Schröpfkopfmassage: Löst die Methode Verspannungen?

Die Schröpfkopfmassage ist eine Variation des traditionellen Schröpfens und wird von vielen Menschen als entspannend empfunden. Wie diese Technik funktioniert und was sie bewirkt, erfahren Sie hier.

Grundlage der Schröpfkopfmassage: Was ist Schröpfen?

Beim Schröpfen werden kleine, meist gläserne Saugglocken auf die Haut gesetzt, die dann einen Unterdruck erzeugen. Von außen ist gut zu erkennen, wie sich in der Folge die Haut in das Glas hineinwölbt.

Der Unterdruck entsteht bei modernen Schröpfgläsern, indem die Luft mechanisch abgesaugt wird. Die traditionelle Methode funktioniert dagegen folgendermaßen: Mit einem brennenden Wattebausch wird die Luft in der Glocke erhitzt. Danach wird das Glas auf die Haut gesetzt. Beim Abkühlen zieht sich die Luft zusammen und innerhalb der Kugel entsteht ein Unterdruck, der die Haut ansaugt.

Wie wirkt Schröpfen?

Diese Praktik wurde bereits vor etlichen Tausend Jahren in China und Griechenland praktiziert. Zu jeder Zeit erklärte man die Wirkung des Schröpfens vor dem kulturellen Hintergrund und auf Grundlage des verfügbaren medizinischen Wissens: In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wurde die Lebensenergie Qi damit angeregt. In der griechischen Antike, als Krankheiten nach der sogenannten “Vier-Säfte-Lehre” behandelt wurden, sollte durch das Schröpfen ein vermutetes Ungleichgewicht der “Säfte” Blut, schwarze und gelbe Galle und Schleim ausgeglichen werden.

Was sich mit heutigem Wissen sagen lässt: Das Schröpfen regt an den geschröpften Stellen die Durchblutung an – mitunter so sehr, dass deutliche Blutergüsse zurückbleiben. Viele Menschen empfinden das Schröpfen am Rücken dennoch als entspannend und vereinzelte Studien weisen auf eine schmerzlindernde Wirkung bei Gelenkbeschwerden hin. Allerdings ist die medizinische Wirksamkeit der Schröpftherapie nicht hinreichend belegt und unter Schulmedizinern umstritten.

Schröpfen hinterlässt immer Spuren. Auch bei einer Schröpfkopfmassage müssen Sie mit Rötungen und Hämatomen rechnen.

Schröpfen hinterlässt immer Spuren. Auch bei einer Schröpfkopfmassage müssen Sie mit Rötungen und Hämatomen rechnen.

Schröpfkopfmassage: Sanftes Schröpfen mit Bewegung

Beim Schröpfen werden die Sauggläser nur aufgesetzt, aber nicht bewegt. Anders bei der Schröpfkopfmassage: Hier dienen die Schröpfgläser und der Unterdruck als Massagewerkzeuge Dabei wird zunächst der Rücken eingeölt, damit die Gläser später trotz des Unterdrucks gut über die Haut gleiten können. Der Masseur arbeitet also nicht mit den Händen, sondern mit der Bewegung der Sauggläser.

Bei der Schröpfmassage werden die Durchblutung und der Stoffwechsel im Gewebe angeregt. Massagetherapeuten, die mit dieser Methode arbeiten, erklären, dass dadurch tiefere Muskelpartien erreicht werden als bei der Massage von Hand. Außerdem werden verschiedene positive Nebeneffekte, wie zum Beispiel eine Stärkung des Immunsystems, angepriesen.

Ob die Schröpfkopfmassage wirklich mit Unterdruck Verspannungen löst, lässt sich nicht abschließend sagen. Es ist auch möglich, dass die Schmerzen aufgrund des allgemeinen Entspannungszustandes nachlassen, der auch mit anderen Wellness-Anwendungen erreicht werden könnte.

Schröpfkopfmassage ist nicht für jeden geeignet

Unabhängig von ihrer Wirkung darf die Schröpfkopfmassage nicht bei jedem angewendet werden. In Kombination mit Hautverletzungen, einem Sonnenbrand oder der Einnahme von Blutverdünnern kann die Saugwirkung erhebliche Schäden anrichten. Auch Schwangere sollten auf die Praktik verzichten.

Wenn Sie die Schröpfkopfmassage ausprobieren wollen, sprechen Sie vorher am besten mit Ihrem Allgemeinarzt, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Wenn Sie eine Schröpfkopfmassage zu Hause selber machen wollen, sollten Sie sehr vorsichtig vorgehen und keinen zu starken Unterdruck erzeugen.