Asperger-Syndrom bei Erwachsenen: Symptome der Störung
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Asperger-Syndrom bei Erwachsenen: Symptome der Störung

Das Asperger-Syndrom bei Erwachsenen zu erkennen, ist schwierig. Betroffene gelten häufig als verschroben oder unhöflich. Die Autismusvariante als Ursache ihrer Kauzigkeit bleibt oft und lange unerkannt.

Merkmale des Asperger-Syndrom bei Erwachsenen

Die generellen Symptome des Asperger Syndrom bei Erwachsenen sind meist dieselben wie im Kindes- und Jugendalter. Viele Asperger-Autisten entwickeln im Laufe ihres Lebens jedoch Strategien, um besser mit ihren Problemen umzugehen oder Situationen zu vermeiden, die sie als schwierig empfinden. Daher ist es oft schwieriger, das Asperger Syndrom bei Erwachsenen zu erkennen. Einige zentrale Merkmale sind:

• eingeschränktes Empathievermögen
• wenig emotionaler Ausdruck in Sprache, Mimik und Gestik
• ausgeprägte Spezialinteressen
• Bevorzugung klarer Strukturen und wiederkehrender Abläufe

Oftmals treten aufgrund des Asperger Syndrom bei Erwachsenen Begleitstörungen auf. Am häufigsten sind dabei:

• Aufmerksamkeitsdefizte (z.B. ADHS)
Depressionen
• Zwänge

Belastbare Studien Häufigkeit des Asperger Syndrom bei Erwachsenen gibt es nicht. Da die Symptomatik im Laufe des Lebens recht stabil ist, gehen Mediziner davon aus, dass das Asperger Syndrom bei erwachsenen Männern genauso häufig ist wie bei Kindern: Dort sind Jungen achtmal häufiger betroffen als Mädchen.

Partnerschaft und Sexualität

Partnerschaft und Sexualität sind Problemfelder, die erst im Erwachsenenalter auftauchen. Manche Asperger-Autisten empfinden die Vorstellung von Partnerschaft und körperlicher Nähe generell als unangenehm. Andere hingegen verspüren durchaus eine Sehnsucht nach Zweisamkeit, haben aber oft Probleme mit der Umsetzung. Fernbeziehungen sind bei Autisten recht häufig zu beobachten, da sie aufgrund des geringeren direkten Kontaktes weniger anstrengend sind. Es gibt allerdings auch Autisten, die in klassischen Partnerschaften leben und Kinder haben.

Diagnose und Tests für das Asperger Syndrom bei Erwachsenen

Meist zeichnet sich die Verhaltensvariation schon im frühen Kindesalter ab. Die damals verkannten Anzeichen sind für eine Diagnose im Erwachsenenalter wichtig. Viele erwachsene Autisten erinnern sich allerdings nur unzureichend an ihre Kindheit. Für eine Diagnose des Asperger-Syndrom bei Erwachsenen ist es deshalb sinnvoll, auch mit Familienmitgliedern des Patienten zu sprechen.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Fragebögen und Tests, die helfen, das Asperger-Syndrom zu diagnostizieren. Die meisten davon sind auf Kinder ausgerichtet. Für Erwachsene wird vor allem der “Adult Asperger Assessment”-Test verwendet. Damit werden ein Empathie-Quotient (EQ) und ein Autismus-Spektrum-Quotient (ASQ) errechnet. Der ASQ beleuchtet folgende Symptombereich:

• soziale Fertigkeiten
• Schwankungen der Aufmerksamkeit
• Detailgenauigkeit
• Kommunikation
• Fantasie/Vorstellungsvermögen

Ergänzend wird beobachtet, ob der Patient zum Schwarz-Weiß-Denken tendiert (zum Beispiel in moralischen oder politischen Dingen), zu Pedanterie neigt oder häufig Dinge sagt, ohne auf die Gefühle seines Gesprächspartners Rücksicht zu nehmen.

Weitere gängige Test für das Asperger Syndrom bei Erwachsenen sind der Fragebogen “Autism Spectrum Disorders in Adults Screening Questionnaire” zur Ermittlung allgemeiner Autismus-Merkmale sowie “The Reading the Mind in the Eyes Test” und “The Reading the Mind in the Voice Test”. Die beiden letztgenannten überprüfen, wie gut der Patient in der Lage ist, Emotionen aus Augen und Stimme von anderen Personen zu lesen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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