerte Pubertät
• Verschlechterung der schulischen Leistungen

Morbus Addison: Ursachen einer primären Nebenniereninsuffizienz

Bei einer primären Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison) ist die Nebenniere selbst erkrankt. Das kann angeboren sein. Aber auch durch autoaggressive Immunreaktionen kann die Nebennierenrinde zerstört und dadurch eine Nebennierenrindeninsuffizienz herbeigeführt werden.

Bei Morbus Addison färbt sich die Haut relativ früh bräunlich, andere Symptome der Krankheit treten aber erst auf, wenn bereits rund 90 Prozent der Nebennierenrinde zerstört sind.

Ursachen einer sekundären Nebenniereninsuffizienz

Bei einer sekundären Nebenniereninsuffizienz sind die Nebennieren selbst gesund, bekommen aber aufgrund einer Störung der Hypophyse, also der Hirnanhangdrüse, nicht genügend von dem Hormon Adrenocortocotropin (ACTH), um Cortisol zu bilden. Gründe dafür können sein:

• Entzündungen, z.B. durch Tuberkulose
• Tumore
• Verletzungen im Schädelbereich
• Autoimmunreaktionen
• Durchblutungsstörungen

Auch Medikamente können die ACTH-Bildung stören. Dazu gehören zum Beispiel Betablocker sowie einige Herzmedikamente.

Ursachen einer tertiären Nebenniereninsuffizienz

Bildet der Körper nicht genügend CRH – ein Hormon, das die Ausschüttung von ACTH aktiviert, kommt es am Ende der Reaktionskette ebenfalls zu einer Nebennierenunterfunktion. Am häufigsten passiert das, wenn intensive Cortisontherapien abrupt abgesetzt werden.

Diagnose & Therapie von Nebennierenunterfunktionen

Es gibt mehrere Tests auf Nebenniereninsuffizienz:

• Messung des ACTH-Werts im Blut
• Stimulationstest mit ACTH und Messung des Cortisolwertes
• Antikörpertest im Gewebe der Nebennierenrinde
• Kernspintomografie (MRT) des Gehirns

Heilbar ist die Nebennierenunterfunktion nicht, aber durch Medikamente können die fehlenden Hormone ersetzt werden. Zuständiger Facharzt ist der Endokrinologe.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SB
Autor/-in
Sarah Berger
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