Kupferkette: Verhütungsmittel ohne Hormone
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Kupferkette: Verhütungsmittel ohne Hormone

Für Frauen, die ein sicheres Verhütungsmittel ohne Hormone suchen, kann eine Kupferkette das Richtige sein. Diese wird in die Gebärmutter eingebracht und schützt zuverlässig vor ungewollten Schwangerschaften. Wie wirkt die Kupferkette und was sind die Vor- und Nachteile? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen.

Was ist eine Kupferkette?

Die von einem belgischen Arzt entwickelte Form der Verhütung ist in Deutschland seit 2012 erhältlich. Bei dem Verhütungsmittel ohne Hormone handelt sich um eine Weiterentwicklung der Kupferspirale. Dafür wird ein dünner Kunststofffaden genutzt, an dem je nach Länge des Fadens vier bis sechs kleine Kupferzylinder platziert werden – wie die Perlen einer Kette. Die Länge der Kupferkette richtet sich nach der Größe der Gebärmutter.

Wie wirkt das Verhütungsmittel?

Die Kupferkette ist ein sogenanntes Intrauterinpessar, das in die Gebärmutter eingebracht wird. Die Kupferkette setzt kontinuierlich Kupfer-Ionen frei. Diese Ionen bremsen die Spermien in ihrer Beweglichkeit und verhindern so eine Befruchtung. Zudem wirken die Kupfer-Ionen auch auf die Eileiter, sodass das befruchtete Ei nicht weiter in die Gebärmutter transportiert werden kann. Als zusätzliche Sicherheit wird die Gebärmutterschleimhaut durch die Kupferkette mechanisch gereizt. Dies verhindert, dass sich das befruchtete Ei einnisten kann. Auf diese Weise kann die Kupferkette sogar eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, wenn sie rechtzeitig nach einer Verhütungspanne eingesetzt wird.

Für wen eignet sich die Kupferkette?

Prinzipiell ist die Kupferkette für alle Frauen geeignet, die längere Zeit verhüten möchten. Auch junge Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, können das Verhütungskettchen nutzen. Besonders kommt die Kette für diejenigen in Frage, die bei Hormonpräparaten starke Nebenwirkungen befürchten. Dies gilt insbesondere bei einem erhöhten Thrombose-Risiko oder nach einer Brustkrebserkrankung.

Aufgrund ihrer schnellen Wirkung kann die Kupferkette auch als Alternative zur “Pille danach” dienen, wenn sie bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex eingesetzt wird.

Wie sicher ist die Kupferkette?

Die Sicherheit eines Verhütungsmittels wird durch den sogenannten Pearl-Index angegeben. Dieser liegt bei der Kupferkette bei 0,1 bis 0,5 – das bedeutet, dass 1 bis 5 von 1.000 Frauen trotz Verwendung der Kette schwanger werden. Damit soll das Verhütungsmittel sogar sicherer sein als die Pille, die einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 hat. Obendrein beeinflusst die Kupferkette weder den Zyklus noch die langfristige Fruchtbarkeit. Auch kann sie vom Gynäkologen schnell entfernt werden, sobald sich die Familienplanung ändert und eine Schwangerschaft gewünscht wird.

Wie wird das Verhütungsfädchen eingesetzt?

Die Kupferkette wird während der Periode eingebracht, weil der Muttermund dann auf natürliche Weise geweitet ist. Da das Einsetzen der Kupferkette etwas komplizierter ist als das der Kupferspirale, sollte der Gynäkologe genügend Erfahrung mit diesem Verhütungsmittel haben. Die Patientin bekommt eine leichte Schmerzmedikation. Mithilfe eines Applikators und einer Nadel wird die Kupferkette im Muskel der Gebärmutterwand fest verankert. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht verrutschen kann. Die Kupferkette kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben, sollte aber regelmäßig vom Frauenarzt kontrolliert werden. Frauen, die sich für dieses Verhütungsmittel ohne Hormone entscheiden, müssen mit Kosten von 250 bis 400 Euro rechnen.

Vor- und Nachteile der Kupferkette

Die Kupferkette ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, so dass keine hormonbedingten Nebenwirkungen auftreten. Frauen, die sich für die Kupferkette entschieden haben, müssen nicht befürchten, innerhalb kurzer Zeit an Gewicht zuzunehmen oder weniger Lust auf Sex zu haben. Diese Nebenwirkungen werden der Pille zugeschrieben. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kupferkette flexibler ist als die Kupferspirale und sich der Form der Gebärmutter leichter anpasst. Als Nachteil gilt, dass die Kupferkette aufgrund des in der Scheide verbleibenden Faden-Endes unter Umständen zu aufsteigenden Infektionen führen kann.

Für wen ist die Kupferkette nicht geeignet?

Frauen mit einer angeborenen Fehlbildung der Gebärmutter sollten die Kupferkette ebenso wenig benutzen wie Frauen mit einer Kupferallergie oder der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ausführlich über die Kupferkette beraten und wägen Sie dann mit ihm zusammen ab, ob diese Verhütungsmethode für Sie geeignet ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

C K
Autor/-in
Christopher Kiel
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