Lebensversicherung verkaufen: So lohnt es sich für Verbraucher
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Lebensversicherung verkaufen: So lohnt es sich für Verbraucher

Eine Lebensversicherung ist auf eine lange Laufzeit konzipiert. Über viele Jahre zahlt man regelmäßig seine Prämie, damit im Erlebens- oder Todesfall eine vereinbarte Summe plus Überschussbeteiligung ausgezahlt wird. Doch in dieser Langfristigkeit steckt auch ein potenzielles Problem: Niemand weiß, wie sich die eigene ökonomische Situation verändern wird. Und tatsächlich gibt es bei jeder zweiten Lebensversicherung Schwierigkeiten. Entweder benötigt der Versicherte rasch Geld oder er kann die Prämie nicht mehr aufbringen. Die entscheidende Frage lautet dann: Soll ich meine Lebensversicherung verkaufen?

Die Lebensversicherung kündigen – ein Verlustgeschäft

Die monatlichen Prämienzahlungen übersteigen Ihr Budget, Sie brauchen Eigenkapital für einen Immobilienkauf oder für Ihr Start-up? Da liegt der Rückgriff auf die Lebensversicherung nahe. Je länger der Vertrag schon besteht, desto höher ist der Rückkaufwert. Es reicht ein Kündigungsschreiben an den Versicherer, und schon fließt Geld.

Aber Achtung – die Kündigung oder Stornierung einer Lebensversicherung ist stets mit großen Verlusten verbunden:

  • Viele Lebensversicherungen umfassen zusätzliche Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen und zusätzliche Todesfallleistungen. Dieser Schutz endet mit der Kündigung.
  • Sie verlieren die angesparten Überschussanteile – das können mehrere Tausend Euro sein.
  • Manche Versicherungsgesellschaften fordern eine Stornogebühr.
  • Je nach Abschlussjahr des Lebensversicherungsvertrags hält vielleicht auch das Finanzamt die Hand auf.

Die Lebensversicherung verkaufen – ein lohnendes Geschäft

Die Alternative ist klar: die Lebensversicherung verkaufen. Inzwischen gibt es eine beträchtliche Nachfrage, denn für Geldanleger ist der Zweitmarkt für Lebensversicherungen lukrativ. Hier können hohe Renditen erzielt werden. Wer eine vorhandene Lebensversicherung aufkauft, also in eine bestehende Police einsteigt, spart sich die nicht unbeträchtlichen Kosten eines Neuabschlusses. Zudem ist bei älteren Verträgen der Garantiezins erheblich höher. Und im Lauf der Jahre hat sich eine ansehnliche Überschussbeteiligung angesammelt. Die Übernahme einer bestehenden Lebensversicherung ist also ein sicheres Geschäft.

Die vorhandene Lebensversicherungspolice zu veräußern, ist auch für den Verkäufer lukrativ. Er bekommt nicht nur den aufgebauten Rückkaufwert ausgezahlt – die Angebote der Aufkäufer können zwischen zwei und sieben Prozent über dem jeweils aktuellen Rückkaufwert liegen. Außerdem vorteilhaft: Der Versicherungsschutz im Todesfall bleibt bestehen. Der Aufkäufer zahlt zwar fortan die Prämien und kassiert zum Ende der Versicherungslaufzeit die seit dem Verkauf angefallenen Gewinne – Nutznießer der Zusatzleistungen bleibt aber der Verkäufer.

Auf diese Punkte sollten Sie als Verkäufer achten

Inzwischen gibt es viele Unternehmen, die gezielt Versicherungsverträge mit einem Rückkaufwert von mindestens 10.000 Euro und einer überschaubaren Restlaufzeit übernehmen. Diese Aufkäufer bieten unterschiedliche Leistungen an. Folgende Aspekte sind für Sie als Verkäufer wichtig:

  • Die Rückkaufsumme sollte als Einmalzahlung überwiesen werden. Bei angebotener Ratenzahlung trägt der Verkäufer das Risiko, falls die aufkaufende Firma zahlungsunfähig wird.
  • Verlangt ein Versicherungsaufkäufer eine Bearbeitungsgebühr, ist Vorsicht geboten. Zumindest sollte die Höhe der zu zahlenden Gebühr vorher festgelegt werden. Es gibt viele seriöse Aufkäufer, die keine Kosten in Rechnung stellen.
  • Hat die aufkaufende Firma ihren Sitz im Ausland, liegt der Transaktion nicht das deutsche, sondern das jeweilige ausländische Recht zugrunde. Das kann im Streitfall kompliziert werden, beispielsweise wenn ein Gerichtsverfahren in einer Fremdsprache geführt wird.
  • Erwirbt der Aufkäufer die Police auf eigene Rechnung oder ist er nur als Makler für andere Investoren tätig? Wer ist zukünftiger Ansprechpartner? Diese Fragen sind wichtig, falls die weiter bestehende Todesfallleistung eingefordert werden sollte.
  • Kann die Transaktion auf dem Treuhandweg abgewickelt werden? Wenn ein Notar als Treuhänder fungiert, wird Ihre Police erst dann an den Aufkäufer weitergegeben, wenn die Zahlung eingegangen ist – ein sicherer Weg.

Da die Werte von Lebensversicherungen unterschiedlich angesetzt werden, sollten Sie sich von verschiedenen Aufkäufern Angebote einholen. Hierfür gibt es sogenannte Vermittler-Plattformen im Internet, seriöse Anbieter sind zudem in Verbänden mit festen Qualitätskriterien organisiert.

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