Plattfuß: So helfen Übungen, Einlagen oder OP
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Plattfuß: So helfen Übungen, Einlagen oder OP

Der Plattfuß ist eine Fußfehlstellung, bei der der Mittelfuß komplett auf dem Boden aufliegt. Die Fehlbelastung führt zu Schmerzen, die sich bis hinauf in den Rücken ziehen können. Mit Übungen und Einlagen lässt sich diese Art der Verformung meist gut behandeln, nur selten ist bei Plattfüßen eine OP nötig.

Was ist ein Plattfuß? Ursachen und Symptome

Bei einem Plattfuß handelt es sich um die verstärkte Form des Senkfußes. Während beim Senkfuß das Längsgewölbe des Fußes nur unter Belastung den Boden berührt, liegt die Fußsohle beim Plattfuß auch unbelastet bereits vollflächig auf. Grund hierfür ist häufig eine geschwächte Fußmuskulatur, die das Längsgewölbe nicht ausreichend stützt. Auch eine Bänderschwäche kommt als Ursache infrage.

Obwohl die Fußfehlstellung in seltenen Fällen angeboren sein kann, wird ein Plattfuß meist im Laufe des Lebens erworben. Übergewicht, Bewegungsmangel und Schuhe, die zum Beispiel zu eng oder zu hochhackig sind, können hier eine Rolle spielen. Meist entwickelt sich ein Plattfuß aus einem nicht oder unzureichend behandelten Senkfuß.

Durch die Fehlbelastung kommt es zu verstärkten Schmerzen beim Gehen, die sich vom Fuß auch auf Knie und Rücken übertragen können. Betroffene sind deshalb oft nicht mehr in der Lage, weitere Strecken schmerzfrei zu Fuß zurückzulegen.

Bei einem Plattfuß liegt die gesamte Fußsohle auf dem Boden auf. 
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Bei einem Plattfuß liegt die gesamte Fußsohle auf dem Boden auf. 

Behandlung: Einlagen und Übungen können viel ausrichten

Ein Plattfuß lässt sich normalerweise gut behandeln, die Kräftigung der Fußmuskulatur steht hierbei im Fokus. Daher sind vermehrtes Barfußgehen und spezielle Fußübungen besonders zielführend. Im Rahmen einer Physiotherapie lernen Betroffene passende Übungen. Sie sollen die Fußmuskulatur lockern und aufbauen. Zur Unterstützung im Alltag können orthopädische Plattfuß-Einlagen oder -Schuhe sinnvoll sein.

Eine bewährte Übung zur Stärkung der Fußmuskeln ist der Zehengreifer. Hierbei wird versucht, ein Tuch, eine Zeitung oder Ähnliches mit den Zehen zu erfassen und anzuheben. Die sogenannte Übung “Kurzer Fuß nach Janda” zeichnet sich wiederum dadurch aus, dass stehend versucht wird, das Großzehengrundgelenk Richtung Ferse zu ziehen – ohne den Fuß dabei zu bewegen.

Besonders alltagstauglich: Stellen Sie sich zwischendurch einfach mal auf die Zehenspitzen. Zwei bis drei Minuten im Zehenstand wirken kräftigend auf die Muskeln, die das Fußlängsgewölbe aufrichten und können einem Plattfuß so entgegenwirken.

Plattfuß-OP: Wann sie sinnvoll sein kann

Eine OP ist bei Plattfüßen meist nicht nötig. Vor allem, wenn der Fuß abgesehen von der Absenkung des Längsgewölbes gesund ist, wird Ihr Arzt von einer Operation in der Regel absehen. Anders liegt der Fall, wenn Sehnen oder Gelenke bereits geschädigt wurden, oder der Plattfuß sehr große Schmerzen verursacht. In diesen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff zur Korrektur der Fußfehlstellung sinnvoll sein. Für eine Einschätzung ist hier vor allem die gründliche Untersuchung durch einen Orthopäden wichtig. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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