Sichelfuß erkennen und beheben: Das sollten Sie beachten
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Sichelfuß erkennen und beheben: Das sollten Sie beachten

Als Sichelfuß bezeichnen Mediziner eine Fehlstellung, die besonders häufig Babys betrifft. Aber wie sieht ein Sichelfuß eigentlich aus? Und können auch Erwachsene daran leiden? Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu Symptomen, Ursachen und Behandlung.

An diesen Symptomen erkennen Sie den Sichelfuß

Typisch für den Sichelfuß ist der nach innen gedrehte Vorderfuß: Die Fußspitze und der Mittelfuß sind so eingedreht, dass die Fußform einer Sichel ähnelt. Auch die Zehen sind bei dieser Fehlstellung nach innen gebogen. Mediziner sprechen dann von einer Adduktionsstellung, die wissenschaftliche Bezeichnung des Sichelfußes lautet Pes adductus.

Der große Zeh kann im Grundgelenk nach innen gerichtet sein. Dieser sogenannte Hallux varus ist das Gegenteil des nach außen gerichteten Hallux valgus.

  • Der Gang der Betroffenen ist nach innen gerichtet.
  • Der Mittelfuß versteift. 
  • Gelenke im Fuß, in den Knien oder in der Hüfte nutzen sich schneller ab: Es kommt zur Arthrose.

Diese Ursachen hat der Sichelfuß

Ein Sichelfuß kann sowohl angeboren sein als auch nach der Geburt entstehen. Für den schon vor der Geburt bestehenden Sichelfuß gibt es in erster Linie zwei Ursachen:

  • Es wird angenommen, dass ein Platzmangel in der Gebärmutter in den letzten Schwangerschaftswochen die sichelartige Fußstellung verursacht. Diese Theorie wird durch die Beobachtung gestützt, dass der Sichelfuß bei Frühchen nur sehr selten vorkommt.
  • Darüber hinaus kann der Sichelfuß erblich bedingt sein. Allerdings nur, wenn sowohl die Mutter als auch der Vater das entsprechende Erbgut tragen.
Ein weiterer Risikofaktor:

Liegt ein Baby häufig auf dem Bauch, kann sich ein Sichelfuß auch nach der Geburt bilden. Dadurch, dass die Zehen regelmäßig auf dem Boden aufliegen, dreht sich der Vorderfuß nach innen. 

Der postnatale Sichelfuß kann durch häufige Bauchlage des Babys entstehen. 
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Der postnatale Sichelfuß kann durch häufige Bauchlage des Babys entstehen. 

Sichelfuß-Behandlung bei Babys und Erwachsenen

In vielen Fällen ist eine Behandlung des Sichelfußes nicht nötig, da sich ein Sichelfuß mit der Zeit von alleine korrigiert. Bis zu 90 Prozent der Fälle heilen auf diese Weise. 

Tritt die Normalstellung nicht automatisch ein, hilft es, den Babyfuß unter Anleitung eines Arztes wiederholt und behutsam mit den Händen in die normale Position zu bringen. Das dehnt die Fußinnenseite und vermindert auf diese Weise die Fehlstellung.

Sichelfuß vorbeugen: So geht's

Um zu verhindern, dass Babys nach der Geburt einen Sichelfuß entwickeln, sollten Eltern ihre Kinder nicht zu lange auf den Bauch legen. Falls das Baby öfter auf dem Bauch liegt, hilft es, die Unterschenkel mit Schaumstoffringen zu polstern. So berühren die Füße nicht den Boden und es können keine Verformungen entstehen. 

Bei stärkerer Ausprägung des Sichelfußes wendet der Arzt Gipsverbände an, um die Fehlstellung langsam zu korrigieren. Im Anschluss halten Lagerungsschalen für die Nacht den Fuß in der richtigen Position. Tagsüber sorgen spezielle Einlagen in den Schuhen für Stabilität. Ein erhöhter Innenrand wirkt der Fehlstellung entgegen. Krankengymnastik kann die Heilung des Fußes ebenfalls unterstützen.

Physiotherapeutische Übungen helfen dabei, den Sichelfuß zu korrigieren.
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Physiotherapeutische Übungen helfen dabei, den Sichelfuß zu korrigieren.

Helfen die beschriebenen konservativen Methoden nicht, kommt eine Operation in Betracht. Bei dem Eingriff werden zum Beispiel Sehnen oder Muskeln verändert. Anschließend entlastet ein Gips den Fuß. Zudem können im Rahmen einer Sichelfuß-Operation bestimmte Gelenkkapseln entfernt werden, um den Fuß neu auszurichten.

Bei erwachsenen Sichelfuß-Patienten nimmt der Chirurg im Regelfall Veränderungen an den Knochen vor: So kann zum Beispiel ein Knochenkeil entnommen und an anderer Stelle wieder eingesetzt werden, um die Fußfehlstellung zu beheben.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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