Chronische Schmerzen: 5 Gründe, die dahinterstecken können
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Chronische Schmerzen: 5 Gründe, die dahinterstecken können

Was sind eigentlich chronische Schmerzen? Treten Schmerzen über eine Zeit von mindestens drei bis sechs Monaten immer wieder auf oder sind fast dauerhaft vorhanden, wird von einem chronischen Schmerzsyndrom gesprochen. Die Ursache dafür ist häufig nur schwer feststellbar. Dass ein solches überhaupt entsteht, kann unter anderen an diesen 5 Gründen liegen.

1. Das Schmerzgedächtnis überlebt die Gründe

Die Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms hängt oft mit akuten Beschwerden zusammen. Sendet eine Erkrankung permanent Schmerzreize ans Gehirn, reagieren die Nervenzellen mit der Zeit immer empfindlicher. Das bedeutet, auch harmlosere Schmerzen können ein immer größeres Schmerzempfinden auslösen. Es entwickelt sich ein sogenanntes “Schmerzgedächtnis”. Wird nicht schnell genug eingeschritten, kann es dazu kommen, dass Betroffene schon kleinste Berührungen als Schmerzen wahrnehmen. Bei einem ausgeprägten Schmerzgedächtnis bleibt dies auch dann so, wenn die ursprünglichen Beschwerden, sprich die eigentliche Ursache für die Schmerzen, längst ausgeheilt sind.

2. Wenig Schlaf

Erst nach einiger Zeit erreichen wir den Tiefschlaf, der uns besonders erholt und bei dem sich die Muskeln bestmöglich regenerieren. Doch wer anhaltend zu wenig schläft, erreicht den Tiefschlaf nicht, die Muskeln werden empfindlicher. Wenig Schlaf kann dann zu Schmerzen führen, die wiederum zu schlechtem Schlaf – ein Teufelskreis.

3. Chronische Schmerzen aus der Angst davor

“Angst-Vermeidungs-Überzeugung” nennt es der Mediziner, wenn die Angst vor Schmerzen dazu führt, dass körperliche Aktivitäten zur Sicherheit vermieden werden. Diese Gefahr droht auch, wenn bereits Schmerzen vorhanden sind und sich deshalb mehr als nötig geschont wird. Dann werden die Muskeln nicht genügend beansprucht und sind anfälliger für Verletzungen. Neue Beschwerden können hinzukommen und so auch chronische Schmerzen drohen.

4. Schmerzmittel erreichen das Gegenteil

Schmerzmittel helfen nur kurzfristig. Werden sie über einen längeren Zeitraum übermäßig eingenommen, kann sich ihre Wirkung ins Gegenteil verkehren. Zum einen gewöhnt sich der Körper an die schmerzlindernden Inhaltsstoffe. Zum anderen fand ein Team des Zentrums für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien heraus, dass sogenannte Opioide dabei eine Rolle spielen. Diese opiumähnlichen Substanzen in den Präparaten können mit der Zeit die Empfindlichkeit auf Schmerzreize erhöhen.

5. Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine eigenständige chronische Schmerzkrankheit, deren Ursache noch nicht eindeutig erforscht ist. Sie äußert sich als Schmerzen im ganzen Körper, vor allem in den Muskeln. Sie schwächt den Organismus und kann zu Müdigkeit, Schlafproblemen und Hautstörungen führen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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