Was ist der Unterschied zwischen Arthrose, Arthritis und Arthralgie?

Zu unterscheiden ist Arthrose von Arthritis, bei der sich Gelenke durch Bakterien oder rheumatische Erkrankungen entzünden. Bei der Arthralgie handelt es sich um Gelenkschmerzen, die auch bei anderen Krankheiten auftreten und nicht zwangsläufig mit Rötungen und Schwellungen verbunden sind. Sie ist häufige Begleiterscheinung der Arthrose.

Wo tritt Arthrose auf?

Prinzipiell sind Arthrosen in jedem Gelenk möglich. Klinisch am häufigsten findet man sie im Kniegelenk, gefolgt von Fingergelenken, Ellbogen- sowie Schulter- und Hüftgelenk. Weltweit gilt die Arthrose als häufigste Gelenkerkrankung (Arthopathie).

Wer ist von Arthrose betroffen?

Arthrose kann in jeder Altersstufe auftreten, bei angeborenen Fehlstellungen bereits im Kindesalter. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Als Risikofaktor gilt vor allem Übergewicht, das bereits in jungen Jahren einen vorzeitigen Gelenkverschleiß hervorruft.

Arthrose verstehen: Aufbau der Gelenke

Gelenke sind Kontaktstellen zwischen Knochen und machen die Elemente beweglich. Teils ist diese Beweglichkeit beschränkt, wie bei den Nähten zwischen den Knochen des Beckens. Selbst in solchen Gelenken treten Arthrosen auf.Andere Gelenke sind für unsere Beweglichkeit essenziell, namentlich die von Wirbelsäule, Armen und Beinen. Hände und Füße gelten als Wunderwerk der Natur - über die Hälfte der über 200 Knochen eines Menschen finden sich allein hier.Je beweglicher die Knochen, desto wichtiger die Gelenke. Knochen sind fragile Gebilde, die aus mineralischen Substanzen mit eingelagerten organischen Elementen bestehen. Das macht sie nur begrenzt verformbar und sprichwörtlich "knochenhart". Träfen sie in einem Gelenk unmittelbar aufeinander, würden sie sich schnell abnutzen.

Bewegliche Gelenke benötigen Knorpel und Gelenkschmiere

Dicke Knorpelschichten an den Verbindungsstellen verhindern einen solchen Abrieb. Der Gelenkknorpel besteht aus kollagenem Bindegewebe mit eingelagertem Wasser und Fasern, die für Elastizität sorgen. Das macht Knorpel im Gegensatz zum Knochen dehnbar, elastisch und verformbar und seine Oberfläche spiegelglatt.Der Gelenkspalt ist mit einem Gleitmittel gefüllt, der Gelenkschmiere oder Synovialflüssigkeit. Sie ist ein Produkt der Zellen der Gelenkinnenhaut und ermöglicht eine reibungslose Beweglichkeit.

Gelenkkapsel, Bänder und Meniskus

Die Gelenkinnenhaut bildet den innersten Teil der Gelenkkapsel, die das Gelenk umgibt. Deren Außenseite besteht aus fibrösem kollagenem Bindegewebe, das mit der den Knochen umgebenden Knochenhaut (Periost) fest verbunden ist. Sie verhindert ein Auslaufen der Gelenkschmiere und sorgt für Stabilität, indem sie die knöchernen Elemente an Ort und Stelle hält.Hinzu kommen weitere anatomische Einrichtungen wie Verstärkungsbänder, die die Gelenkkapsel stabilisieren und nur bestimmte Bewegungsrichtungen zulassen. Knorpelige Zwischenscheiben wie der Meniskus des Knies führen eine zusätzliche Gelenkfläche ein und gleichen damit nicht passgenaue Knorpelflächen aus.

Wie kommt es zu einer Arthrose?

Ein solcher komplizierter Aufbau wird störungsanfällig, sobald Gelenkschmiere und Knorpel in Missverhältnis zur Belastungssituation geraten. Dafür reicht es aus, wenn sich die normale Bewegungsachse durch Fehlhaltungen oder Erkrankungen verschiebt und der vorherrschende Druck an anderer Stelle auftritt. Die dadurch verursachte Erosion des Knorpels sorgt für fortschreitenden Abrieb der Gelenkflächen.Dadurch freigesetzte kleine Partikel haben im Gelenkspalt nichts zu suchen. Fresszellen versuchen, den "Sand im Getriebe" zu beseitigen. Je stärker der Abrieb, desto mehr Partikel rufen das Immunsystem auf den Plan, das eine lokale Entzündungsreaktion hervorruft. Solche Entzündungen im Gelenkspalt bezeichnet mal als Synovitits. Sie ist die Ursache der Schmerzen, die bei einer Arthrose auftreten. Langfristig führt die Synovitis zu degenerativen Veränderungen an Gelenkkapsel und Knorpelschichten, die sich bis in den angrenzenden Knochen fortsetzen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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