Kann man Rhabarber roh essen oder ist er gitftig?
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Kann man Rhabarber roh essen oder ist er gitftig?

Frühling ist, wenn sich ab April die ersten Stangen Rhabarber in den Auslagen der Gemüsegeschäfte finden. Bis zum Johannistag am 24. Juni wird das Gemüse mit dem herb-säuerlichen Aroma zu Kuchen, Marmelade und Kompott verarbeitet. Doch muss Rhabarber vor dem Verzehr immer gekocht werden oder kann man Rhabarber roh essen?

Wer auf die Idee kommt, Rhabarber roh zu essen, erntet von seinen Mitmenschen Unverständnis. Schließlich ist es allgemein bekannt, dass die schmackhaften Stangen Oxalsäure enthalten. Diese natürliche Fruchtsäure soll in entsprechend hoher Dosierung schädlich für den Körper sein. Zwar findet sich Oxalsäure auch in Mangold, Rote Beete und Spinat, doch ist die Konzentration in Rhabarber am höchsten. Nach Saisonende am 24. Juni steigt sie sogar noch weiter an, um der Staude bei der Vorbereitung auf den Winter zu helfen. Daher ist der Genuss von Rhabarber nach dem Johannistag tabu. In Zahlen ausgedrückt, befinden sich in 100 Gramm Rhabarber rund 460 Milligramm Oxalsäure. Bei rohem Verzehr kann das durchaus zu Vergiftungserscheinungen führen. Wenn Sie ganz sicher sein wollen essen sie Rhabarber nicht roh sonder kochen ihn, damit ein Großteil der Säure dann ins Wasser übergeht.

Rhabarber enthält jede Menge Vitalstoffe

Fakt ist aber auch, dass beim Kochen viele der in Rhabarber enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Neben viel Kalium enthält die Staude reichlich Kalzium, Vitamin C und Phosphor. Mit 270 Milligramm Kalium auf 100 Gramm kann Rhabarber dazu beitragen, den Blutdruck stabil zu halten, Kohlenhydrate und Eiweiße optimal zu verwerten und den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.

Zudem ist das Blattgemüse reich an Antioxidantien, die den Körper vor freien Radikalen und somit einer vorzeitigen Hautalterung schützen sowie eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben. Ein weiteres Argument, um zuzugreifen, ist der niedrige Kaloriengehalt: Auf 100 Gramm kommen gerade einmal 14 Kilokalorien. Da fragen sich Ernährungsbewusste zurecht, wie es mit dem Genuss von rohem Rhabarber aussieht.

Bei Nieren- oder Gallenleiden Rhabarber roh essen tabu 

Gesunde Erwachsene können Rhabarber während der Saison von April bis Juni in Maßen roh genießen, wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Der höchste Anteil an Oxalsäure befindet sich in Blättern und Blüten, die Sie grundsätzlich nicht verzehren sollten.

Rhabarber-Stängel nach dem Schälen roh essen

Die Stängel dürfen Sie nach dem Schälen roh essen. Wählen Sie besonders rote Exemplare aus, da in grünen Stangen der Säuregehalt am höchsten ist. Da sich Oxalsäure an verschiedene Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium bindet, ist roher Rhabarber tabu, wenn Sie an einer Nieren- oder Gallenerkrankung leiden. Auch bei Gicht ist vom Verzehr abzuraten. Kinder und Schwangere sollten Rhabarber nur gekocht zu sich nehmen.

So genießen Sie rohen Rhabarber richtig

Wie bei allem, macht es bei rohem Rhabarber die Menge. Gelegentlich ein bis zwei Stangen sind gesundheitlich unbedenklich. Vor allem dann, wenn Sie Rhabarber zusammen mit Milchprodukten oder Zitrusfrüchten essen, die dafür sorgen, die Oxalsäure besser vom Körper verarbeitet wird. Da Kalzium und Oxalsäure bereits im Mund miteinander reagieren, kann roher Rhabarber den Zahnschmelz angreifen. Das merken Sie an dem pelzigen Gefühl auf den Zähnen, das sich direkt nach dem Essen einstellt. Damit Ihre Zähne nicht noch stärker angegriffen werden, sollten Sie mit dem Putzen noch rund eine Stunde nach dem Rhabarbergenuss warten.

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