Wie lange dauert ein Rippenbruch? Behandlung der Verletzung
© Medioimages/Photodisc/DigitalVision/Thinkstock
(36)

Wie lange dauert ein Rippenbruch? Behandlung der Verletzung

Wie lange ein Rippenbruch dauert, hängt von der Art des Bruchs und eventuellen Komplikationen ab. Bei der Behandlung kommen unter anderem Schmerzmittel und Atemtherapie zum Einsatz. Was Sie sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

Wie lange dauert es, bis ein Rippenbruch geheilt ist?

Ein Rippenbruch (Rippenfraktur) ist die häufigste Verletzung im Brustkorbbereich und meist recht harmlos, wenn auch sehr schmerzhaft. Wie lange die Heilung bei einem Rippenbruch dauert, hängt unter anderem von der Art des Bruchs ab. Grundsätzlich gibt es vier Formen:

einfache Fraktur: Der Rippenbruch besteht an ein bis zwei Rippen an je einer Stelle und nicht verschoben

Rippenserienfraktur: Ein Rippenbruch an mindestens drei Rippen auf derselben Körperseite

Rippenstückfraktur: Ein Rippenbruch an mindestens zwei Stellen einer Rippe, frei bewegliches Zwischenstück

offener Rippenbruch: Bruchende durchstößt die Haut

Die Mehrheit der Patienten mit Rippenbruch hat eine einfache, geschlossene Rippenfraktur. Diese Verletzung heilt in der Regel binnen sechs Wochen von allein aus. Rippenserienfrakturen und beidseitige Brüche brauchen etwas länger.

Außerdem gilt: Je komplizierter der Rippenbruch, desto größer ist die Gefahr, dass es zu Verletzungen der angrenzenden Organe kommt, was die Genesungszeit verlängert.

Wie lange wird man nach einem Rippenbruch krank geschrieben?

In der Regel werden Sie für mindestens zwei bis drei Wochen krank geschrieben, nachdem Sie einen Rippenbruch erlitten haben. Wenn Sie einer schweren körperlichen Arbeit nachgehen, kann die Krankschreibung auch länger ausfallen, da Sport und volle Belastung erst nach rund sechs Wochen wieder möglich sind.

Ein Krankenhausaufenthalt ist bei einem Rippenbruch eher die Ausnahme. Meist kurieren Sie die Verletzung zu Hause aus. Lediglich bei Folgeverletzungen oder extrem starken Schmerzen erfolgt die Behandlung bei einem Rippenbruch stationär.

Muss ein Rippenbruch operiert werden?

Eine Operation bei einem Rippenbruch die absolute Ausnahme. Meist stabilisiert das umliegende Gewebe die Rippen ausreichend, sodass die Knochen auch ohne OP wieder sauber zusammenwachsen. Sind allerdings beim Rippenbruch einzelne Rippenfragmente lose verschoben, zum Beispiel bei einer Rippenstückfraktur, ist mitunter eine OP nötig.

Atemtherapie zur Behandlung beim Rippenbruch

Während einem Rippenbruch schmerzt das Atmen und das Husten. Verfällt der Patient deshalb in eine flache Schonatmung, kann es schnell zu einer gefährlichen Lungenentzündung kommen. Damit das nicht passiert, muss bei einem Rippenbruch eine ausreichende Belüftung der Lunge gewährleistet werden. Dazu kommen folgende Dinge zum Einsatz:

• schmerzstillende Medikamente

• Hustenlöser

• Atemtrainingsgeräte

Die früher üblichen Bandagen und Eingipsungen werden heute kaum mehr angelegt, um die freie Atmung nicht zu behindern. Bei schweren Komplikationen nach einem Rippenbruch kann eine künstliche Beatmung sinnvoll sein.

 Mit einem Spirometer kann gemessen werden, wie flach oder tief ein Patient atmet, indem er unterschiedlich schwere Kugel nach oben pusten muss.
© mr.suphachai praserdumrongchai/iStock / Getty Images Plus

Mit einem Spirometer kann gemessen werden, wie flach oder tief ein Patient atmet, indem er unterschiedlich schwere Kugel nach oben pusten muss.

Schmerztherapie bei einem Rippenbruch

Die Schmerztherapie ist ein essenzieller Teil der Behandlung beim Rippenbruch. In der Regel reichen dafür handelsübliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Bei extrem starken Schmerzen können während eines Krankenhausaufenthalts Opiate zum Einsatz kommen.

Neben der oralen oder intravenösen Gabe von Schmerzmitteln wird häufig auch eine Nervenblockade gesetzt, sodass die Reizleitung am Rippenbruch unterdrückt wird – so schmerzt die Atmung nicht mehr so sehr. Die Nervenblockade wird mit einem Betäubungsmittel entweder lokal unter der Rippe oder als Peridualanästhesie (PDA) im Wirbelkanal gesetzt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
Wie finden Sie diesen Artikel?