Knochen unterliegen ständigem Aus- und Abbau

Viele Leute sind der Meinung, dass unsere Knochen bis zum Ende der Pubertät wachsen und danach nicht mehr viel geschieht. Das Gegenteil ist der Fall: Sie unterliegen ständigem Aufbau und Abbau an unterschiedlichen Stellen. 

Osteoblasten sind spezialisierte Zellen, die organische und mineralische Stoffe an die bestehende Knochensubstanz anlagern. Dabei handelt es sich vor allem um das bindegewebige Kollagen und Hydroxylapatit, ein spezielles Calciumphosphat. Ihnen stehen Osteoklasten gegenüber, die an der Knochenmatrix herumknabbern und sie auflösen.

Dieser ständige Umbau macht Knochen zu dynamischen Gebilden, die sich jederzeit veränderten Beanspruchungen anpassen. Je höher die Belastung, desto größer die Stabilität. Bei geringer Inanspruchnahme entfernt der Körper Knochenmaterial und setzt es an Stellen ein, wo es aktuell mehr gebraucht wird.

Die Mischung macht's: organische und anorganische Anteile des Knochens

Entscheidender Faktor für die Stabilität eines Knochens ist das Verhältnis von organischen und anorganischen Substanzen. Löst man das Hydroxylapatit mit Salzsäure aus einem langen Röhrenknochen heraus, macht ihn das so elastisch, dass man einen Knoten hineinmachen kann. Entfernt man hingegen Kollagen und sonstiges organisches Material durch Ausglühen, zerbröselt er bei der kleinsten Berührung. Erst das richtige Gemisch aus Mineralien und organischen Komponenten macht den Knochen belastbar und elastisch zugleich.

Osteoporose und Knochenschwund

Osteoporose stört dieses empfindliche Gleichgewicht und sorgt für ein Überwiegen des Abbaus. Typischerweise bleiben Volumen und äußeres Erscheinungsbild des Knochens erhalten. Dafür geschieht im Inneren jede Menge: Die Größe der Markhöhle mit dem Knochenmark nimmt zu, die Stabilität des Materials, die sogenannte Knochendichte ab. Sie ist das maßgebliche Kriterium zur Diagnose und hat zur Bezeichnung Knochenschwund geführt.

Osteoporose macht jeden Sturz zum Risiko

Durch die abnehmende Belastbarkeit des Materials führen Sturzereignisse schnell zu Knochenbrüchen. Fallen Kleinkinder beim Spielen im Fünfminutentakt hin und stehen dank ihrer ausgesprochen elastischen Knochen unbeschadet wieder auf, macht die Osteoporose im Alter jeden Sturz zum Risiko. Typisch sind Sinterungsbrüche der Wirbelkörper oder der klassische Oberschenkelhalsbruch, aber in gleichem Maße steigt die Häufigkeit von Armbrüchen oder Beckenfrakturen.

Osteoporose als Alterskrankheit

Bei Jugendlichen ist sie äußerst selten, im fortgeschrittenen Alter hingegen fast die Regel: Die Ursachen der Osteoporose sind vielschichtig, aber das Lebensalter ist ein wesentlicher Faktor - ebenso wie das Geschlecht. Hormonelle Umstellungen während der Wechseljahre sorgen dafür, dass achtzig Prozent aller Osteoporosen ältere Frauen betreffen. Schuld daran ist das schwindende Östrogen, das die abbauenden Osteoklasten und damit die Knochenresorption hemmt.

Entscheidend für das Ausmaß des Knochenschwundes ist die maximale Knochenmasse, die der Mensch im vierten Lebensjahrzehnt erreicht. Je weniger davon zu dieser Zeit vorhanden ist, desto schwerwiegender wirkt sich eine Osteoporose aus. Kennzeichnend für fortgeschrittene Erkrankungen ist eine Kyphose, der Altersrundrücken, den man bei vielen älteren Frauen sieht.

Seltene sekundäre Formen von Osteoporose

Neben dieser primären Osteoporose gibt es selten sekundäre Formen, die auf andere Krankheiten zurückzuführen sind, etwa Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Diabetes, Morbus Crohn oder Langzeitbehandlung mit Kortikoiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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