Stromschlag bekommen: Was tun?
© KatarzynaBialasiewicz/iStock/Thinkstock
(9)

Stromschlag bekommen: Was tun?

Was passiert, wenn Sie einen Stromschlag bekommen? Was sind die möglichen Folgen und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte man ergreifen? Die wichtigsten Fakten zum sogenannten “Elektrounfall” finden Sie hier.

Was passiert bei einem Stromschlag in Ihrem Körper?

Wenn Sie einen Stromschlag bekommen, leitet Ihr Körper den elektrischen Strom und bildet zusammen mit der Quelle einen geschlossenen Stromkreis. Der Strom zirkuliert durch den Körper und bringt die elektrischen Reize, mit denen das Herz üblicherweise die Körperfunktionen steuert, aus dem Gleichgewicht. Eine Herzrhythmusstörung kann die Folge sein. Gleichzeitig kann sich die Muskulatur verkrampfen, weshalb sich das Opfer oft nicht mehr allein von der Stromquelle lösen kann. Zudem droht Atemstillstand durch die Verkrampfung der Atemmuskulatur.

Was sind die möglichen Folgen, wenn Sie einen Stromschlag bekommen?

Die Folgen eines Stromschlags hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen von der Stromart (Gleichstrom oder Wechselstrom), der Spannung, der Dauer der Stromeinwirkung (durch die kurze Zeitdauer können Menschen sogar die enorme Stromstärke eines Blitzes überleben) sowie der Spannungsstärke. Die meisten Elektrounfälle, wie Stromschläge im Fachjargon heißen, geschehen im Haushalt, also bei 230 Volt. In diesem sogenannten Niederspannungsbereich wird vor allem das Herz in Mitleidenschaft gezogen. Im Hochspannungsbereich richten dagegen primär die Brandverletzungen gefährlichen Schaden an.

Viele Betroffene sind zwar zuerst geschockt von einem Stromschlag. Dann aber sehen sie an sich herunter und stellen fest, dass ihnen der Vorfall dem Anschein nach kaum geschadet hat. Die Haut weist vielleicht nur ein paar rötliche Flecken auf, ansonsten fühlen sich die Opfer jedoch wohl und unternehmen nichts weiter. Vor allem, wenn der Strom auch durch das Herz geleitet worden ist, kann diese Sorglosigkeit jedoch gefährliche Konsequenzen haben. Dann drohen – womöglich mit Verzögerung – Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel Kammerflimmern.

Daneben können die Atemmuskulatur sowie die Muskulatur in Armen und Beinen in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Der Strom kann im Blut eine Elektrolyse in Gang gesetzt haben, die dort Gase entstehen lässt. Und schließlich kann es zu sogenannten Sekundärverletzungen kommen. Damit sind die Folgen gemeint, die nicht unmittelbar durch den Stromschlag ausgelöst werden, sondern zum Beispiel Knochenbrüche oder Prellungen, wenn die Opfer durch die Muskelverkrampfungen stürzen.

In jedem Fall zum Arzt!

Suchen Sie deshalb in jedem Fall einen Arzt auf, wenn Sie einen Stromschlag bekommen haben. Sollten Sie – oder Ihr Gegenüber – sich nach dem Stromschlag sogar benommen fühlen, Atemnot verspüren, Herzrasen oder Krämpfe, rufen Sie sofort den Notarzt über die Notrufnummer 112! Als Helfer führen Sie beim Betroffenen bis zum Eintreffen des Notarztes eine Herzdruckmassage durch bzw. beatmen Sie ihn bei einem Atemstillstand.

Wie retten Sie jemanden bei einem Stromschlag?

Beobachten Sie, wie jemand einen Stromschlag bekommt und sich aufgrund einer Muskelverkrampfung nicht ohne fremde Hilfe von der Stromquelle lösen kann, seien Sie vorsichtig. Auf keinen Fall dürfen Sie den Betroffenen berühren. Sie laufen sonst Gefahr, dass der Stromfluss auf sie überspringt und Sie ebenfalls einen Stromschlag bekommen. Noch größere Vorsicht ist geboten, wenn der Stromschlag von einem Hochspannungskabel ausgelöst wird. Der Strom aus einem Hochspannungskabel kann selbst aus einigen Metern Entfernung noch auf einen Menschen überspringen.

Schalten Sie bei einem Elektrounfall deshalb zuallererst den Strom ab. Dazu ziehen Sie zunächst den Stecker, schalten das Gerät aus oder nehmen die Sicherung heraus. Können Sie die Quelle des Stromflusses nicht schnell genug finden oder abstellen, greifen Sie zu einem nicht-leitenden Gegenstand wie zum Beispiel einem Besenstiel aus Holz. Trennen Sie damit den Körper des Opfers von der Stromquelle. Anschließend rufen Sie den Notarzt und leisten bis zu dessen Eintreffen Erste Hilfe.

SM
Autor/-in
Simon Meyer
Wie finden Sie diesen Artikel?