Leasing •

Was ist Leasing und wie funktioniert es eigentlich?

Teure Dinge benutzen, ohne sie zu kaufen? Das geht. Durch Leasing. Das bringt Sie in vielen Fällen schneller an ein neues Auto, ein schickes Fahrrad und manches mehr. Wie das funktioniert und was das Leasing vom Mieten unterscheidet, lesen Sie hier.

Leasing ist wie Miete, aber …

Leasing stammt ursprünglich aus den USA und ist rechtlich eine Form der "Nutzungsüberlassung". Das bedeutet:

  • Der Eigentümer eines Gegenstandes überlässt jemand anderem das Recht, diesen Gegenstand zu benutzen.
  • Im Gegenzug erhält er eine Gebühr, in der Regel in Form einer monatlichen Rate.
  • Nach dem Ende der vereinbarten Nutzungszeit geht der Gegenstand wieder an den Eigentümer zurück. In manchen Fällen kann der Nutzer das Leasing-Objekt auch anschließend zu einem festgelegten Preis kaufen.

Leasing entspricht im Wesentlichen der Miete und tatsächlich bedeutet der Begriff übersetzt auch "mieten" oder "pachten". Dennoch ist es nicht dasselbe: Bei der Miete – etwa einer Wohnung – trägt der Vermieter die Kosten für Wartung und Reparaturen. Beim Leasing dagegen liegt das Risiko von Schäden während der Vertragslaufzeit beim Nutzer.

Das sind die Vor- und Nachteile

Beim Leasing erhalten Sie ein neuwertiges Objekt, ohne es zu erwerben. Sie müssen also weder die komplette Kaufsumme auf den Tisch legen noch einen Kredit aufnehmen. Stattdessen zahlen Sie ausschließlich für die Nutzung. Besonders attraktiv ist das für Unternehmen: Leasen sie zum Beispiel eine Maschine oder eine Büroausstattung, haben sie Planungssicherheit, binden keine große Menge Kapital und können nach Ablauf der Vertragslaufzeit sofort zu jeweils aktuelleren Modellen wechseln. Doch auch Privatpersonen profitieren – etwa von den festen, unveränderbaren Raten.

Die Vorteile von Leasing im Überblick:

  • kurze Laufzeiten, in der Regel zwischen einem und vier Jahren
  • Planungssicherheit durch feste, unveränderliche Raten
  • günstig, da nur die Nutzungsgebühren statt der gesamten Kaufsumme anfallen
  • für Unternehmen: Steuervorteil

Die Nachteile von Leasing im Überblick:

  • Leasing-Objekt wird kein Eigentum (oder nur bei Restkaufoption)
  • Nutzungsgebühren in der Regel höher als Kreditraten bei Kauf
  • finanzielles Risiko im Falle von Schäden
  • Leasingverträge in der Regel nicht kündbar

Das Leasing wurde in Deutschland vor allem durch den Autohandel bekannt.

Leasing: Es muss nicht immer Auto sein

Beim Begriff “Leasing” denken die meisten wohl an die Nutzung eines Autos. Kein Wunder: Zwei Drittel aller Straßenfahrzeuge in Deutschland sind mittlerweile geleast, ermittelte das Marktforschungsinstitut Statista. Doch der Erfolg der Autohändler hat findige Anbieter auf den Plan gerufen. Und so kann man mittlerweile weit mehr leasen als nur Autos.

Was ist mit Fahrradleasing?

Zwei Faktoren haben das Fahrrad zu einem immer beliebteren Leasingobjekt gemacht:

  • Zum einen gelten die steuerlichen Regelungen für Dienstwagen seit 2012 auch für Fahrräder. Das heißt: Ein geleastes Dienstfahrrad sorgt beim Arbeitgeber und Arbeitnehmer für dieselben Steuervorteile wie ein Dienstwagen.
  • Zum anderen erobern seit Jahren E-Bikes und Pedelecs den Markt beziehungsweise die Straßen. Diese sind im Vergleich zu den unmotorisierten Zweirädern recht teuer. Ein Grund mehr, sich über ein Leasing statt über einen Kauf Gedanken zu machen. Zumal ein Dienstrad gegen eine geringe Steuerlast auch privat genutzt werden kann.

Wer durchrechnet, ob Leasing oder Finanzierung günstiger ist, behält mehr für die Freizeit in der Tasche.

Auto leasen oder finanzieren? Was spricht wofür?

Die Vorteile beim Autoleasing sind zahlreich und vor allem für Geschäftsleute, Selbstständige und Arbeitgeber attraktiv. Doch was ist mit Privatpersonen? Unter dem Strich kommt der Kauf fast immer teuer, denn schließlich muss das ganze Auto bezahlt werden statt nur eine gewisse Nutzungszeit.

Trotzdem hat der Kauf per Bankkredit seine Vorteile. Zum Beispiel, dass das Auto dann in das Eigentum übergeht. Oder dass Schrammen und Kratzer höchstens ein persönliches Ärgernis sind, aber kein möglicher Kostenfaktor bei der Rückgabe des Wagens.

Diese Kostenfallen lauern beim Autoleasing

Wohl kaum jemand hat die Summe für einen Neuwagen direkt auf dem Konto liegen. Der nötige Kredit für einen Komplettkauf lässt das Leasing umso attraktiver erscheinen. Zu ähnlichen und häufig sogar niedrigeren Raten fährt man beim Leasing schließlich meistens ein Modell mit neuester und umweltfreundlicher Technik und geringem Verbrauch.

Doch Vorsicht: Auch beim Autoleasing kann man in die Kostenfalle tappen. Etwa durch eine Sonderzahlung, die man nicht eingerechnet hat. Durch ungünstige Vertragsklauseln. Durch unvorsichtige Nutzung und vieles mehr.

Kilometerleasing kann für Vielfahrer am Ende eine böse und teure Überraschung bedeuten.

Leasingarten im Überblick

Nach der Entscheidung ist vor der Entscheidung: Wer sich zu einem Leasing entschließt, kann zwischen einem Restwert- oder einem Kilometerleasing wählen.

  • Beim Restwertleasing wird festgesetzt, welchen Verkaufswert das Auto nach Ablauf der Vertragslaufzeit noch haben soll. Doch der Wertverlust kann erheblich sein, etwa durch Gesetzesänderungen wie für Diesel-Fahrzeuge oder durch Unfallschäden.
  • Sicherer ist da schon die Variante des Kilometerleasings, bei der vertraglich festgehalten wird, wie viele Kilometer Sie mit dem Fahrzeug zurücklegen dürfen.

Leasing: Kein Entkommen vor Vertragsende?

Einer der größten Nachteile beim Autoleasing: Es gibt fast keine Möglichkeit, aus einem laufenden Vertrag auszusteigen. Selbst Jobverlust oder eine schwere Krankheit sind in der Regel kein ausreichender Grund für eine Kündigung. Falls es doch einmal nötig werden sollte, gibt es als Ausweg noch die Leasingübernahme. Dabei geben Sie den Vertrag an einen anderen Leasingnehmer weiter, falls die Leasingfirma und die beteiligte Bank ihr Einverständnis geben.

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