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Zahn abgebrochen - was tun?
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Zahn abgebrochen - was tun?

Zahn abgebrochen - was tun? Stürze beim Wandern oder Radfahren sind nicht nur für Muskeln und Knochen ein Risiko, sondern auch für die Zähne. Bricht ein Zahn ab oder fällt er ganz heraus, wissen viele nicht, was sie tun sollen. Die besten Erste-Hilfe-Tipps für einen kaputten Zahn.

Zahn abgebrochen - was tun?

Ist ein Zahnstück abgebrochen, sollte dieses umgehend gesucht und schnellstens zum Zahnarzt gebracht werden. Dieser kann es in manchen Fällen wieder so „ankleben“, dass optisch nichts mehr an den Vorfall erinnert. Durch eine Kunststofffüllung lässt sich die Zahnform wiederherstellen. Hat es beim Sturz  eine Zahnkrone „erwischt“, lassen sich die Schäden in der Regel durch Kompositfüllungen, Veneers oder eine neue Keramik-Krone beheben – vorausgesetzt, es sind keine Nerven beschädigt.

Gelockerter Zahn: Röntgen lassen

Wurden die Zähne durch den Unfall gelockert oder verschoben, so sorgt eine Schiene für neue Stabilität. Oft ist die Schwere der Verletzung jedoch erst durch eine Röntgenaufnahme ersichtlich. „Deshalb sicherheitshalber immer den Zahnarzt aufsuchen“, rät Dr. Jochen H. Schmidt, zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln.  

Ausgeschlagener Zahn: Nicht abwaschen

Ist der Zahn ausgeschlagen, muss dieser besonders geschützt werden. „Die empfindliche Wurzelhaut darf keinesfalls austrocknen“, warnt Schmidt. Blutet die Wunde stark, so ist der Biss auf ein sauberes Taschentuch die wichtigste medizinische Sofortmaßnahme. „Danach sollte der ausgeschlagene Zahn umgehend gesucht und zum Zahnarzt gebracht werden“, so der Experte. „Am besten hebt man ihn an der Krone auf und nicht an der empfindlichen Zahnwurzel.“ Diese könnte ansonsten verletzt werden. Selbst bei starker Verschmutzung sollte der Zahn zuvor nicht abgewaschen oder desinfiziert werden.   

Für den Notfall: Zahn in der Wange aufbewahren

Optimal für den sicheren Transport ist eine Zahnrettungsbox (erhältlich in Apotheken oder beim Zahnarzt). Wer sportlich sehr aktiv oder viel auf Reisen ist, kann diese im Rucksack für den Notfall immer dabei haben. Ist der nächste Zahnarzt nicht weit entfernt, eignet sich kurzfristig auch die Mundhöhle im Wangenbereich als Aufbewahrungsort. Dadurch wird verhindert, dass die Wurzeloberfläche austrocknet, was die Überlebenschance jedes Zahns drastisch reduziert: „Bereits nach einer halben Stunde sterben so viele Zellen ab, dass der Zahn kaum noch zu retten ist“, weiß Schmidt. „Ein Replantieren, also ein Wiedereinsetzen, ist dann so gut wie unmöglich.“

Wann der Zahn nicht mehr zu retten ist

Ebenso schlecht sieht es aus, wenn die Fraktur im oberen oder mittleren Drittel der Wurzel liegt. „In diesen Fällen muss der Zahn meist entfernt werden“, erklärt der Zahnarzt. Im unteren Drittel ist hingegen in der Regel eine Erhaltung durch Wurzelfüllung und Wurzelspitzenresektion möglich.

So überbrücken Experten Zahnlücken

Zur Überbrückung von Zahnlücken hat sich die festsitzende Brücke millionenfach bewährt. „Neben einem Brückenglied, das die Lücke überspannt, sind zwei Ankerkronen notwendig, die auf die Zähne links und rechts der Lücke gesetzt werden“, sagt Schmidt. Damit die Brücke auch sicher hält, müssen die Zähne zuvor abgeschliffen werden. Ist die Lücke aufgrund mehrerer fehlender Zähne relativ groß, empfiehlt sich eine Teilprothese aus Keramik- oder Kunststoffzähnen. Diese ist herausnehmbar und wird mit Klammern oder Teleskopen an den gesunden Zähnen befestigt.

Als weitere Alternative haben sich Implantate etabliert. „Wie ein eigener Zahn im Knochen fest verankert, bieten die kleinen künstlichen Wurzeln aus Titan oder Keramik den darauf befestigten Kronen oder Brücken sicheren Halt und den Patienten dadurch einen perfekten Biss. Wacklige  Prothesen gehören damit der Vergangenheit an.“

 

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