Die kuriosesten Urteile zur Weihnachtszeit
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Die kuriosesten Urteile zur Weihnachtszeit

Haben Sie schonmal von einer Kündigung aufgrund eines Schokonikolauses gehört? Nein? Ist aber tatsächlich so passiert. Wir stellen Ihnen dieses und weitere kuriose Urteile rund um die Weihnachtszeit vor.

Kündigung wegen des Verzehrs eines Schokonikolauses 

Im Jahr 2007 klagte ein Arbeitnehmer vor dem Amtsgericht Berlin gegen seinen Arbeitgeber - der Grund war ein simpler Schokonikolaus. Der Kläger, welcher zu dieser Zeit 22 Jahre lang bei seinem Betrieb beschäftigt war, verzehrte nach der Weihnachtszeit einen ausgelagerten, zur Weihnachtszeit nicht verkauften Schokonikolaus. Der Arbeitgeber wertete dies als Diebstahl und reichte folglich die Kündigung ein.

Der Angestellte ging gerichtlich dagegen vor (Az. 28 Ca 1174/07). Das Gericht entschied zugunsten des Klägers mit der Begründung, die verzehrte Ware sei nicht verkaufsfähig gewesen. So musste das Unternehmen den Angestellten weiterhin beschäftigen. 

Advent, Advent, der Weihnachtskranz brennt

Der erste Weihnachtstag eines Paares im Jahr 1997 verlief nicht so romantisch wie geplant: Der Mann, welcher gerade den Adventskranz angezündet hatte und Frühstück für seine Partnerin vorbereitete, verließ das Zimmer um diese zu wecken. Der Vorgang des "Weckens" verzögerte sich allerdings um eine Weile, was später vor Gericht mit den "körperlichen Reizen" der Frau begründet wurde, durch welche der Mann den Adventskranz vergaß.

Dieser entzündete sich währenddessen und setzte die Wohnung in Brand. Der Kläger, welcher den Geruch des Rauches folglich im Schlafzimmer bemerkte, schaffte es den Brand eigenständig zu löschen. Die Versicherung jedoch warf dem Kläger grob fahrlässiges Handeln vor und weigerte sich, für den Schaden aufzukommen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf jedoch entschied zugunsten des Paares und stufte das Verhalten des Klägers nicht als grob fahrlässig ein. Die Versicherung musste zahlen (Az.: 4 U 182/98).

Prügelei auf der Weihnachtsfeier 

Die Weihnachtsfeier eines Unternehmens in Osnabrück wurde zum reinsten Fiasko. Dort kam es zu einer Rangelei unter Kollegen, bei welcher ein Angestellter, der seit 24 Jahren in dem Unternehmen arbeitete (und zudem Mitglied des Betriebsrates war) einem Kollegen ins Gesicht schlug.

Der Sachverhalt endete vor Gericht, da der Arbeitgeber den Angestellten fristlos kündigte (Az: 4 BV 13/08). Zu seiner Verteidigung bemerkte der Angestellte, dass er zum Tatzeitpunkt volltrunken und außerhalb des Betriebes gewesen sei. Da es sich bei einer Weihnachtsfeier allerdings um eine betriebliche Veranstaltung handelt, entschied das Arbeitsgericht Osnabrück im Sinne des Arbeitgebers und bestätigte die fristlose Kündigung. 

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