Macht Lippenbalsam süchtig? Das steckt hinter dem Beauty-Mythos
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Macht Lippenbalsam süchtig? Das steckt hinter dem Beauty-Mythos

Geschmeidige Lippen wirken attraktiv und fühlen sich angenehm an – dafür sorgen unter anderem diverse Pflegestifte. Aber macht Lippenbalsam süchtig? Wir haben den Beauty-Mythos unter die Lupe genommen.

Süchtig nach Lippenpflege: Ursache des Gewöhnungseffekts

Wenn eisiger Wind, Sonne oder Heizungsluft die Lippen austrocknet, werden sie rissig und fühlen sich spröde an. Die meisten Frauen greifen dann schnell in die Handtasche, um einen Pflegestift herauszuangeln, der den Lippen ruckzuck wieder Feuchtigkeit verleiht. Doch die ständigen Pflege-Offensiven bleiben nicht ohne Nebenwirkungen. Die Talgdrüsen der Lippen, die die sensible Haut mit Fett und Feuchtigkeit versorgen, drosseln nach und nach ihre Aktivität, wenn die Lippen ausreichend Pflege von außen erhalten.

Nun setzt ein Kreislauf ein, der zu dem Beauty-Mythos führte, dass Lippenbalsam süchtig macht: Die Lippen trocknen wieder aus, die Talgdrüsen verschlafen aber ihren Einsatz und deshalb wird immer häufiger zum Lippenbalsam gegriffen. Bald ist er als ständiger Wegbegleiter nicht mehr wegzudenken. Aber ist man dann wirklich schon süchtig nach Labello und Co.? Im übertragenen Sinne ja, denn bei regelmäßiger Anwendung tritt ein Gewöhnungseffekt auf, sodass der Lippenpflegestift immer häufiger zum Einsatz kommt. Von einer richtigen Sucht zu sprechen, ist jedoch übertrieben.

Ungesunde Bestandteile der Lippenpflege

Ein weiteres Problem: Neben einigen wertvollen Pflegestoffen wie Glycerin enthalten viele Lippenstifte auch bedenkliche Wirkstoffe. Mineralöl steht dabei ganz oben auf der Liste. Es überzieht die Lippen mit einem dünnen, wasserundurchlässigen Film – die Haut fühlt sich kurzfristig angenehm elastisch und gepflegt an. Doch das Gefühl trügt, das Gegenteil ist der Fall. Mineralöle lassen die Haut aufquellen. Sie verliert infolgedessen vermehrt Feuchtigkeit und trocknet aus. Der nächste Griff zum Pflegestift ist damit vorprogrammiert.

Auf der Liste der kosmetischen Inhaltsstoffe verstecken sich Mineralöle häufig hinter anderen Bezeichnungen, darunter zum Beispiel “Paraffinöl”, “Petrolatum” (Vaseline), “Mineral Oil” und “Parafinwachs”.

Von der “Sucht” loskommen

Wenn Sie bereits merklich oft zum Lippenpflegestift greifen, heißt das aber nicht, dass Sie davon gar nicht mehr loskommen. Am besten gehen Sie das Ganze schrittweise an. Reduzieren Sie über einige Wochen hinweg den Einsatz des Pflegestifts und greifen Sie nur noch ganz bewusst zum Lippenbalsam. Je weiter Sie den Zeitpunkt hinauszögern, an dem Sie Ihren Lippen wieder künstlich Fette zuführen, desto aktiver werden Ihre Talgdrüsen. Übernehmen diese wieder ihren Job, erholen sich die Lippen vom Gewöhnungseffekt, den der Pflegestift ausgelöst hat, und sorgen selbstständig wieder für ausreichend Feuchtigkeit.

Zudem lohnt sich ein genauer Blick auf die Wirkstoffliste Ihres Pflegestifts. Von mineralölhaltigen Produkten sollten Sie aus den oben genannten Gründen lieber die Finger lassen. Greifen Sie besser zu einem Pflegestift aus der Naturkosmetik. Diese enthalten anstelle des Mineralöls in der Regel Stoffe wie Kokosöl, Jojobaöl oder Sheabutter.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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