Jackfruit als Fleischersatz? 3 Fakten über die Trendfrucht
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Jackfruit als Fleischersatz? 3 Fakten über die Trendfrucht

Seitan, Tofu und Tempeh sind als Alternative zu tierischen Produkten längst kein Geheimtipp mehr. Die Jackfruit als Fleischersatz ist ein weiterer Trend, der Vegetariern und Veganern die Möglichkeit bietet, ohne ethische Bedenken Gulasch, Burger und Co. zu genießen. Hier erfahren Sie mehr über die Tropenfrucht.

1. Unreife Jackfruit schmeckt fast so wie Fleisch

Die Jackfruit wird auch als Jackbaumfrucht, Jackfrucht oder Jakobsfrucht bezeichnet. Ihr Baum gehört zu den Maulbeergewächsen – wie auch der Feigenbaum. Die Früchte wachsen direkt am Stamm und können abhängig von der Sorte bis zu 40 Kilogramm schwer werden. Sie sind grün, gelb oder rötlich, haben eine noppige Schale und ähneln von der Form her an Avocados. Das Fruchtfleisch ist gelblich und erinnert durch seine faserige Konsistenz an Fleisch.

Allerdings lässt sich nur eine unreife Jackfruit als Fleischersatz verarbeiten, da sie in diesem Zustand kaum Eigengeschmack mitbringt. Mit herzhaften Marinaden und Gewürzen bekommt sie dann tatsächlich ein fleischähnliches Aroma. Das Fruchtfleisch muss vor dem Verzehr gekocht oder gebraten werden, da es sonst zu hart ist. Es eignet sich für Currys, Gulasch, Burger und Wraps. Reife Jackfrüchte schmecken süß und fruchtig, sodass sie sich eher für Desserts eignen.

2. Eignet sich die Jackfruit als Fleischersatz? Nährstoffe der Frucht

Fleisch enthält viel hochwertiges und für den Körper leicht verfügbares Protein, außerdem Eisen, Zink und verschiedene B-Vitamine. Die Jackfruit hingegen ist reich an Kalium, Kalzium, Magnesium, Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Ihr Proteingehalt ist jedoch eher gering. Auch als Eisen- und Zinklieferant ist sie ungeeignet. Sie ist durchaus gesund, in ihrem Nährstoffgehalt aber keineswegs mit Fleisch vergleichbar, sondern eher mit Kartoffeln. Sojaprodukte wie Tofu und Tempeh sowie das Weizenprodukt Seitan eignen sich besser als Fleischersatz, wenn es um den Nährstoffgehalt geht, da sie sehr proteinreich sind.

3. Ökobilanz der Jackfruit ist leider schlecht

Wer nicht nur aus Tierschutzgründen auf Fleisch verzichtet, sondern auch ökologische Motive dafür hat, ist mit der Jackfruit als Fleischersatz nicht gut beraten. Die Früchte wachsen nur in den Tropen, werden dort verarbeitet und in Folien oder Dosen verpackt sowie tiefgekühlt den weiten Weg nach Europa transportiert. Zudem werden die Bäume in Thailand, Indien und Bangladesch häufig als Monokulturen in riesigen Plantagen angebaut und nehmen anderen Pflanzen und Tieren dort den Lebensraum.

Im Großen und Ganzen ist die Ökobilanz der Jackfruit in Deutschland also bisher nicht viel besser als die von Fleisch. Wenn Sie die Jackfrucht dennoch probieren möchten, gibt es inzwischen einige wenige Anbieter, die sich um biologischen Anbau der Jackbäume bemühen, und ihre Ware im Internet verkaufen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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