Scheidungskinder: Darauf sollten Eltern achten
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Scheidungskinder: Darauf sollten Eltern achten

Wenn eine Ehe zerbricht, sind vor allem die Kinder die Leidtragenden. Daher haben Scheidungskinder ganz besondere Bedürfnisse. Eltern können ihnen den Übergang in den neuen Lebensabschnitt erleichtern, indem sie ihren Kindern Ordnung und Geborgenheit geben.

Scheidungskinder brauchen Struktur

Wenn sich die Eltern trennen, haben Kinder oft das Gefühl, dass ihre ganze Welt zusammenbricht. Aus diesem Grund ist es in dieser Zeit besonders wichtig, für Struktur in ihrem Leben zu sorgen. Das Umfeld aus Schule, Freizeit und Freunden sollte unverändert bleiben und Ihrem Kind so Halt geben. Doch auch die Besuchszeiten mit dem abwesenden Elternteil bedürfen einer festen Regelung, auf die sich Scheidungskinder verlassen können. Diese organisatorischen Punkte schaffen im Leben Ihres Kindes Sicherheit und es kann so besser mit der neuen Situation umgehen. Dazu gehört schon vor der Trennung, dass Eltern ihre Kinder auf die veränderten Begebenheiten vorbereiten.

Liebevolle Zuwendung der Eltern darf nicht fehlen

Kinder beziehen Konflikte schnell auf sich und denken automatisch, sie wären an den Problemen der Eltern schuld. Um diesem Irrglauben entgegenzuwirken, ist es sehr wichtig, offen und liebevoll mit Ihrem Kind zu kommunizieren. Versichern Sie es ihrer unerschütterlichen Liebe. Machen Sie klar, dass, auch wenn sich die Beziehung zum ehemaligen Partner geändert hat, die Liebe beider Eltern zu ihrem Kind nie infrage stehen wird. Bei aller Liebe ist es jedoch auch wichtig, sich nicht ausschließlich auf das Kind zu fixieren.

Konflikte mit dem ehemaligen Partner vermeiden

Um das Gleichgewicht Ihres Kindes zu bewahren, sollten Sie Probleme mit dem Ex-Partner abschließen. Das überträgt sich automatisch auf Ihr Kind. Schuldzuweisungen an den ehemaligen Partner haben in einem Gespräch mit dem Kind nichts zu suchen. Selbst kleine Sticheleien, die Ihnen vielleicht ganz unbewusst über die Lippen kommen, können Ihr Kind verletzen.

Da Scheidungskinder automatisch zwischen den Fronten stehen, profitieren sie von einer unabhängigen Bezugsperson. Das kann zum Beispiel ein Lehrer in der Schule, aber auch die Mutter einer Freundin sein. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Kind noch weitere Hilfe braucht, sollten Sie sich an eine Familienberatung oder einen Psychologen wenden.

Was tun, wenn es doch zu Streit mit dem Ex-Partner kommt?

Manchmal sitzt der Schmerz über die Trennung bei den Eltern so tief, dass sich trotz aller Mühe Groll nicht vermeiden lässt. Wenn es dann doch zu Streit kommt und Sie merken, dass Sie nicht mehr sachlich und normal mit Ihrem Ex-Partner reden können, suchen Sie am besten Hilfe bei einem Mediator. Als Unbeteiligter kann er die verletzten Gefühle abpuffern und zwischen Ihnen beiden vermitteln. Auf diese Weise können Sie Konflikte klären, sich aussprechen und einen klaren Schnitt machen, ohne dass der Streit eskaliert.

Neue Beziehungen mit Kindern besprechen

Auch wenn die Eltern neue Partnerschaften eingehen, ist das für Scheidungskinder nicht ganz unproblematisch. Versuchen Sie, Ihr Kind vorsichtig an die neuen Gegebenheiten heranzuführen. Erwarten Sie vor allem nicht von jetzt auf gleich, dass Ihr Kind die Situation akzeptiert. Neue Beziehungen wachsen durch gemeinsame Erfahrungen. Der neue Partner des Elternteils sollte sich vor allem in der Anfangszeit bei Erziehungsfragen zurückhalten.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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