Kinesio-Tape: 4 Fakten zu den bunten Klebebändern und ihrer Wirkung
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Kinesio-Tape: 4 Fakten zu den bunten Klebebändern und ihrer Wirkung

Das bunte Kinesio-Tape soll bei Sportlern die Leistungsfähigkeit erhöhen und bei Verletzten den Heilungsprozess beschleunigen. Wie kommt diese Wirkung zustande? Ist sie messbar oder ein Placebo-Effekt? Diese 4 Fakten über Kinesio-Tapes sollten Sie kennen.

Die Dehnung macht den Unterschied

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Pflaster wird ein Kinesio-Tape erst geklebt, wenn Muskeln und Haut darunter eine bestimmte Dehnung haben. So soll das elastische Band die Haut bei jeder Bewegung leicht massieren und auf diese Weise schmerzlindernd und stoffwechselanregend wirken. Die Rückbildung der Muskeln während der Heilung einer Verletzung oder Stauungen in den Blutgefäßen sollen dadurch vermieden werden, so die Befürworter.

Die Farbe ist eine Glaubensfrage

Das klassische Kinesio-Tape gibt es in vier Farben: Hellblau, Rot, Schwarz und Hautfarbe. Ob die Farben jeweils eine unterschiedliche Wirkung haben, ist selbst unter eingefleischten Kinesio-Fans umstritten. Die einen sind überzeugt, dass die Rottöne eher stimulierend wirken und das Blau eher beruhigt und entspannt. Hautfarbene Tapes seien neutral, schwarze sorgen für Stabilität. Die Gegenfraktion hält die Farben für eine pure Geschmacksfrage.

Kinesio-Tapes sind häufig verunreinigt

Tester der Zeitschrift “Ökotest” interessierten sich weniger für die Wirkung von einem Kinesio-Tape. Stattdessen prüften sie die Inhaltsstoffe der bunten Bänder. Mit einem schockierenden Ergebnis: Mehr als die Hälfte der untersuchten Tapes enthielt sogenannte halogenorganische Verbindungen, die als Lösungs- und Konservierungsmittel in Farben, Lacken und Klebstoffen vorkommen. Bei Hautkontakt können dadurch Allergien oder sogar Krebs begünstigt werden.

Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt

Für die Wirkung vom Kinesio-Tape sprechen bislang allein praktische Beobachtungen, ein wissenschaftlicher Beleg fehlt bis jetzt. Im Gegenteil: Für eine Studie beklebten spanische Forscher zwei Gruppen von Patienten mit Rückenschmerzen mit Kinesio-Tapes. Bei der einen Gruppe wurden die Probanden exakt nach den Vorgaben des Tape-Erfinders Kenzo Kase behandelt. Bei der zweiten Gruppe klebten die Forscher nach Lust und Laune. Das Resultat: Beide Gruppen berichteten über signifikante Verbesserungen ihrer Schmerzen. Nach dieser Studie scheint die Wirkung eines Kinesio-Tapes vor allem auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen zu sein.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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