Arteriosklerose: Symptome und Ursachen von Arterienverkalkung
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Arteriosklerose: Symptome und Ursachen von Arterienverkalkung

Die Vorstufe für einen Infarkt oder Schlaganfall ist meist Arteriosklerose; Symptome der Arterienverkalkung sollten daher möglichst früh erkannt werden. Welche Warnzeichen Sie ernst nehmen müssen und welche Risikofaktoren die Krankheit wahrscheinlicher machen, erfahren Sie im Folgenden.


Was ist Arteriosklerose?


Die Arteriosklerose wird umgangssprachlich auch Arterienverkalkung genannt. Dabei lagern sich Blutfette, Bindegewebe, Kalk und Blutgerinnsel in den Arterien ab, sodass diese sich verengen und das sauerstoffreiche Blut vom Herzen nicht mehr richtig zu den Organen, Muskeln und Geweben weiterpumpen können. Die Ablagerungen nennen sich Plaques und beginnen teilweise schon im Jugendalter. Die Arterien bestehen aus drei Schichten, wobei sich an der innersten Schicht – der Intima – zunächst nur Fett sammelt, mitunter auch Kalk. Das passiert jedoch nur, wenn die Intima beschädigt wird und sich in der Gefäßwand Flüssigkeit ansammelt. Später, ab dem mittleren Alter, lagern sich dort noch Blutplättchen und andere Blutbestandteile als Plaques ab und die Arteriosklerose entsteht.


Zwar können sich die Ablagerungen überall an den Arterien bilden, dennoch gibt es typische Stellen, die besonders oft betroffen sind. In der Regel sind Gefäßverzweigungen anfälliger für Plaques als Arterien, durch die das Blut ungehindert fließen kann. Das heißt, die Arteriosklerose bildet sich vor allem im Hals, Gehirn, Becken, an den Beinschlagadern oder am Herzen. Wenn das Blut durch die verengten Gefäße nicht mehr ungehindert fließen kann, ist die Gefahr groß, dass sich ein Pfropf aus Blutplättchen – Thrombus genannt – bildet und die Arterie ganz verstopft, also eine Embolie verursacht. Dies kann zu einem Infarkt führen. Möglich ist auch, dass die Plaques die Gefäßwand sozusagen ausleiern und schwächen; die Folge ist ein Aneurysma, eine Arterienerweiterung.


Arteriosklerose: Mögliche Ursachen


Bislang ist nur bekannt, dass eine Schädigung der Intima in den Arterien die Plaquesbildung begünstigt und am Anfang einer Arteriosklerose steht. Die Ursache für die Schädigung ist allerdings zurzeit noch nicht zweifelsfrei erforscht. Einer Theorie zufolge ist das LDL-Cholesterin daran schuld. Das Blutfett mit der geringen Dichte lagert sich an der Intima an und löst eine Entzündung der Gefäßinnenwand aus. Dadurch schwillt diese an und es können sich noch leichter Blutfette, Kalk und Blutzellen darin festsetzen.


Eine weitere Theorie macht Bluthochdruck verantwortlich, der für eine mechanische Verletzung der Intima sorgt. Daraufhin entstehen Wucherungen und in der Folge herdförmige Plaques. Einige Experten gehen jedoch auch davon aus, dass Infektionen die Gefäßinnenwand beschädigen. Dies können sowohl Bakterien als auch Viren sein oder eine bestimmte Immunreaktion auf die Krankheitserreger.


Risikofaktoren für Arteriosklerose


Über die Risikofaktoren für Arteriosklerose sind sich die Experten im Unterschied zu den genauen Ursachen jedoch einig. So spielt das Alter eine wesentliche Rolle; ältere Menschen leiden viel eher an einer Arterienverkalkung als jüngere. Außerdem sind Menschen, in deren Familie Arteriosklerose verbreitet ist, besonders gefährdet aufgrund ihrer genetischen Veranlagung. Darüber hinaus betrifft die Krankheit häufiger Männer als Frauen – zumindest solange letztere noch nicht in der Menopause waren. Weitere Risikofaktoren sind die Folgenden:



Arteriosklerose: Symptome zeigen sich erst spät


Ihre schleichende Entwicklung macht die Arterienverkalkung besonders tückisch. Symptome der Arteriosklerose machen sich erst dann bemerkbar, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Dabei hängt die Art der Beschwerden davon ab, an welcher Körperstelle sich die Plaques abgelagert haben. Die koronare Herzkrankheit entsteht etwa, wenn die Herzkranzgefäße verengt sind. Arteriosklerose-Symptome an dieser Stelle sind beispielsweise ein Engegefühl in der Brust und Brustschmerzen, vor allem auf der linken Seite. Nehmen Sie diese Warnzeichen unbedingt ernst, denn sie können die Vorstufe zu einem Herzinfarkt darstellen.


Ein Schlaganfall droht, wenn die Arterien an der Halsschlagader sich erst verengen und dann verstopfen. Symptome hierfür sind neurologische Ausfälle, da das Gehirn und Nervensystem nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Bei einseitigen Lähmungen oder Sprachstörungen heißt es daher: Notruf wählen!


Wenn Sie bereits nach kurzen Gehstrecken vor Muskelschmerzen innehalten müssen, können ebenfalls Arteriosklerose-Symptome dahinterstecken. Dann sind die Arterien in den Oberschenkeln oder Waden betroffen und es kommt zur sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Bei Männern kann eine erektile Dysfunktion (Impotenz) auf eine Arterienverkalkung hindeuten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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