Heizen mit Strom: Geht das auch kostengünstig?
© Maryia/stock.adobe.comÂ
(0)

Heizen mit Strom: Geht das auch kostengünstig?

Nachtspeicheröfen und andere elektrische Heizungen haben einen schlechten Ruf: Das Heizen mit Strom gilt als unbequem und vor allem teuer. Aber ist das wirklich wahr oder lässt sich auch mit Strom günstig heizen? Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Stromheizungen und ihre Kosten.

Kosten: Das bezahlen Sie fürs Heizen mit Strom

Generell lässt sich sagen: Strom ist deutlich teurer als Gas oder Öl. Mit rund 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) kostet Strom rund fünfmal so viel wie Gas (6,3 Cent) und Öl (6,5 Cent).

Eine Beispielrechnung: Bei einem Verbrauch von jährlich 25.000 Kilowattstunden für das Heizen eines 140 Quadratmeter großen Einfamilienhauses ergeben sich folgende monatliche Kosten:

  • mit Strom: rund 635 Euro
  • mit Öl: 131 Euro
  • mit Gas: 137 Euro

Allerdings müssen noch weitere Vor- und Nachteile berücksichtigt werden, um beurteilen zu können, ob sich das Heizen mit Strom für Sie eventuell lohnt.

Elektro statt Verbrennung: So funktioniert Heizen mit Strom

Anders als bei Öl- und Gasheizungen wird bei Elektroheizungen die Wärme nicht durch die Verbrennung von Brennstoffen erzeugt. Stattdessen werden die Heizkörper mithilfe von Strom direkt erwärmt und können die Wärme sofort oder mit Zeitverzögerung abgeben. 

Vorteile beim Heizen mit Strom: Günstige Gerätekosten

Trotz der hohen Stromkosten haben Elektroheizungen auch ein paar finanzielle Vorzüge:

  • Sie sind schon für ein paar Hundert Euro zu bekommen, während Gas- und Ölheizungen in der Anschaffung mehrere Tausend Euro kosten.
  • Viele Geräte sind sehr einfach anzuschließen – zum Beispiel an die Steckdose – sodass keine Kosten für den Fachinstallateur anfallen.
  • Es fallen keine regelmäßigen Wartungen an – anders als bei Öl- oder Gasheizungen. 
  • Mobile Elektroheizungen können Sie flexibel nach Bedarf aufstellen. 

Technik: 4 Möglichkeiten, um mit Strom zu heizen

Konvektorheizungen: Der Großteil der elektrischen Heizkörper nutzt das Prinzip der Konvektionswärme. Dabei gibt der Heizkörper seine Wärme an die Raumluft ab. Dies führt allerdings zu einem Temperaturgefälle in den Räumen: Da warme Luft nach oben steigt, ist es an der Decke des Raumes deutlich wärmer als am Boden. Bei Konvektorheizungen mit Gebläse, wie etwa Heizlüfter, wird die warme Luft mittels eines Ventilators im Raum verteilt, was Staub aufwirbelt. Deshalb sind solche Heizungen für Hausstauballergiker nicht empfehlenswert.

Mobile Elektroheizungen können Sie kurzfristig dort aufstellen, wo sie gerade gebraucht werden. 
© maryviolet/stock.adobe.com

Mobile Elektroheizungen können Sie kurzfristig dort aufstellen, wo sie gerade gebraucht werden. 

Infrarotheizung

Im Gegensatz zu Konvektor-Elektroheizungen gibt die Infrarotheizung Wärme nicht in die Luft ab. Stattdessen erwärmen Infrarotwellen die Gegenstände in der Umgebung, wie etwa Wände und Möbel. Die Wärme verteilt sich dadurch gleichmäßig im Raum und es ist auch in Bodennähe schneller die gewünschte Temperatur erreicht. Die Heizkosten sind deshalb geringer als bei Konvektorheizungen, die sehr viel mehr Energie benötigen, um dasselbe Wärmegefühl zu erzeugen. Wie das Ganze funktioniert, zeigt folgendes Video:

Nachtspeicherheizung

Der Strom wird in der Nacht aufgenommen und in thermische Energie, also Wärme, umgewandelt. Diese wird gespeichert und am folgenden Tag in die Räume abgegeben. Nachtspeicheröfen wurden vor allem in den 1950er Jahren verbaut. Die Idee war, den von Kraftwerken rund um die Uhr produzierten Strom nachts nicht ungenutzt zu lassen. Entsprechend niedrige Nachtstromtarife sorgten dafür, dass viele Hausbesitzer diese Heizvariante nutzten. Da mittlerweile nur noch wenige Stromanbieter getrennte Tag- und Nachtstromtarife anbieten, sind die Kosten allerdings deutlich angestiegen.

Fußbodenheizung

Heizrohre oder Heizmatten werden im Boden verbaut und mithilfe von Strom erwärmt. Sie geben die Wärme des Bodens in die Luft ab und erwärmen den Raum so von unten.

Fußbodenheizungen lassen sich teilweise auch selbst montieren. 
© Wolfilser/stock.adobe.com

Fußbodenheizungen lassen sich teilweise auch selbst montieren. 

Effizient heizen mit Strom: Eher die Ausnahme

Bei der Überlegung, ob Sie eine elektrische Heizung für Ihr Eigenheim anschaffen möchten, sollten Sie auch die Energieeffizienz berücksichtigen. Neben dem ökologischen Aspekt hat diese auch finanzielle Auswirkungen: Heizsysteme, die mit Strom betrieben werden, erhalten in den meisten Bundesländern aufgrund ihrer schlechten Energieeffizienz kaum noch Förderungen. Ausnahme: Sie erzeugen Ihren Strom selbst, zum Beispiel mit Photovoltaik.

Tipp: Wenn Sie schon die Kraft der Sonne nutzen, kann sich eine Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie lohnen, um Strom und Wärme ins Haus zu holen.

Ein effizientes Heizen mit Strom ist also schwierig, aber manchmal kann es sich trotzdem lohnen, auf einen elektrischen Heizkörper zurückzugreifen:

  • Wenn kleine Räume für kurze Zeiten im Jahr beheizt werden.
  • Wenn die Elektroheizung lediglich eine mobile Zusatzheizung ist.

Werden große Flächen über einen längeren Zeitraum beheizt, sind andere Heizsysteme deutlich kostengünstiger.

Wie finden Sie diesen Artikel?