Kann Akupuntktur bei Heuschnupfen helfen?
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Kann Akupuntktur bei Heuschnupfen helfen?

Menschen mit Heuschnupfen leiden oft sehr stark unter den Heuschnupfen-Symptomen, die von Niesen, Schnupfen, geröteten und gereizten Augen. Mit Akupunktur lässt sich oft eine nachhaltige Linderung für den Heuschnupfen erzielen, mitunter sogar eine weitestgehende Beschwerdefreiheit schaffen.

Warum wirkt Akupunktur bei Heuschnupfen?

Die Akupunktur mit ihrer Philosophie aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bietet bei zahlreichen Indikationen eine Hilfestellung. In der TCM ist ein Krankheits- oder Beschwerdebild immer die Folge von einem körperlichen, geistigen oder seelischen Ungleichgewicht. Bei der Behandlung wird dieses Ungleichgewicht ausgeglichen, um den Menschen zurück zur Gesundheit zu führen. Tatsächlich gilt der Heuschnupfen wie viele andere Allergien eine Überreaktion des Körpers. Durch die Berührung mit den Allergenen kommt es zur Ausschüttung von Hormonen (vor allem Histamin), die eine Abwehr gegenüber den eigentlich harmlosen Stoffen vollziehen. Die Abwehrreaktion zeigt sich in den klassischen Heuschnupfen- und Allergiesymptomen.

Die Behandlung kann über die Körperakupunktur erfolgen oder über die Akupunktur am Ohr. Dabei werden mit feinen Akupunktur-Nadeln spezielle Reizpunkte eingestochen, wodurch die Reizweitergabe und die Botenstoffausschüttung im Körper beeinflusst wird. Die Überreizungsreaktion des Körpers, beispielsweise die Histaminausschüttung, kann hierdurch verringert werden. Das Histamin gilt als der Stoff, der die Reizreaktion des Körpers hervorruft. Wird dessen Bildung und / oder Ausschüttung gehemmt, reduzieren sich auch die typischen Symptome des Heuschnupfens.

Für wen eignet sich Akupunktur bei Heuschnupfen?

Die milde Wirkungsweise und das geringe Risiko für Nebenwirkungen machen die Akupunktur zu einer Behandlungsform, die für nahezu jeden Menschen mit Heuschnupfen geeignet ist. So können selbst Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sowie Kinder ab circa 6 Jahren mit der Akupunktur behandelt werden, sofern sie die Vorgehensweise und die Behandlungsgründe nachvollziehen können und somit bei der Behandlung mit den feinen Nadeln Ruhe bewahren (alternativ eventuell auch Akupressur sinnvoll). 

Wichtig ist die Behandlung durch einen erfahrenen Akupunkteur im optimalen Fall schon einige Wochen vor der akuten Phase der Heuschnupfensymptomatik. 

Wie schnell wirkt die Akupunktur bei Heuschnupfen?

Die Akupunktur benötigt zumeist sechs bis zehn Behandlungen, bis die optimale Reduktion der Symptome erreicht ist. Dann jedoch erzielt die Behandlung eine nachhaltige Reduzierung des Beschwerdebildes, die sowohl über die laufende Heuschnupfen-Saison, mitunter sogar über Jahre hinweg anhält. Für die akute Behandlung von Heuschnupfen ist die Akupunktur aufgrund ihrer verzögerten Wirkungsweise im Körper jedoch meist nur eingeschränkt geeignet.

Neben der klassischen Akupunktur bei Heuschnupfen gibt es auch eine spezielle Variante aus der Neuraltherapie, in der Elektrostimulation statt Nadeln für die Behandlung eingesetzt wird. Die effiziente Methode nach Dr. Covic, die sogenannte augmentierte Akupunktur, soll auch in der akuten Phase des Heuschnupfens eingesetzt werden können und bereits nach der ersten Behandlungen deutliche Erfolge erzielen.

Kosten für die Akupunktur: IGEL- oder Kassenleistung?

Die Kosten für die Akupunktur werden von den Krankenkassen nur eingeschränkt, beispielsweise bei chronischen Schmerzen übernommen. Bei der Behandlung von Heuschnupfen mit Akupunktur sollte vor der Behandlung das Gespräch mit der Krankenkasse gesucht werden, um zu erfahren, unter welchen Umständen und bei welchen Behandlungen die Kasse für die Kosten der Akupunktur vollständig oder in Teilen übernimmt. Je nach Kasse und Behandler zählt die Akupunktur zu den IGEL-Leistungen, die von der Krankenkasse nicht übernommen und somit vom Patienten selbst übernommen werden müssen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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