Restwert- oder Kilometer-Leasing: Leasingarten im Überblick
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Restwert- oder Kilometer-Leasing: Leasingarten im Überblick

Wenn Sie ein Auto leasen wollen, haben Sie die Wahl: Restwert- oder Kilometerleasing? Beide Leasingarten haben ihre Vor- und Nachteile. Welche das sind, erklären wir Ihnen hier. Denn um zu wissen, welches Leasingmodell besser zu Ihren Bedürfnissen passt, sollten Sie die Unterschiede kennen.

Abgerechnet wird zum Schluss: Unterschiede zwischen den Leasingarten

Wer zum ersten Mal ein Auto least, stellt schnell fest, dass es dabei einiges mehr zu beachten gibt als nur die Höhe der Rate. Das fängt bereits direkt nach der Entscheidung an, dass das nächste Auto diesmal geleast statt gekauft wird. Bevor es konkret wird, ist nämlich erst einmal zu klären, welche Leasingart es sein soll: Kilometerleasing oder Restwertleasing. Diese Frage entscheidet nämlich darüber, welche Anbieter überhaupt infrage kommen. Denn viele bieten nur eine dieser Vertragsarten an.

Es existieren zwar noch einige Abwandlungen, zum Beispiel das Null-Leasing oder Full-Service-Leasing. Grundsätzlich geht es jedoch vor allem um zwei Leasingarten, die für Privatpersonen interessant sind: das Restwertleasing und das Kilometerleasing.

Das Grundprinzip ist bei beiden Leasingarten gleich: Der Anbieter überlässt Ihnen ein Auto zur Nutzung. Im Gegenzug zahlen Sie ihm dafür eine monatliche Leasingrate.

  • Beim Restwertleasing wird im Vertrag ein Wert festgesetzt, den das Auto zum Ende der Vertragslaufzeit noch haben soll.
  • Beim Kilometerleasing ist vertraglich festgehalten, wie viele Kilometer während der Laufzeit mit dem Fahrzeug maximal gefahren werden dürfen.

Abweichungen von diesen Vereinbarungen – also ein geringerer Restwert oder zu viele gefahrene Kilometer – werden am Ende der Laufzeit in Rechnung gestellt.

Leasingvertrag ist nicht gleich Leasingvertrag. Informieren Sie sich vorab über die geeignete Leasingart.

Leasingvertrag ist nicht gleich Leasingvertrag. Informieren Sie sich vorab über die geeignete Leasingart.

Der Unterschied zwischen den beiden Vertragsarten kommt erst am Ende der Laufzeit zum Tragen – wenn nämlich die Schlussabrechnung ansteht. Auswirkungen hat die gewählte Leasingart allerdings die gesamte Vertragslaufzeit über. Am deutlichsten macht sich das in den oft deutlich günstigeren Raten beim Restwertleasing bemerkbar. Diese können aber durch einen vergleichsweise hoch angesetzten Restwert teuer erkauft sein. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Restwertleasing: Günstige Raten aber viele unbekannte Variablen

Das System hinter dem Restwertleasing: Schon zu Vertragsbeginn wird festgelegt, wie viel das Auto nach Ende der Laufzeit noch wert ist. Denn der Plan ist, dass der Anbieter das Fahrzeug danach verkauft. Je höher der Verkaufspreis ist, also der Restwert des Autos, desto niedriger fällt die monatliche Leasingrate aus. Denn mit den Raten wird quasi die Differenz zwischen Neupreis und Restwert finanziert.

Niedrige Raten klingen zunächst einmal verlockend, können sich aber zum Ende der Vertragslaufzeit böse rächen. Dann ermittelt nämlich ein Gutachter den aktuellen Fahrzeugwert. Liegt der unter dem im Vertrag festgehaltenen Restwert, müssen Sie als Leasingnehmer die Differenz nachzahlen. Und je höher der Restwert angesetzt wird, desto größer ist das Risiko, dass die Rechnung am Ende nicht aufgeht und Sie noch einmal zur Kasse gebeten werden.

Beim Restwertleasing müssen Sie ganz besonders pfleglich mit Ihrem Fahrzeug umgehen.

Beim Restwertleasing müssen Sie ganz besonders pfleglich mit Ihrem Fahrzeug umgehen.

Das Problem bei dieser Leasingart ist, dass sich der Restwert nur schwer vorhersagen lässt. Und je länger die Laufzeit des Vertrags ist, umso schwieriger wird es. Denn neben dem üblichen Wertverlust (der sich noch halbwegs gut bestimmen lässt) gibt es noch viele weitere Faktoren, die den Wert eines Autos nach zwei, drei oder gar fünf Jahren beeinflussen. Und viele davon sind nicht vorhersehbar. Bestes Beispiel: der Abgas-Skandal, der zu einem massiven Preisverfall bei Diesel-Fahrzeugen bestimmter Hersteller geführt hat. Weitere Variablen sind u. a.:

  • Gesetzesänderungen (z. B. Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge, Einführung neuer Umweltschutzauflagen)
  • Änderungen bei der Kfz-Steuer
  • generell sinkende Nachfrage nach Gebrauchtwagen

Wenn die Preise am Gebrauchtwagenmarkt während der Laufzeit des Leasingvertrags einbrechen, ist der im Vertrag festgehaltene Restwert nicht mehr realistisch. Die Differenz zwischen diesem Wert und dem realen Wert des Autos muss der Leasingnehmer zahlen.

Restwertleasing nur mit Hintergrundwissen

Wer sich für das Restwertleasing entscheidet, sollte einen guten Überblick über den Gebrauchtfahrzeugmarkt haben und den Wert von Autos realistisch einschätzen können. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass der Restwert unrealistisch hoch angesetzt wird.

