Häufiger Harndrang: Wie viel ist normal?
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Häufiger Harndrang: Wie viel ist normal?

Je mehr wir trinken, desto häufiger müssen wir auf Toilette. So weit, so harmlos. Doch häufiger Harndrang kann auch andere Ursachen haben. Wie er entsteht und was dahinter stecken kann, erfahren Sie hier.


Wodurch entsteht häufiger Harndrang?


Häufiger Harndrang hat in vielen Fällen einen harmlosen Hintergrund. Allen voran meldet sich die Blase natürlich dann verstärkt, wenn wir mehr Flüssigkeit zu uns genommen haben als gewöhnlich. Die Flüssigkeit sammelt sich, versetzt mit den Abbauprodukten unserer Verdauung, als Urin in der Harnblase. Bis zu einem halben Liter kann die Blase aufnehmen, dann ist sie voll und wir spüren einen Harndrang, sprich das Bedürfnis, uns zu erleichtern.


Über ihre Muskeln im Blasen- und Beckenbereich können gesunde Menschen die Blasenentleerung bewusst steuern. Zwei bis drei Liter Urin scheiden wir durchschnittlich pro Tag aus, bis zu zehn Blasenentleerungen täglich – im Einzelfall auch mehr – liegen also durchaus im Normalbereich.


Neben der erhöhten Flüssigkeitsaufnahme können auch Alkohol, Tee oder entwässernde Medikamente dafür sorgen, dass zeitweise häufiger Harndrang auftritt. Auch psychischer Stress kann dazu führen, dass Menschen öfter das Bedürfnis verspüren, die Blase zu leeren. Diese Beschwerden sollten allerdings nach wenigen Tagen wieder abklingen.


Welche Erkrankungen sind möglich?


Tritt häufiger Harndrang auch ohne höhere Flüssigkeitsmenge auf, könnte das ein Anzeichen einer Erkrankung sein. Zum Beispiel ist es möglich, dass sich aufgrund einer Herzschwäche Wasser in den Beinen ansammelt, das beim Liegen während wieder ausgeschwemmt wird und dabei Harndrang verursacht. Eine weitere Möglichkeit ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die oft mit starkem Durst einhergeht.


Bei älteren Männern kann auch eine Prostatavergrößerung die Ursache für die Beschwerden sein. Die vergrößerte Prostata drückt auf die Harnröhre und behindert dabei die komplette Blasenentleerung. Die zurückgebliebene Menge Urin meldet sich bald darauf erneut. Bei Frauen ist es oft eine überaktive Blase, die sogenannte Reizblase, die für den häufigen Harndrang verantwortlich ist. Dahinter steckt vermutlich eine Überaktivität bzw. eine Fehlfunktion der Blasenmuskeln.


Verspüren Sie dauerhaft einen verstärkten Harndrang oder müssen Sie über einen längeren Zeitraum mehrfach in der Nacht aufstehen, um Ihre Blase zu entleeren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob nicht tatsächlich eine Erkrankung Ursache Ihrer Beschwerden ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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