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Lavendel trocknen und verwenden: Tipps zur vielseitigen Pflanze

Wenn Sie Lavendel trocknen, erhalten Sie sich ein Stückchen Sommerduft bis zum Winter. Bei der Ernte und der Trocknung der Pflanze müssen Sie jedoch einige Dinge beachten, um die wertvollen ätherischen Öle weitgehend zu erhalten.

Lavendel: Wirkungsvoll und vielfältig einsetzbar

Lavendel duftet berauschend nach Sommer und Sonne. Ab Mitte Juni entfalten die frühblühenden Lavendelarten in Deutschland ihre Blüten, Ende August stellen sie das Wachstum ein und ihr intensiver Duft lässt nach. Nun müssen Sie auf die nächste Lavendelsaison warten, um das typische Aroma wieder zu schnuppern – oder Sie retten dieses bis in die Winterzeit hinein, indem Sie den Lavendel trocknen.

Getrockneter Lavendel ist vielseitig einsetzbar. Sie können daraus Duftsäckchen basteln, mit ihm Speisen würzen oder Lavendeltee brühen. Für ein Duftsäckchen vermischen Sie getrocknete Lavendelblüten und -blätter, als Gewürz eignen sich vor allem die getrockneten Blätter. Für Lavendeltee verwenden Sie hingegen am besten die getrockneten Blüten.

Mit den Duftsäckchen können Sie Ihren Kleiderschrank mottenfrei halten und der Kleidung einen sanften Duft verleihen. Als Gewürz verfeinert getrockneter Lavendel vor allem mediterrane Speisen wie Geflügel, Suppen und Fischgerichte.

Verantwortlich für Duft und Geschmack der Pflanze sind die in ihrem ätherischen Öl enthaltenen Pflanzenextrakte. Besonders reich an ätherischen Ölen ist die Blüte des Lavendels. Aber auch Blätter und Stängel der Pflanze entfalten den wohltuenden Duft und den einzigartigen Geschmack – wenn auch weniger intensiv. Voraussetzung für ein sattes Aroma ist aber nicht nur, dass Sie Ihren Lavendel trocknen, sondern auch, dass Sie ihn zum richtigen Zeitpunkt ernten.

Den vollen Duft ernten

Kurz bevor der Lavendel in voller Blüte steht, ist er randvoll mit ätherischem Öl. Wenn Sie ihn jetzt ernten und trocknen, entfaltet er ein besonders intensives Aroma. Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist gekommen, wenn ein Teil der Blüten bereits leicht geöffnet und der größere Teil noch geschlossen ist. Der Tag, an dem Sie Ihren Lavendel pflücken, sollte zudem sonnig und trocken sein.

Bei einer intensiven Sonneneinstrahlung verströmt Lavendel einen besonders starken Duft – entsprechend hoch ist die Konzentration der ätherischen Öle in der Pflanze. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Pflanzenteile trocken und gesund sind. Ist der Lavendel bei der Ernte noch feucht, schimmelt er schnell und wird dadurch unbrauchbar.

Wenn Sie nur die Blüten vom Lavendel trocknen wollen, pflücken Sie diese behutsam mit der Hand ab. Möchten Sie hingegen auch Stängel und Blätter der Pflanze verwenden, nutzen Sie am besten eine scharfe Gartenschere, mit der Sie den Stängel etwa zehn Zentimeter unterhalb der Blüte abschneiden.

Geeignete und ungeeignete Orte zum Trocknen

Möchten Sie Lavendel trocknen, müssen Sie etwas Geduld aufbringen. Nur wenn Sie der Pflanze langsam und schonend die Feuchtigkeit entziehen, erzielen Sie das gewünschte Ergebnis. Häufig herrschen in Gartenhäusern, auf Dachböden, in Scheunen und Schuppen gute klimatische Bedingungen, um der Pflanze die Feuchtigkeit zu entziehen und dabei die Duft- und Aromastoffe zu erhalten. Diese Orte sind in der Regel dunkel, trocken, gut belüftet und warm. Ein Lavendelsträußchen benötigt hier etwa eine Woche, um zu trocknen.

Den Trocknungsprozess zu verkürzen, indem Sie den Lavendel höheren Temperaturen aussetzen, ist hingegen keine gute Idee. Ab einer Temperatur von 40 Grad Celsius verflüchtigen sich mit dem ätherischen Öl auch die Aromen der Pflanze.

Lavendel trocknen: Darauf sollten Sie achten

Haben Sie den Lavendel geerntet und einen geeigneten Platz gefunden, um die Pflanze für einige Tage aufzuhängen, beginnt die Feinarbeit: Binden Sie die Stängel mit Gummibändern zu kleinen Sträußchen zusammen. Dabei sollten Sie darauf achten, die Gummibänder relativ straff zu ziehen. Während des Trocknens verlieren die Pflanzenteile Wasser und damit Volumen – sie schrumpfen infolgedessen etwas zusammen und können aus einem locker gebundenen Gummiband hinausgleiten.

Die fertig gebundenen Sträußchen hängen Sie mit den Triebspitzen nach unten an einer Leine frei im Raum auf. Lassen Sie zwischen den einzelnen Lavendelsträußchen ausreichend Platz, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann. Möchten Sie keine Lavendelsträußchen, sondern lediglich die Blüten des Lavendels trocknen, breiten Sie diese einfach auf einem Tablett aus und stellen Sie das Tablett für einige Tage in den Trockenraum.

Während Sie den Lavendel trocknen, dürfen die Blüten, Blätter und Stängel nur sanft berührt werden. Quetschen Sie die Pflanzenteile, tritt ätherisches Öl aus und Duftstoffe gehen verloren. Der Trocknungsprozess ist abgeschlossen, wenn sich die Blüten leicht von ihren Stängeln lösen lassen. Nun können Sie die Sträußchen abnehmen und die duftenden und lange haltbaren Pflanzenteile weiterverarbeiten.

FS
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