Lymphödem-Symptome: Darauf sollten Sie achten
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Lymphödem-Symptome: Darauf sollten Sie achten

Die als Lymphödem bekannte Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Zwischenzellraum ist eine chronische Erkrankung, die unbehandelt für die Betroffenen sehr unangenehm und schmerzhaft ist. Umso wichtiger ist es, die Krankheit frühzeitig zu erkennen, was nicht immer einfach ist. 

Denn zum einen zeigt sie im frühen Stadium keine Symptome und zum anderen werden die ersten Anzeichen oft mit denen anderer Erkrankungen verwechselt. Um möglichst frühzeitig eine passende Behandlung zu beginnen, ist eine sorgfältige Differenzialdiagnostik unumgänglich. Mit ihr lässt sich anhand des gesamten Symptombildes feststellen, ob es sich bei den Beschwerden um ein Lymphödem handelt.

Symptome von Lymphödemen

Lymphödeme durchlaufen mehrere Stadien, die sich in ihrer Symptomatik unterscheiden:

Stadium 0: Im sogenannten Latenzstadium sprechen Mediziner von einem unterschwelligen Ödem, das noch keine sicht- oder spürbaren Symptome verursacht.

Stadium 1: In dieser Phase zeigen sich - allerdings nur wenige - kleine Gewebeveränderungen, die sich teigig-weich anfühlen. Die Betroffenen können mit dem Finger eine "Delle" in ihre Haut drücken, die für kurze Zeit bestehen bleibt. Das sogenannte Stemmersche Zeichen (siehe unten) ist in diesem Stadium bei den meisten Patienten positiv. Außerdem nehmen die Zehen bei Druck eine viereckige Form an ("Kastenzehen"). Da sich das Ödem beim Hochlagern der betroffenen Extremitäten meist zurückbildet, heißt das Stadium 1 auch reversibles Stadium. 

Stadium 2: Das Hochlagern hilft in diesem spontan irreversiblen Stadium nicht mehr. Es kommt zu einem schnellen Wachstum beziehungsweise einer raschen Vermehrung von Fettzellen (Fettgewebsproliferation). Das ansonsten elastische Gewebe verfestigt sich (Fibrosklerose), das Ödem fühlt sich hart an. Wenn überhaupt, lässt sich mit den Fingern nur eine flache Delle in die betroffenen Hautbereiche drücken. Die Haut ist sehr prall und an den Gelenken zeigen sich vertiefte Hautfalten. 

Stadium 3: In diesem Stadium, das in starker Ausprägung auch als Elephantiasis bezeichnet wird, sind die betroffenen Körperteile oft so stark geschwollen, dass ihre normale Form fast nicht mehr erkennbar ist. Dadurch sind die Patienten in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt. Die überspannte Haut ist extrem empfindlich, es treten Fisteln und Ekzeme auf und die Wundheilung ist sehr schlecht. 

Stemmersches Zeichen - Was ist das?

Eines der wichtigsten Anzeichen für ein Lymphödem ist das sogenannte positive Stemmersche Zeichen. Dieses diagnostische Verfahren ist nach dem französischen Arzt und Phlebologen Robert Stemmer (1925-2000) benannt, der es 1976 zum ersten Mal beschrieb. Bei diesem Test versucht der Arzt die Hautfalte über der zweiten und dritten Zehe (bei angeschwollenen Händen: dem zweiten und dritten Finger) nach oben zu ziehen. Ist das nicht möglich, ist das Stemmersche Zeichen positiv und damit ein Lymphödem bestätigt. Ist das Stemmersche Zeichen negativ, das heißt, die Hautfalte lässt sich nach oben ziehen, ist das jedoch kein Ausschlusskriterium für die Diagnose eines Lymphödems. Mit anderen Worten: Es kann auch bei einem (noch) negativen Stemmerschen Zeichen ein Lymphödem vorliegen. 

Symptome für ein Lymphödem - und dann?

Erste deutliche Anzeichen für ein Lymphödem können sein:

- ungewöhnlich glatte und pralle oder dauerhaft geschwollene Haut, vor allem an den Fuß- oder Handrücken
- vertiefte, natürliche Falten an den Gelenken
- positives Stemmersches Zeichen
- Kastenzehen
- vorhandene Risikofaktoren (zum Beispiel vorangegangene Verletzung, Operation oder Bestrahlung an dem betroffenen Körperteil)

Wenn Sie eine oder mehrere der genannten Symptome bei sich entdecken, und den Verdacht haben, es könnte sich um ein Lymphödem handeln, sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen. Erster Ansprechpartner kann Ihr Hausarzt sein. Bei einem konkreten Verdacht bietet sich auch der Gang zum Spezialisten an. Das ist in diesem Fall der Facharzt für Lymphologie.

Wichtig: Je früher Sie einen Arzt konsultieren und eine Diagnose erhalten, umso schneller können Sie die Behandlung beginnen und das Lymphödem in einem niedrigeren Stadium belassen.

Wichtig! Je früher Sie einen Arzt konsultieren und eine Diagnose erhalten, umso schneller können Sie die Behandlung beginnen und das Lymphödem in einem niedrigeren Stadium belassen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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