Wichtige Dokumente: Was Autofahrer im Ausland dabeihaben sollten

Hierzulande reichen Führerschein, Fahrzeugpapiere und der Personalausweis. Wenn Sie aber im Ausland mit dem Auto unterwegs sein wollen, sollten sich in der Dokumententasche noch ein paar weitere Unterlagen befinden:

  • EC- oder Kreditkarte: Die Maut-Gebühren können Sie manchmal nur am Automaten bezahlen. Auch falls es mal ein Knöllchen gibt, ist das mitunter billiger, wenn Sie es direkt bezahlen.
  • Reisepass: Im Schengen-Raum reicht der deutsche Personalausweis aus. Überall sonst sollten Sie mit Reisepass unterwegs sein. Gehen Sie auf Nummer sicher: Nehmen Sie beides mit.
  • Internationaler Führerschein: In einigen Ländern außerhalb der EU brauchen Sie zusätzlich zum deutschen Führerschein noch eine übersetze, anerkannte Version. Mit einem internationalen Führerschein können Sie sich im Ausland viel Stress bei Verkehrskontrollen ersparen.
  • Grüne Versicherungskarte: Eigentlich heißt dieses Dokument der Kfz-Versicherung fürs Ausland „Internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr“. In Nicht-EU-Ländern ist sie Pflicht und sorgt dafür, dass es bei einem Unfall keine Probleme mit der Haftpflichtversicherung gibt, obwohl die Gesetze in jedem Land anders sind.
  • Europäischer Unfallbericht: Das mehrsprachige Dokument erleichtert im Schadensfall die Abwicklung mit der Versicherung erheblich. Haben Sie am besten eine Version in Deutsch und eine in der Landessprache im Handschuhfach.
  • Carnet de Passage: Diesen „Reisepass fürs Auto“ brauchen Sie teilweise außerhalb Europas.

Maut: Kennen Sie die Preise und Systeme

In Deutschland heiß diskutiert, im Ausland fast überall üblich: Maut – auf Straßen, Brücken und in Tunneln. Abgerechnet wird entweder: 

  • nach Zeit – zum Beispiel wochen- oder jahresweise
  • nach Strecke – im Schnitt sechs bis acht Euro pro 100 Kilometer
  • pro Benutzung – vor allem bei Brücken, Tunneln und Sonderstrecken

In manchen Ländern sind fast alle Straßen mautpflichtig, in anderen nur einige wenige Sonderstrecken. Mautstrecken sind in der Regel rechtzeitig als solche ausgewiesen – entweder mit Buchstabencodes oder durch Farbmarkierungen. 

Für die Entrichtung der Maut gibt es verschiedene Systeme:

  • Oft gibt es Mautstellen an den Straßen, wo Sie bar oder mit Karte zahlen können.
  • Für viele Gegenden müssen Sie im Vorfeld eine Vignette kaufen und in die Windschutzscheibe kleben.
  • Immer häufiger werden elektronische Mautsysteme eingesetzt, bei denen Sie sich vorher registrieren müssen und für die Sie rechtzeitig eine E-Vignette oder eine Mautbox bestellen müssen.
„Pickerl“ nennen die Österreicher die Maut-Vignette, die viele Deutsche aus dem Alpenurlaub kennen.

„Pickerl“ nennen die Österreicher die Maut-Vignette, die viele Deutsche aus dem Alpenurlaub kennen.

Während die Maut selbst meist recht überschaubar ist, sind die Strafen für fehlende Vignetten und Co. empfindlich hoch: oft viele Hundert Euro. Riskieren Sie also lieber nichts. 

Zu den europäischen Ländern mit streckenabhängiger Pkw-Maut gehören:

  • Frankreich
  • Italien
  • Spanien
  • Portugal
  • Norwegen
  • Schweden
  • Irland
  • Polen
  • Türkei
  • Kroatien
  • Griechenland

Nach Zeit wird die Maut für Autos, Motorräder und Co. in diesen Ländern Europas abgerechnet:

  • Österreich
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Slowakei
  • Ungarn
  • Tschechien
  • Rumänien
  • Bulgarien
 An Mautstationen bilden sich oft lange Schlangen. Mit elektronischen Mautsystemen kommen Sie meist schneller durch.

 An Mautstationen bilden sich oft lange Schlangen. Mit elektronischen Mautsystemen kommen Sie meist schneller durch.

Teilweise kommen Sie aber auch mautfrei mit dem Auto durchs europäische Ausland. Nämlich hier:

  • Großbritannien
  • Dänemark
  • Finnland
  • Lettland
  • Belgien
  • Litauen
  • Niederlande
  • Luxemburg
  • Zypern
  • Malta 
  • Estland

Allerdings gibt es in manchen dieser Länder Gebühren für bestimmte Tunnel oder einzelne Straßenabschnitte.

Gesetze: Machen Sie sich mit den Verkehrsregeln des Landes vertraut

Ein Auto funktioniert überall auf der Welt gleich – die Verkehrsregeln im Ausland können sich aber stark von denen in Deutschland unterscheiden. Beim Linksverkehr ist das offensichtlich, doch auch Feinheiten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Promillegrenzen im Ausland oder das Verhalten an Ampeln sind rund um den Globus durchaus verschieden. Nehmen Sie sich deshalb vor dem Urlaub unbedingt die Zeit, sich ein wenig mit den Besonderheiten der jeweiligen Vorschriften vertraut zu machen.

Warnwesten: Eine reicht vielleicht nicht

In Deutschland müssen Fahrer nur eine Warnweste im Auto mitführen. Im Ausland sieht das teilweise anders aus: In Frankreich brauchen Sie eine Weste pro Person im Auto; in Italien und Kroatien am besten eine pro Sitz. 

Während Autofahrer die Weste nur im Pannenfall brauchen, müssen sie Motorradfahrer in manchen Ländern ständig tragen – zum Beispiel in Ungarn.

Licht an: Auch tagsüber

Größtenteils gilt im europäischen Ausland für Autos eine generelle Lichtpflicht: Auch tagsüber müssen Sie das Abblendlicht einschalten – zum Beispiel in Skandinavien. Ein spezielles Tagfahrlicht ist nicht unbedingt erforderlich.

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