Ohrenkerzen richtig anwenden: Was Sie auf jeden Fall beachten sollten
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Ohrenkerzen richtig anwenden: Was Sie auf jeden Fall beachten sollten

Ohrenkerzen erfreuen sich bei den Naturvölkern Mittel- und Nordamerikas bereits seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. In Europa sind sie erst seit rund 30 Jahren bekannt, und das vorrangig im naturheilkundlichen Bereich. Was es mit Ohrenkerzen konkret auf sich hat, was sie bewirken sollen und wie Sie sie richtig anwenden, verrät Ihnen der folgende Ratgeber.

Ohrenkerzen - was ist das eigentlich?

Ohrenkerzen sind schmale, leicht spitz zulaufende Röhrchen, die entweder mit Flachs oder mit in Bienenwachs getränkter Baumwolle gefüllt sind. Zusätzlich können auch ätherische Öle und Kräuter in der Ohrenkerze enthalten sein. Ohrenkerzen, die auch unter dem Namen Hopi-Kerzen bekannt sind, kommen traditionell zur Ohrenreinigung, zur Entspannung und zum Stressabbau zum Einsatz. Auch Ohrenschmerzen sollen durch die Kerzen gelindert werden. Vor allem die reinigende und die schmerzlindernde Wirkung konnten wissenschaftlich bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Wie werden Ohrenkerzen richtig angewendet?

Bei der Anwendung von Ohrenkerzen ist höchste Vorsicht geboten, denn der Gehörgang und das Trommelfell sind sehr empfindlich und anfällig für Verletzungen. Am besten bitten Sie eine zweite Person, Ihnen behilflich zu sein. Und so geht´s: Legen Sie sich auf die Seite und betten Sie Ihren Kopf auf ein Kissen oder eine Decke. Die Hilfsperson stellt die Ohrenkerze anschließend senkrecht in den Ohrenkanal. Dabei darf kein Druck ausgeübt werden, und auch auf drehende Bewegungen ist zu verzichten. Sobald der dünnere Teil der Kerze in das Ohr eingeführt wurde, wird der obere Teil angezündet.

Die Flamme benötigt zum Brennen Luft, die sie aus dem Ohr herauszieht. Es kommt zu einem Kamineffekt, also zu einem Wechsel aus Unterdruck und Normaldruck. Dadurch soll überschüssiger Ohrenschmalz gelöst und aus dem Ohr hinausbefördert werden. Leichte Vibrationen, die wie eine Massage auf das Trommelfell einwirken, sollen Entspannungen lösen und den Stressabbau fördern. Die entstehende Wärme soll schmerzlindernd wirken. 

Sobald die rote Markierung auf der Ohrenkerze erreicht wurde, ist die Behandlung abgeschlossen. Dies nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Sollten Sie sich unwohl fühlen, ist es jedoch ratsam, die Behandlung sofort abzubrechen. Außerdem sollte die Hilfsperson die gesamte Zeit über anwesend sein, um das Risiko für Verbrennungen zu mindern. Ruhen Sie sich anschließend für rund 20 Minuten aus und wiederholen Sie den Vorgang mit dem anderen Ohr. Wenn Sie die Behandlung nicht selbstständig durchführen möchten, können Sie auch einen Heilpraktiker aufsuchen. Auch viele Massagesalons bieten Behandlungen mit Ohrenkerzen an.

Gibt es Risiken?

Wenn Sie Ohrenkerzen ausprobieren möchten, greifen Sie ausschließlich zu Produkten aus der EU, denn hier gelten sehr strenge Richtlinien. Beispielsweise dürfen nur solche Kerzen angeboten werden, die über einen Sicherheitsfilter verfügen, der verhindert, dass Wachs in die Ohren gelangt. Beachten Sie außerdem, dass die Kerze umkippen kann. Das Risiko, dass es durch herabfallende Asche zu Verbrennungen kommt, ist dann besonders hoch. Führen Sie die Behandlung daher niemals alleine durch, sondern bitten Sie eine zweite Person um Hilfe. Damit das Trommelfell keinen Schaden nimmt, ist außerdem darauf zu achten, dass die Kerze lediglich in den äußeren Gehörgang gestellt wird. Sie darf keinesfalls mit Druck eingeführt werden.

Wann dürfen Ohrenkerzen nicht angewandt werden?

In einigen Fällen sollten Sie auf die Verwendung von Ohrenkerzen komplett verzichten. Dies gilt beispielsweise bei akuten Ohrenentzündungen sowie bei Krankheiten, die mit Fieber einhergehen. Auch bei einem perforierten Trommelfell, welches besonders empfindlich ist, ist von Ohrenkerzen abzusehen. Gleiches gilt bei Atembeschwerden, die durch Ohrenkerzen verstärkt werden können. Treten Hautrötungen auf, ist die Behandlung sofort abzubrechen. Bei Kindern sollten Ohrenkerzen aufgrund der Verbrennungsgefahr keinesfalls angewandt werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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