Salz & Essig gegen Unkraut: Ist das erlaubt?
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Salz & Essig gegen Unkraut: Ist das erlaubt?

Ganz einfach soll man mit Essig gegen Unkraut vorgehen können – die ungeliebten Pflanzen sterben ab und man hat seine Ruhe. Lassen Sie aber lieber die Finger davon, denn das Hausmittel ist nicht nur verboten, sondern vergiftet den Boden für alle Pflanzen. Aus dem gleichen Grund sollten Sie auch kein Salz gegen Unkraut einsetzen.

So wirkt Essig gegen Unkraut

Pflanzen haben wie alle Lebewesen einen Säure-Basen-Haushalt. Wird er stark aus dem Gleichgewicht gebracht, stirbt die Pflanze ab. Setzen Sie also Essigessenz gegen Unkraut ein, sorgen Sie dafür, dass der Boden viel zu sauer wird. Die Pflanzen nehmen die Säure über die Wurzeln auf und sterben. Was vielleicht im ersten Moment verlockend klingt, richtet aber verheerende Schäden an: Die tödliche Wirkung des Hausmittels beschränkt sich nicht nur auf das Unkraut, sondern tötet auch andere Pflanzen ab. Sie kann selbst Bäume absterben lassen. Die Essigessenz breitet sich auch im Boden weiter aus. Daher gibt es strenge Regeln im Umweltschutzgesetz über den Einsatz von Unkrautvernichtern mit Essig.

Wann ist Essig gegen Unkraut erlaubt?

Damit Sie Essig überhaupt einsetzen dürfen, muss im jeweiligen Unkrautmittel das Mischverhältnis stimmen. Es wurde festgelegt auf 102 Gramm Wirkstoffgehalt pro Liter Unkrautvernichter. Greifen Sie jetzt aber nicht selbst zum Messbecher! Schließlich wissen Sie nicht, ob Ihr Haushaltsessig die gleiche Konzentration aufweist wie die Essigsäure im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes. Außerdem mag bei Ihrer Mischung aus Wasser und Essig gegen Unkraut das Verhältnis stimmen, aber das bedeutet nicht, dass es – wie die im Handel erhältlichen Produkte – staatlich geprüft ist. Geht etwas schief, droht Ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Gleiches gilt, wenn Sie das Mittel auf versiegelten Flächen wie Pflaster anwenden, denn so gelangt die Mischung ins Grundwasser.

Auf Salz gegen Unkraut ganz verzichten

Sind Unkrautvernichter mit Essig unter bestimmten strengen Auflagen noch erlaubt, gilt das für solche mit Salz nicht. Gewöhnliches Kochsalz sorgt dafür, dass die Pflanzenzellen Wasser ausstoßen. Dadurch schrumpfen sie, und schließlich stirbt die Pflanze. Ob sie ein Unkraut war oder eine geliebte Zierpflanze, macht dabei keinen Unterschied. Setzen Sie also kein Salz gegen Unkraut ein, wenn Sie Ihren Boden nicht verderben möchten – und keine saftige Strafe zahlen wollen, wenn die Verwendung des unerlaubten Unkrautvernichters auffliegt. Kochendes Wasser oder vergorener Brennnesselsud hilft ebenso gut gegen die ungeliebten Pflanzen; kochendes Wasser sogar noch besser, weil es auch die Wurzeln tötet. Und Sie vergiften bei der Anwendung nicht Ihren Garten.

SB
Autor/-in
Sarah Berger
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