Warum Sie niemals ein Niesen unterdrücken sollten
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Warum Sie niemals ein Niesen unterdrücken sollten

Viele Menschen versuchen aus Höflichkeit, ein Niesen zu unterdrücken, indem sie sich die Nase zuhalten. Das ist aber nicht sehr gesund. Erfahren Sie hier, welche Folgen ein unterdrücktes Niesen haben kann.

Was passiert beim Niesen unterdrücken?

Wenn Sie ein Niesen unterdrücken, können die Viren oder Bakterien nicht, wie eigentlich vorgesehen, aus der Nase entweichen. Niesen dient nämlich dazu, Ihre Atemwege zu reinigen. Wenn das nicht passiert, bleiben die Bakterien in den Nasennebenhöhlen und verstärken schlimmstenfalls die Infektion.

Außerdem verhindern Sie durch Niesen unterdrücken, dass Luft durch den Nasenkanal nach außen gelangen kann. Die Luft kann beim Niesen ziemlich schnell sein, nämlich bis zu 160 km/h! Wenn nun der Nasenkanal blockiert ist, muss die Luft sich einen anderen Weg suchen: Der führt über das Mittelohr. Auch dort kann sich die Infektion dann ausbreiten.

So kann Niesen unterdrücken gefährlich werden

Die schnelle Luft, die mit hohem Druck ins Mittelohr gelangt, kann darüber hinaus noch weitere Folgen für die Gesundheit haben: Ihr Blutdruck könnte sich etwa plötzlich erhöhen. Die Kopfschmerzen, die Sie vermutlich sowieso haben von der Erkältung, macht dieser zusätzliche Druck auch nicht besser.

 Ein unterdrücktes Niesen kann Kopfschmerzen auslösen oder verschlimmern.

Ein unterdrücktes Niesen kann Kopfschmerzen auslösen oder verschlimmern.

In seltenen Fällen kann es sogar noch schlimmer kommen: Weitere mögliche Folgen von Niesen unterdrücken sind geplatzte Äderchen im Auge, Schäden am Zwerchfell, bis hin zu einem geplatzten Trommelfell, einem Hörverlust oder einem andauernden Schwindelgefühl. Sogar Blutgefäße im Hirn könnten verletzt werden. Niesen unterdrücken kann im Prinzip auch einen Schlaganfall begünstigen – das ist allerdings sehr selten.

Niesen in der Öffentlichkeit: So gehen Sie damit um

Es gibt nun die Möglichkeit zum Niesen unterdrücken, ohne die Nase zuzuhalten, zum Beispiel, indem Sie mit der Zunge am Gaumen reiben, was den Niesreiz vertreibt. Das ist allerdings nicht ratsam, denn auch in diesem Fall können die Bakterien nicht entweichen. Es handelt sich hier also nur um eine Verzögerung des Niesens anstatt ums Niesen unterdrücken.

Wenn Sie also in der Öffentlichkeit niesen müssen, dann niesen Sie lieber wirklich. Sollte kein Taschentuch zur Hand sein, niesen Sie am besten in Ihre Armbeuge. Außerdem Händewaschen nicht vergessen: Die meisten Infektionskrankheiten werden nämlich über die Hände übertragen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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