  • Orientieren Sie sich nicht am Verkaufspreis, sondern am Ankaufspreis, den ein Händler für den Wagen zahlen würde.
  • Theoretisch lässt sich beim Restwertleasing zum Vertragsende auch Gewinn machen. Nämlich dann, wenn der tatsächliche Fahrzeugwert über dem vereinbarten Restwert liegt. In der Praxis gelingt das aber selbst ausgemachten Autoexperten nur selten.

Daneben sorgen auch Schäden am Fahrzeug, die über die übliche Abnutzung hinausgehen, für einen Wertverlust. Beim Restwertleasing müssen Sie also ganz besonders pfleglich mit Ihrem Auto umgehen. Bei einem unverschuldeten Unfall können Sie zwar die gegnerische Versicherung für den Wertverlust in die Pflicht nehmen. Sind Sie selbst für den Schaden verantwortlich, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie den vereinbarten Restwert nicht halten können.

Beim Kilometerleasing bestimmt die Fahrleistung die Kosten.

Beim Kilometerleasing bestimmt die Fahrleistung die Kosten.

Kilometerleasing für Privatpersonen besser kalkulierba

Wer privat ein Auto leasen möchte, ist mit Kilometerleasing in der Regel besser beraten. Denn dabei sind die Kosten deutlich besser planbar. Das Prinzip: Bei Vertragsabschluss wird eine Kilometerzahl festgelegt, die im Leasingzeitraum mit dem Wagen gefahren werden darf. Je höher diese Fahrleistung ist, desto höher fällt auch die monatliche Leasingrate aus.

Zum Vertragsende wird dann statt auf den Restwert auf den Kilometerzähler geschaut:

  • Sind Sie mehr gefahren als vereinbart, müssen Sie für die zusätzlichen Kilometer nachzahlen.
  • Sind Sie weniger gefahren, erhalten Sie eine Erstattung für die Minderkilometer.
  • Entspricht die Fahrleistung dem vereinbarten Rahmen, passiert nichts weiter.

Dabei gibt es in den meisten Verträgen einen gewissen Toleranzbereich bezüglich der Laufleistung. Oft bleiben Abweichungen sogar bis zu 2.500 Kilometer folgenlos. Wichtig zu wissen: Dieser Puffer gilt sowohl nach oben als auch nach unten. Bleiben Sie im Rahmen des Toleranzbereichs unter der vereinbarten Laufleistung, muss Ihnen der Leasinganbieter die Minderkilometer nicht auszahlen.

Wie viel Sie pro mehr oder weniger gefahrenem Kilometer zahlen oder erstattet bekommen, wird im Vertrag festgelegt. Hier sollten Sie genau hinschauen. Denn die Sätze für Mehr- und Minderkilometer fallen in manchen Verträgen unterschiedlich hoch aus: Oft zahlen Sie für Pluskilometer mehr als Sie für nicht gefahrene Kilometer erstattet bekommen. Im Idealfall ist der Satz für beides gleich, zumindest sollten beide Sätze jedoch in einem halbwegs vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.

Besser kalkulierbar sind die Leasingkosten beim Kilometerleasing.

Besser kalkulierbar sind die Leasingkosten beim Kilometerleasing.

Insgesamt ist beim Kilometerleasing das Risiko unvorhersehbarer Kosten deutlich geringer als beim Restwertleasing. In der Regel können Autofahrer grob abschätzen, wie viele Kilometer sie pro Jahr mit ihrem Fahrzeug zurücklegen. Im Zweifel empfiehlt es sich, lieber eine etwas höhere Fahrleistung anzusetzen, um Nachzahlungen zu vermeiden.

Zudem können Sie selbst beeinflussen, wie viele Mehrkilometer Sie mit dem Leasingwagen ansammeln. Wenn es mit der Laufleistung knapp werden könnte, ist es möglicherweise eine Option, für lange Strecken öfter auf den Wagen des Partners zurückzugreifen. Müssen Sie unerwartet eine außergewöhnlich lange Strecke fahren, kann auch ein Mietwagen günstiger sein, als die Laufleistung des Leasingvertrags zu überziehen.

Vor- und Nachteile der beiden Leasingarten im Überblick

Jede der beiden Leasingarten hat ihre Vor- und Nachteile. Doch gerade für diejenigen, die privat ein Auto leasen wollen und keine ausgemachten Gebrauchtwagenmarkt-Experten sind, überwiegen die Vorteile beim Kilometerleasing. Die Raten fallen zwar höher aus, dafür ist das Risiko unerwarteter Kosten zum Vertragsende gering. Beim Restwertleasing können diese den Vorteil der günstigeren Raten schnell wieder aufheben. Und auch Schäden am Fahrzeug, zum Beispiel nach einem Unfall, sind beim Kilometerleasing nicht so folgenreich, da kein zuvor festgesetzter Restwert gehalten werden muss. An den Leasinganbieter gemeldet werden müssen sie natürlich trotzdem. Außerdem müssen Sie sich in Absprache mit dem Anbieter um eine Reparatur kümmern.

Kilometerleasing: Vor- und Nachteile

  • transparente, planbare Kosten
  • kalkulierbares Risiko, da sich Kosten an der Fahrleistung orientieren
  • Rückzahlung bei geringerer Laufleistung
  • höhere Leasingrate, insbesondere bei hoher Kilometerzahl
  • Nachzahlung bei überschrittener Fahrleistung

Restwertleasing: Vor- und Nachteile

  • günstigere Monatsraten möglich
  • keine Begrenzung der Kilometerleistung
  • Restwert nur schwer zu kalkulieren, dementsprechend hohes Risiko von Nachzahlungen
  • unvorhersehbare Risiken durch veränderte Marktlage zum Vertragsende
  • Rückzahlung bei Vertragsende sehr unwahrscheinlich
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