Asthma bei Kindern erkennen
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Asthma bei Kindern erkennen

Hier in Deutschland ist das Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Bis zu 10 % der Kinder sind betroffen und nicht selten zeigen sich die ersten Symptome schon in den ersten fünf Lebensjahren. Asthma kann bei Kindern unterschiedliche Symptome hervorrufen. Daher erkennen Eltern und Kinderärzte die Krankheit nicht bei jedem Patienten sofort. Eine frühe Diagnose hat aber Vorteile für die Gesundheit Ihres Kindes. In diesem Ratgeber erfahren Sie, auf welche Anzeichen Sie achten sollten.

Was ist Asthma bronchiale?

Im Rahmen von Asthma verengen sich die Bronchien zeitweise, da manche Kinder eine Veranlagung zur Überreaktion der unteren Atemwege haben. Eine Kombination aus 

- einer Schwellung der Schleimhaut,
- einer Verkrampfung der Muskulatur der Bronchien sowie
- einer massive Produktion von zu viel und zu zähem Schleim 

löst die typischen Symptome wie Husten, Atemnot und Bauchschmerzen aus. 

Am Anfang steht häufig ein Infekt

Bei mehr als zwei Dritteln der Kleinkinder mit Asthmaanfall ist ein viraler Infekt der Atemwege der Auslöser. Hier muss noch keine chronische Entzündung der Bronchien vorliegen. Kinderärzte sprechen von einem intermittierenden Asthma der Stufe 1. Ähnlich geht es Allergikern, die nur nach Kontakt mit ihrem Allergen (zum Beispiel Tierhaare oder Blütenpollen) kurzfristig an engen Bronchien leiden und sonst keine Beschwerden zeigen. Hellhörig sollten Sie werden, wenn Ihr Kind immer wieder an einer Bronchitis erkrankt und dabei schwer atmet, bei der Ausatmung pfeifende Geräusche macht und die Haut zwischen den Rippen im Rhythmus der Atmung nach innen zieht. Vielleicht hustet Ihr Nachwuchs auch über Wochen, ohne dass sichtlich Schleim herauskommt. Andere Patienten reagieren auf körperliche Anstrengung mit Asthmaanfällen und sind sonst völlig unauffällig. Beobachten Sie eine der beschriebenen Auffälligkeiten bei Ihrem Kind, sprechen Sie bitte mit dem Kinderarzt Ihrer Familie. 

Die Stufen des Schweregrades

Zur besseren Orientierung teilen Ärzte das Asthma, je nach Häufigkeit der Beschwerden, in verschiedene Stufen ein. 

Stufe 1: Leichtes, nur ab und zu auftretendes Asthma mit weniger als fünf Anfällen pro Jahr und beschwerdefreien Intervallen, die länger als zwei Monate dauern.

Stufe 2: Leichtes, anhaltendes Asthma mit Atemnot, die nur ab und zu auftritt und beschwerdefreien Intervallen, die kürzer als zwei Monate sind. Kinderärzte rechnen in dieser Stufe mit bis zu 12 Anfällen im Jahr.

Stufe 3: Mittelschweres, anhaltendes Asthma mit Symptomen an mehreren Tagen in der Woche, auch nachts. Es treten keine längeren beschwerdefreien Intervalle auf. 

Stufe 4: Schweres, anhaltendes Asthma mit ständigen Beschwerden, die auch regelmäßig in der Nacht auftreten. Betroffene Kinder haben unbehandelt auch in Ruhe Atemnot. 

Tipps für Eltern

Hustet Ihr Kind trocken, möchte sich plötzlich nicht mehr hinlegen und drückt die Luft beim Ausatmen angestrengt hinaus, kann das an einer akuten Atemnot liegen. Ältere Kinder können vielleicht plötzlich keine längeren Sätze mehr sprechen, ohne zwischendurch abzusetzen. Gehen Sie in diesem Fall bitte sofort zu einem Kinderarzt oder in die Notaufnahme einer Kinderklinik

Wie der Kinderarzt Asthma bronchiale behandelt

Steht die Diagnose Asthma fest, hat der Kinderarzt immer das Ziel, Anfällen vorzubeugen und Schäden an der Lunge Ihres Kindes zu vermeiden. Handelt es sich um ein allergisches Asthma, liegt der Fokus auf der Meidung des Auslösers. Die akute und auch andauernde Behandlung mit Medikamenten greift an drei Punkten an:

- Entspannung der verkrampften Bronchialmuskulatur
- Heilung der Entzündung der Schleimhaut
- Lösung des zähflüssigen Schleims

Es stehen verschieden Medikamentengruppen zur Verfügung, die kombiniert werden können. Die Patienten können die Wirkstoffe inhalieren, einnehmen oder der Kinderarzt kann sie zum Teil intravenös verabreichen. Die Behandlung orientiert sich immer am Schweregrad der Erkrankung.

- Bronchodilatatoren können die Bronchien rasch erweitern: Terbutalin, Salbutamol, Theophyllin und Ipratropiumbromid. 

- Glukokortikoide (Cortison) können die Entzündung der Bronchialschleimhaut lindern.

- Schleimlöser wie Ambroxol, Acetylcystein und Bromhexin können den Schleim verflüssigen und Ihrem Kind beim Abhusten helfen. 

Ergänzende Therapiemöglichkeiten

Ist Ihr Kind alt genug, kann es in einer speziellen Asthmaschulung viel über seine Krankheit lernen und medizinisches Verständnis entwickeln. Es wird so leichter einsehen, warum es regelmäßig Medikamente nehmen muss und welche Verhaltensweisen ihm bei einem Asthmaanfall helfen können. Ausdauersportarten wie Schwimmen können ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben. Das Ziel der Therapie ist es immer, Ihrem Kind ein möglichst wenig eingeschränktes Leben ohne Symptome zu ermöglichen. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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