Ist Sterbehilfe in Deutschland erlaubt?
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Ist Sterbehilfe in Deutschland erlaubt?

Aktive Sterbehilfe ist strafbar, auch bei einer „Tötung auf Verlangen“. Die Beihilfe zur Selbsttötung kann dagegen rechtlich zulässig sein, wenn der Tod vom Sterbenden selbst herbeigeführt wird. Die indirekte Sterbehilfe gilt auf Basis einer Patientenverfügung als zulässig.

Die „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ wird seit Ende 2015 in § 217 StGB untersagt. Wörtlich heißt es: „Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschäftsmäßig handelt und entweder Angehöriger des anderen ist oder diesem nahesteht.“

Wann ist Sterbehilfe grundsätzlich verboten?

Niemand darf einen anderen Menschen aktiv töten. Das Motiv der Tat spielt dabei keine Rolle. Handelt es sich um eine „Tötung auf Verlangen“, drohen dem Helfer bis zu fünf Jahre Haft. Kann der Sterbewunsch des Opfers nicht nachgewiesen werden, wird von Totschlag oder Mord ausgegangen. Dann droht eine weit höhere Strafe, bei Totschlag bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Wann ist Sterbehilfe gestattet?

Der Beihilfe zum Suizid macht sich strafbar, wer den Tod des anderen selbst aktiv herbeiführt, also zum Beispiel die tödlichen Tabletten verabreicht. Agiert der Helfer nur unterstützend, stellt etwa die entsprechenden Tabletten  zur Verfügung, die der Sterbewillige später selbst einnimmt, begeht er keine Straftat. Es kann jedoch eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung drohen. Darauf steht die Höchststrafe von einem Jahr Haft.

Rechtlich kaum umstritten ist die indirekte oder passive Sterbehilfe auf Grundlage einer gültigen Patientenverfügung. Bei der passiven Sterbehilfe wird gemäß Patientenwunsch auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet. Die indirekte Sterbehilfe kommt zum Beispiel in der Palliativmedizin zur Anwendung. Ein Beispiel ist die Verabreichung von Schmerzmitteln, die ein tödliches Organversagen verursachen können – was hier billigend in Kauf genommen wird.

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