Stottertherapie: 4 Ansätze, wie man Stottern heilen kann
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Stottertherapie: 4 Ansätze, wie man Stottern heilen kann

Stottertherapie hat verschiedene Komponenten: Das Stottern heilen kann man quasi nur im Kindesalter. Bei Erwachsenen geht dann es eher darum, einen guten Umgang mit der Sprachschwierigkeit zu finden. Was stotternde Menschen aber in jedem Alter brauchen, sind Geduld und Selbstbewusstsein. Welche konkreten Therapieansätze sinnvoll sein können, erfahren Sie hier:

1. Lidcombe: Stottertherapie für Kinder


Bei der Stottertherapie nach Lidcombe werden im Grunde die Eltern ausgebildet, um dann durch richtiges Handeln im Alltag das Stottern ihrer Kinder zu heilen. Der Ansatz ist verhaltenstherapeutischer Natur und beinhaltet Handlungsanleitungen und Spiele, die ein flüssiges Sprechen fördern. Die Freude am Sprechen wird dabei gefördert und stotterfreies Sprechen wird entsprechend gelobt.


2. Fluency Shaping: Stottertherapie für Erwachsene


Beim Fluency Shaping steht der Redefluss im Mittelpunkt: Die Patienten erlernen Techniken, die von vornherein verhindern, dass das Stottern auftritt. Dazu gehören zum Beispiel kontrollierte Atmung, die Dehnung von Vokalen und eine weiche Stimmführung. Bis sich die neuen Sprechgewohnheiten eingeschliffen haben, braucht es viel Zeit und Übung.


Das Fluency Shaping kann zwar die Neigung zum Stottern nicht heilen, kann aber das Auftreten im Alltag stark reduzieren.


3. Ruhiger Umgang statt Heilung: Stottermodifikation


Eine komplette Heilung des Stotterns ist bei Erwachsenen fast unmöglich. Umso wichtiger ist es, einen souveränen Umgang mit den Stolperern im Redefluss zu finden. Dabei hilft die Stottermodifikation: Sprachtherapeuten zeigen ihren Patienten Techniken, mit denen sie die Art ihres Stotterns kontrollieren und verändern können. Das mach das Sprechen weniger anstrengend.


Oft werden Fluency Shaping und Stottermodifikation in Kombination angewandt.


4. Selbstbewusstsein und Sprachfreude fördern


Ein indirekter Ansatz, der in jeder Stottertherapie berücksichtigt wird, ist die Bestärkung des Patienten. Auch wenn Stottern eine motorische Störung und kein psychologisches Problem ist, helfen Entspannungsübungen und Selbstsicherheit dabei, die Sprachfreude trotz Schwierigkeiten aufrechtzuerhalten. Das ist wichtig, weil das Stottern nur mit ausdauernder Übung therapiert werden kann.


Eignen sich auch alternative Verfahren?


Manche Betroffene versuchen das Stottern durch Hypnose heilen zu lassen, durch Akupunktur, Psychotherapie oder technische Hilfsmittel. Eine nachgewiesene Wirkung zeigen diese Ansätze alle nicht. Mit den vier oben beschriebenen Punkten hingegen werden seit Langem gute Erfolge erzielt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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