Eigenheim planen: Erneuerbare Energien sind ein Muss

Erneuerbare Energien werden immer wichtiger, auch für die Planung des Eigenheims. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verlangt von zukünftigen Bauherren, dass sie einen Teil ihres Energiebedarfs durch Solaranlagen und Co. decken. Aber welche geforderten Auflagen müssen Bauherren erfüllen?

Erneuerbare Energien: Solarenergie, Erdwärme und Biomasse

Wer ein Haus bauen möchte, muss die Vorgaben des Erneuerbaren-Energie-Wärmegesetzes erfüllen. Es verpflichtet alle Bauherren, ihren Wärme- oder Kälteenergiebedarf ab einer Nutzfläche von 50 Quadratmetern aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Als erneuerbare Energien im Sinne des Gesetzes gelten:

  • Geothermie (Erdwärme)
  • Solarenergie (Sonnenergie)
  • Biomasse

Zu wie viel Prozent der Energiegewinn gedeckt werden muss, richtet sich nach der Energiequelle. Für solare Strahlungsenergie gelten 15 Prozent, für Biomasse und Geothermie jeweils 50 Prozent. Was genau bedeuten diese Auflagen für Bauherren?

Erneuerbare Energien spielen für Bauherren zentrale Rolle

Wer ein Haus baut, sollte von vornherein die Umgebungsbedingungen in seine Planung einbeziehen, um die Energieversorgung und die Erfüllung der Auflagen im Sinne des EEWärmeG sicherzustellen. Wie ist der Boden beschaffen? Eignet er sich für einen Erdkollektor? Kann das Haus zur Sonne hin ausgerichtet stehen, um mit Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen größtmögliche Effizienz zu erzielen?

Ein Hausbau stellt Bauherren zukünftig vor hohe planerische Anforderungen, die mit der Hilfe von Fachleuten gelöst werden müssen.

Geothermie – Wärme aus der Erde nutzen

Um Gebäude zu heizen oder zu kühlen, lässt Umweltwärme aus dem Boden, dem Grundwasser und der Luft mittels Wärmepumpen nutzen. Es gibt drei Arten von Wärmepumpen:

  • Die Luft/Wasserwärmepumpe nutzt die von der Sonne erwärmte Außenluft.
  • Die Sole/Wasserwärmepumpe nutzt die Wärme aus dem Erdreich.
  • Wasser/Wasserwärmepumpen beziehen Wärme aus dem Grundwasser.

Welche Variante sich für die individuellen Gegebenheiten eignet, ermitteln die Fachleute, Energieberater, Architekten und Heizungsbauer.
Eine Alternative können Erdkollektoren sein, die allerdings viel Platz benötigen und sich nur dann eignen, wenn ein großer und möglichst sonniger Garten vorhanden ist.

Ist dagegen nur wenig Platz im Garten oder ist er sehr schattig, kann der Betrieb einer Erdsonde die Lösung sein. Hierfür sind Bohrarbeiten notwendig.

Die Sonne als Energiequelle nutzen

15 Prozent des Gesamtenergiebedarfs müssen laut EEWärmeG durch Solarenergie abgedeckt werden. Um die Sonne zu nutzen, stehen Bauherren Solarthermieanlagen und Photovoltaikanlagen zur Verfügung. Solarthermieanlagen wandeln solare Energie in Wärme um. Photovoltaikanlagen verwandeln die solare Strahlungsenergie in Strom. Beide Anlagen arbeiten mit Solarkollektoren, die von der Sonne abgegebene Energie sammeln und speichern. Ob und welche Anlage sich lohnt, hängt von individuellen Faktoren ab. Bauherr und Planer sollten im Vorfeld klären, ob sich die vom EEWärmeG geforderten 15 Prozent erreichen lassen. Grundsätzlich müssen laut Gesetz die Fläche der montierten Solarkollektoren vier Prozent der beheizten Nutzfläche betragen. Auf den Punkt gebracht bedeutet das für Bauherren:

  • Montierte Solarkollektoren müssen vier Prozent der gesamten Nutzfläche ausmachen
  • und mindestens 15 Prozent des Energiebedarfs abdecken.

Erneuerbare Energie Biomasse

Als Biomasse bezeichnet man gespeicherte Sonnenenergie in Form von Energiepflanzen, wie Raps und Mais. Ebenso gehören Holz und Reststoffe wie Stroh, Biomüll oder Gülle dazu. Durch thermo-chemische Verfahren wie Verbrennung, Vergasung und Verflüssigung entsteht Energie aus der Biomasse. Um die Auflagen des EEWärmeG zu erfüllen, muss die entstandene Energie die Hälfe des Energiebedarfs abdecken. Biomasse wird künftig dazu genutzt, um die wetterbedingten Schwankungen bei der Erzeugung von Energie aus Sonne und Wind auszugleichen. Mit der Gesetzesnovelle fallen die hohen Vergütungen bezüglich nachwachsender Rohstoffe aus der Landwirtschaft weitestgehend weg. Dafür soll der Einsatz von Rest- und Abfallstoffen zur Energieerzeugung weiter vorangetrieben werden. Entsprechende finanzielle Anreize wurden geschaffen.

Alternativen zu erneuerbaren Energien

Bauherren, die keine erneuerbaren Energien wie die Nutzung der Umweltwärme in den Hausbau mit einplanen, können alternativ die Energieeffizienz eines neuen Hauses steigern:

  • durch die Ausnutzung technischer Abwärme (Abluft- und Abwasserströme, zu 50 Prozent);
  • durch die Ausnutzung von Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu mindestens 50 Prozent soweit die Anlangen gegenüber einer getrennten Strom- und Wärmeerzeugung eine Einsparung von mindestens 10 Prozent der eingesetzten Energie erbringen;
  • durch Steigerung der Energieeffizenz von Gebäuden wie beispielsweise Dämmmaßnahmen;
  • durch einen unmittelbaren Anschluss an Wärmenetze, die selber Wärme mindestens zur Hälfte aus KWK-Anlagen beziehen.

Bauherren können die verschiedenen Maßnahmen zur Einhaltung des EEWärmeG kombinieren oder sich mit mehreren Hauseigentümern zusammenschließen. Generell können sich Bauherren aber nicht mehr vor der Nutzung erneuerbarer Energien verschließen.

EEWärmeG bei der Planung bedenken

Loten Sie bereits bei der Planung die Bedingungen des Grundstücks aus, um die Energieversorgung im Sinne des EEWärmeG langfristig sicherzustellen. Der Architekt und Fachberater vor Ort beraten Sie hinsichtlich der optimalen Lösung.