Chlamydien: So wird die Geschlechtskrankheit behandelt
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Chlamydien: So wird die Geschlechtskrankheit behandelt

Beim Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion sollte der Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden. Durch die Diagnosestellung, die neben einer Abfrage der Symptome und der körperlichen Untersuchung durch einen Abstrich, eine Urinprobe oder einen Bluttest gesichert wird, lässt sich das Vorliegen der Chlamydien-Infektion bestätigen. Im Anschluss beginnt die Behandlung, die in der Regel über Antibiotika-Gaben erfolgt.

Antibiotika als Hauptbestandteil der Chlamydien-Behandlung

Liegt eine Chlamydien-Infektion vor, wird der Arzt dem Patienten ein Antibiotikum verschreiben. Die in Frage kommenden Medikamentengruppen werden als Tetrazykline beziehungsweise Makrolide bezeichnet. Zu den Tetrazyklinen zählen Wirkstoffe wie Doxycyclin, zu den Makroliden werden Stoffe wie Azithromycin und Erytrhomycin gezählt. Für schwangere Frauen und Kinder, die eine Chlamydien-Infektion haben, wird in der Regel der Wirkstoff Erytrhomycin gewählt, da Tetrazykline für deren Behandlung ein zu gravierendes Nebenwirkungsspektrum besitzen.

Medikation bei der Chlamydien-Behandlung bis zum Ende einnehmen 

Für den Erfolg der Chlamydien-Behandlung sind die Anweisungen des Arztes streng zu befolgen und die verschriebene Medikation bis zum Ende sorgfältig einzunehmen. Dies bedeutet, dass die meist in Tabletten verschriebene Verpackung des Arzneimittels bis zur letzten Tablette entsprechend der Einnahme-Anweisung zu verbrauchen ist. Zumeist wird das Medikament für fünf bis zehn Tage gegeben. Auch nach der Behandlung sollte einige Zeit auf ungeschützten Geschlechtsverkehr verzichtet werden, um eine Neuerkrankung bestmöglich zu verhindern. Antibiotika können die natürliche Scheidenflora schwächen, weshalb dieser genügend Zeit zur Regeneration gegeben werden sollte. 

Nachuntersuchung kann Auskunft über den Stand der Chlamydien-Behandlung geben

Sind hingegen die Symptome zum Ende der Antibiotika-Einnahme nicht völlig abgeklungen, kann eine Nachuntersuchung beim Arzt Aufschluss über den Gesundheitszustand geben und gegebenenfalls eine neue Maßnahme, beispielsweise durch eine andere Medikation, in Frage kommen.

Hohe Ansteckungsgefahr - Partner informieren und bei Bedarf ebenfalls behandeln

Zwar ist eine Chlamydien-Infektion eine nicht meldepflichtige Geschlechtserkrankung, doch sollte Offenheit zwischen dem Patienten und dem/n Sexualpartnern im Fall einer Infektion mit Chlamydien gepflegt werden. Durch die hohe Infektionsgefahr sollten Patienten in der Zeit der Antibiotika-Behandlung nicht nur auf Geschlechtsverkehr verzichten, sondern auch den Partner bzw. die letzten Sexpartner informieren. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass diese/r ebenfalls durch den Geschlechtsverkehr mit Chlamydien angesteckt wurde, sollte er/sie sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen, um Komplikationen durch die Erkrankung und eine gegenseitige Neuansteckung zu verhindern.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

CK
Autor/-in
Christopher Kiel
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